22.02.2007 · Mit Kursgewinnen von bis zu sechs Prozent reagiert die Aktie des Chemieunternehmens BASF auf die Umsatz- und Quartalszahlen des vergangenen Jahres, vor allem aber auch auf eine Dividendenerhöhung und angekündigte Aktienrückkäufe.
Mit Kursgewinnen von bis zu knapp sechs Prozent auf ein Allzeithoch von bisher 80,36 Euro im Tagesverlauf am Donnerstag reagiert die Aktie des Chemieunternehmens BASF auf die Umsatz- und Quartalszahlen des vergangenen Jahres.
Diese können sich für ein Unternehmen mit einem Marktwert von inzwischen knapp 40 Milliarden Euro zumindest mit Blick auf die Umsatzentwicklung zunächst sehen lassen. Dieser konnte im vergangenen Jahr um 23,07 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro gesteigert werden, allerdings unter Mithilfe von Akquisitionen. Diese trugen 4,2 Milliarden bei. Das heißt, ohne Zukäufe wären die Erlöse um 13,2 Prozent gestiegen.
Deutliches Umsatzwachstum aufgrund der Zukäufe...
Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen legte nur unterdurchschnittlich um 18,09 Prozent auf 9,723 Milliarden Euro zu und der Nettogewinn sogar nur um 6,92 Prozent auf 6,37 Milliarden Euro. Gleichzeitig konnte der Gewinn je Aktie um 11,16 Prozent auf 6,37 Euro erhöht werden, allerdings ist diese Art von Gewinnwachstum eine optische Täuschung, da sich die Anzahl der Aktien von 525,1 auf 504,7 Millionen Stücke verringert hat und sich aufgrund angekündigter Aktienrückkäufe weiter verringern wird.
„Der konjunkturelle Rückenwind hat uns geholfen“, erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht einen Teil der Entwicklung. Für das laufende Jahr stellte der BASF-Vorstand einen deutlich höheren Umsatz als im vergangenen Geschäftsjahr in Aussicht. Beim Ergebnis vor Sondereinflüssen will der Chemiekonzern zumindest den Wert des Jahres 2006 erreichen.
Das Unternehmen befand sich im vergangenen Jahr Einkaufstour: Nach monatelangem Tauziehen wurde für rund 3,8 Milliarden Euro der amerikanische Spezialchemiekonzern Engelhard übernommen, für die Bauchemie-Sparte von Degussa zahlte BASF 2,7 Milliarden Euro, für den amerikanische Harzspezialisten Johnson Polymer 470 Millionen Dollar. Mit der Eingliederung der neuen Arbeitsgebiete komme BASF gut voran, teilte der Konzern mit. BASF erwartet daraus Synergien von rund 290 Millionen Euro pro Jahr, die bis 2010 erreicht werden sollen.
Gewinn wächst unterdurchschnittlich - Cashflow plus 13 Prozent
Mit Blick auf den um 13,1 Prozent auf 5,94 Milliarden Euro gestiegenen Cashflow stellt BASF seinen Aktionären für das vergangene Jahr einen Anstieg der Dividende um einen auf drei Euro je Aktie in Aussicht. Zudem sei ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von drei Milliarden Euro für die Jahre 2007 und 2008 beschlossen worden, hieß es weiter. Das dürfte der Aktie Rückhalt geben. Denn sowohl eine Dividendenrendite von 4,77 Prozent als auch Kurs-Gewinnverhältnisse von 12,1 und 11,9 auf Basis des abgelieferten Gewinns und der Schätzungen für das laufende Jahr sind noch vernünftig.
Immerhin geh BASF für das laufende Jahr von einem durchschnittlichen Preis von 55 Dollar je Barrel Rohöl der Marke Brent aus. Beim Euro-Dollar-Wechselkurs kalkuliere BASF im Schnitt mit 1,30 Dollar je Euro. Diese Parameter sind wichtig, trug das Öl- und Gasgeschäft den größten Teil zum Betriebsgewinn bei. Trotz des im vierten Quartal gesunkenen Rohölpreises sei im Gesamtjahr 2006 der Sparten-Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen um fast 35 Prozent auf 3,245 Milliarden Euro gestiegen. Damit lieferte der Bereich fast die Hälfte zum bereinigten Konzern-Betriebsgewinn von 7,3 Milliarden Euro.
Aktie schlägt sich langfristig besser als der Dax
Der Konzern geht von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent aus, die Chemieproduktion - ohne die oft dazugerechneten Pharmaprodukte - könne in diesem Jahr um etwa 3,3 Prozent zunehmen, heißt es weiter. „So dynamisch wie sich unser Geschäft 2006 entwickelt hat, so kraftvoll sind wir in das neue Jahr gestartet“, sagte Hambrecht laut Redetext. Die Nachfrage nach den Produkten des Konzerns sei hoch, die Anlagen seien gut ausgelastet.
Insgesamt stellt die Aktie bei einer anhaltend robusten weltwirtschaftlichen Entwicklung ein solides Basisinvestment dar. In den vergangenen Jahren hat sie sich deutlich robuster entwickelt als der deutsche Aktienmarkt. Wer vor 15 Jahren in BASF-Papiere investierte, kann heute auf eine durchschnittliche Jahresrendite von knapp 19 Prozent zurückblicken. Der Dax kam in derselben Periode nicht einmal ganz auf elf Prozent. Das dürfte sich mit der globalen und damit relativ diversifizierten Aufstellung des Unternehmens erklären lassen, das in Zukunft vor allem auch in Asien überproportional wachsen möchte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |