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Banken Vorsichtiger Ausblick erschwert IKB-Aktie den Weg

16.05.2007 ·  Insgesamt im Rahmen der Erwartungen lagen die Ergebnisse, die die Industriebank IKB am Mittwoch vorlegte. Indes erscheint der Ausblick einigen Marktteilnehmern wohl zu vorsichtig. Daher dürfte sich ein Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend recht schwierig gestalten.

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Allem Anschein nach läuft die deutsche Konjunktur so gut wie schon lange nicht mehr. Davon profitiert auch der Mittelstand. Solange das so bleibt, schlägt sich dies auch bei den finanzierenden Banken wie der Industriekreditbank IKB nieder.

Diese konnte in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2006/07 den operativen Gewinn um 13,1 Prozent auf 263 Millionen Euro steigern. Der Konzernjahresüberschuss stieg von 168 auf 180 Millionen Euro und lag damit über den Analystenschätzungen von 171 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie stieg von 1,91 auf 2,04 Euro.

Den Zinsüberschuss konnte die IKB um 16,0 Prozent auf 646 Millionen Euro steigern und lag damit leicht über den Prognosen von 638 Millionen Euro. Da die Risikovorsorge im Kreditgeschäft um 18,7 Prozent auf 259 Millionen Euro zurückgeführt werden konnte, stieg der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge um 62,3 Prozent auf 387 Millionen Euro.

Boom bei strukturierten Finanzierungen

Im Segment Firmenkunden legte das operativen Ergebnis leicht von 130 auf 135 Millionen Euro zu, ebenso wie im Segment Immobilienkunden, in dem die Bank ein um drei Millionen Euro höheres Ergebnis von 35 Millionen Euro verbuchte.

Die Ergebnisse des Bereichs Strukturierte Finanzierung zeigen dagegen deutlich, wo derzeit auf den Kreditmärkten die Musik spielt. Das operative Ergebnis legte um satte 42 Prozent auf 111 Millionen Euro zu. Dagegen stagnierte es im Segment Verbriefungen bei 108 Millionen Euro.

Quartalszahlen nicht ganz so gut

Nicht ganz so gut lesen sich die Zahlen für das vierte Quartal. Im Dreimonatszeitraum von Januar bis März ging der operative Gewinn von 107 auf 58 Millionen Euro zurück, entsprach damit aber den Analystenerwartungen, zumal das Institut im Vorjahresquartal einen außergewöhnlich hohen Gewinn ausgewiesen hatte. Dies lag daran, dass die IKB die Konzernzentrale in Düsseldorf verkauft und damit 122 Millionen Euro Gewinn erzielt hatte.

Der Zinsüberschuss stieg dagegen von 148 auf 179 Millionen Euro und lag leicht über den Schätzungen der Analysten. Der Provisionsüberschuss ging von 24 auf 21 Millionen Euro zurück. Hier hatten Analysten mit 32 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernüberschuss gab um 45 Prozent auf 47,5 Millionen Euro nach. Analysten hatten 39 Millionen erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr 2007/08 erwartet die Bank nach eigenen Angaben eine weitere Steigerung ihres operativen Ergebnisses auf 280 Millionen Euro.

Kursgewinne im frühen Handel

Die Aktien des Instituts, die zu 38 Prozent im Besitz der staatlichen KfW-Bank sind und zu zwölf Prozent der industrienahen Stiftung Industrieforschung gehören, legten am Mittwochmorgen zu Handelsbeginn 1,4 Prozent zu, gaben dann aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Am Vormittag lagen sie 0,65 Prozent im Plus bei 29,26 Euro.

Die Aktie befindet sich seit über vier Jahren in einem ungebrochenen langfristigen Aufwärtstrend. Im April 2006 erreichte sie bei 33,16 Euro eine Allzeithoch und konsolidierte dann. Im Februar 2007 scheiterte ein Angriff auf das alte Hoch bei 33,09 Euro, dann folgte ein Einbruch Ende Februar. Diesen konnte die Aktie bislang nicht wettmachen. Zugewinne aus einer bis Anfang April andauernden Erholung gab sie zuletzt fast vollkommen wieder ab, so dass sich kurzfristig ein Abwärtstrend ergibt, aus dem sie nur bei Kursen über 30,80 Euro ausbrechen könnte.

Ausblick „ein bisschen zu vorsichtig“

Das dürfte ihr indes angesichts des eher verhaltenen Starts am Mittwoch schwer fallen. Nach Händlereinschätzungen sind die Zahlen insgesamt wie erwartet ausgefallen, indes sei der Ausblick „ein bisschen zu vorsichtig“. Der Markt rechne mit einem deutlich höheren operativen Gewinn von 311 Millionen Euro.

Auf der Bewertungsseite weist die Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 12,8 für das laufende und 10 für das kommende Jahr eine durchaus maßvolle Kennzahlen auf. Fällt die Aktie im Tagesverlauf unter das Märztief von 28,40 Euro, so kommt charttechnischer Verkaufsdruck auf. Kann sie sich dagegen halten, so ist künftig mit einer Seitwärtsbewegung zwischen 28,40 und 30,80 Euro zu rechnen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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