03.05.2005 · Die Commerzbank hat ein gegenüber dem Vorjahr deutlich besseres Quartalsergebnis vorgelegt. Doch bei näherer Betrachtung kann das Zahlenwerk nicht befriedigen - und erst recht nicht der Ausblick.
Größter Verlierer im Dax ist am Dienstag die Commerzbank-Aktie. Trotz eines unter dem Strich gestiegenen Quartalsergebnisses wollen die Zahlen den Anlegern nicht schmecken.
Der Zuwachs beim Konzernüberschuß von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 395 Millionen Euro wurde vor allem durch Beteiligungsverkäufe an MAN und der brasilianischen Unibanco erreicht. Dagegen fielen die Zinserträge um 2,7 Prozent auf 721 Millionen Euro, das Eigenhandelsergebnis sogar um 16,5 Prozent auf 262 Millionen Euro. Einbußen gab es auch in anderen Bereichen. Analysten hatten sich im Vorfeld etwas mehr versprochen.
Indes gibt es auch einige Lichtblicke: So zeugt die Senkung der Risikovorsorge um 17 Prozent von einer verbesserten Qualität des Kredit-Portfolios. Auch fiel das Ergebnis des Investment Banking-Bereichs trotz eines Minus von 16 Prozent besser aus als erwartet. Das sind insgesamt Anzeichen, dass die Repositionierung der Commerzbank als Bank des Mittelstands zu greifen beginnt.
Gutes Ergebnis, schwacher Ausblick
Imposant erscheint zunächst auch das Ergebnis von 0,66 Euro pro Aktie. Dies entspricht dem Ergebnis des Gesamtjahres 2004. Würde man dieses auf das Gesamtjahr hochrechnen, ergäbe sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 7. Damit wäre die Commerzbank die am günstigsten bewertetste deutsche Bank.
Doch genau davor warnt Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller angesichts des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Zudem wurde schon im Vorjahr über 60 Prozent des Ergebnisses pro Aktie im ersten Quartal erwirtschaftet. Am Ziel, in diesem Jahr eine Eigenkapitalrendite von acht Prozent zu erreichen, hält die Commerzbank dennoch fest. Allerdings, so räumt Finanzvorstand Eric Strutz ein, sei dieses Ziel sehr ehrgeizig und nicht ohne weiteres zu erreichen.
Alles in allem kann man dies so bewerten, daß von der Commerzbank in diesem Jahr nicht mehr viel zu erwarten ist. Skeptisch geben sich auch die Analysten. Konrad Becker, Analyst von Merck Finck, äußerte Zweifel daran, daß die Bank in diesem Jahr ihre Ziele ohne weiteres werde erreichen können. Und Olaf Kayser, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz quittierte die operativen Ergebnisse mit einer Herabstufung der Aktie. Indes blieb er damit der einzige in der Zunft, die ihre Einschätzungen ansonsten bestätigte.
Wenig zu erwarten
Geht man davon aus, dass die Commerzbank ihre Gewinnziele in diesem Jahr realisieren kann, ist die Aktie mit einem KGV von rund 12 zwar maßvoll bewertet. Doch das Papier der Deutschen Bank erscheint mit einem KGV von 10 da durchaus attraktiver.
Charttechnisch hat die Commerzbank-Aktie mit den Verlusten vom Berichtstag die aufwärts führenden Trendlinien durchbrochen. Daran änderte auch die leichte Erholung am Nachmittag nichts. Händler hatten vor Börsenbeginn noch geraten, auf die Unterstützung bei 16,80 Euro zu achten - doch die Aktie eröffnete bereits unter diesem Niveau und auch der nächste Widerstand bei 16,39 Euro wurde zwischenzeitlich durchbrochen. Es ist also damit zu rechnen, daß die Aktie in einen Seitwärtstrend übergeht. Somit bietet sie sich für Neuinvestments nicht an.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |