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Banken Nicht nur die Kreditkrise drückt japanische Bank-Aktien

16.08.2007 ·  Am Donnerstagmorgen verzeichnen die japanischen Börsen starke Kurseinbrüche, nachdem die Banken ihre Verluste aus Hypothekengeschäften offen gelegt haben. Dise sind zwar nicht so gravierend, doch brachten sie wohl das Fass zum Überlaufen.

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Wer sich der optimistischen Hoffnung hingab, die Kreditkrise sei mit dieser Woche ausgestanden, sieht sich spätestens am Donnerstagmorgen getäuscht. Täglich neue Hiobsbotschaften drückten am Mittwochabend nicht nur den Dow Jones unter die Marke von 13.000 Punkten.

Viel mehr brach mit der Offenlegung der Verluste japanischer Banken aus Immobilienkreditgeschäften in den Vereinigten Staaten an den asiatischen Märkten fast schon eine Panik aus, die den Nikkei um drei Prozent ins Minus drückte, der koreanische Kospi fiel sogar um über sieben Prozent.

Beruhigungsversuche gehen nach hinten los

Der Schritte der japanischen Geldinstitute war eigentlich von dem Bemühen geprägt, den Aktienmarkt mit der Offenlegung ihres Subprime-Engagement zu beruhigen. Offenbar wurde die Nervosität des Marktes unterschätzt. Zum einen scheine sie dem Braten nicht so recht zu trauen und gehen eher vom Schlimmsten aus, zum anderen könnte die Krise kleinere Banken gefährden und damit auch die großen belasten. Seit Monatsanfang ist der Subindex des Topix für den Bankensektor um 20 Prozent abgerutscht.

„Investoren können sich immer noch kein klares Bild der Subprime-Verluste bei japanischen Banken machen“, erläutert Yasunori Kuroda, Fondsmanager bei Sompo Japan Insurance. „Angesichts dieser Unsicherheiten erwerben sie nun Schutz.“ Entsprechend stiegen schon am Mittwoch die Preise für Kreditausfallswaps auf die Anleihen der Banken Mitsubishi UFJ und Sumitomo Mitsui um sieben Basispunkte.

Japanische Banken vergleichsweise wenig in Subprimes engagiert...

Dabei sind die bezifferten Verluste vergleichsweise gering. Mitsubishi UFJ rechnet mit Verlusten von fünf Milliarden Yen aus ihrem Engagement in besicherten Finanzprodukten wie Collateralized Debt Obligations. Die Bank habe in Finanzprodukte, die im Zusammenhang mit schwach besicherten amerikanischen Hypothekenkrediten stehen, etwa 280 Milliarden Yen investiert, teilte MUFG mit. Von diesen Subprimes seien etwa 97 Prozent mit der Bonität “AAA“ ausgestattet. Ein Sprecher der Bank sagte, die Auswirkungen auf das Ergebnis seien begrenzt.

„Der Verlust bei Mitsubishi UFJ bereitet mir keine größeren Kopfzerbrechen“, sagt Keisuke Moriyama, Analyst bei Nomura. „Er macht nur einen Bruchteil der Handelserlöse aus.“ Angesichts des konsolidierten Nettogewinns von Mitsubishi UFJ Financial im ersten Quartal 2007/08 von 151,26 Milliarden Yen sind fünf Milliarden Yen (32 Millionen Euro) nicht viel.

Nach Einschätzung von Analysten sind die japanischen Banken generell nicht so groß im Subprime-Geschäft oder in Wertpapieren, die mit den schlecht besicherten Papieren in Verbindung stehen, engagiert wie ihre europäischen Wettbewerber. Auch die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's hatten schon zu Monatsbeginn erklärt, die Auswirkungen der amerikanischen Subprime-Krise auf asiatische Banken seien „begrenzt“ und „zu verkraften“.

.. dennoch allenthalben Verluste

Auch die drittgrößte Bank Japans, Sumitomo Mitsui, räumte ein, dass ihre Bankensparte Sumitomo Mitsui Banking einen Verlust im Zusammenhang mit amerikanischen Hypothekenanleihen im ersten Quartal von „einigen Milliarden Yen“ verbuchen muss. Sumitomo Mitsui wies in dem Quartal von April bis Juni einen konsolidierten Nettogewinn von 119,69 Milliarden Yen aus.

Aus dem Verkauf von Papieren, die mit Subprime-Produkten in Verbindung stehen, sei es zu einem Liquiditätsverlust von rund 600 Millionen Yen gekommen, teilte die Mizuho Financial mit. Sumitomo Trust & Banking sprechen von einem Wertverlust von 200 Millionen Yen zum 31. Juli. Bei der Mitsui Trust Holdings heißt es, durch das Engagement in Investmentfonds, welche auch Subprime-Produkte enthalten, sei ein Verlust von 3,6 Milliarden Yen entstanden.

Die Shinsei Bank bezifferte den Verlust auf 3,4 Milliarden Yen und Aozora Bank veröffentlichte 4,48 Milliarden Yen auf der Minusseite. Resona Holding hat nach eigenen Angaben nicht in Mortgage-backed Securities investiert, die mit amerikanischen Subprimes in Verbindung stehen.

Schwache Quartalszahlen

Die Tatsache, dass japanische Bankenaktien trotz der überschaubaren Verluste dennoch so unter Druck stehen, erklärt sich vielmehr daraus, dass ihre jüngst vorgelegten Quartalszahlen schwach ausfielen.

Mitsubishi UFJ - gemessen am Anlagevermögen die größte Bank der Welt - verdiente zwischen April und Juni trotz deutlich höherer Erlöse netto 151,3 Milliarden Yen (930 Millionen Euro), nach 219,5 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum und damit knapp ein Drittel weniger als vor einem Jahr.

Bei der Mizuho Financial Group halbierte sich der Gewinn auf 116,5 Milliarden Yen (715 Millionen Euro), gegenüber 230,8 Milliarden Yen im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 23 Prozent auf 1,05 Billionen Yen, der operative Gewinn sank hingegen um 34 Prozent auf 166,7 Milliarden.

Beide Banken hielten dennoch an den zum Teil wenig ehrgeizigen Geschäftszielen für das Gesamtjahr fest: Mitsubishi UFJ rechnet mit einem Gewinnrückgang um rund neun Prozent, Mizuho peilte aber zuletzt einen Anstieg um 21 Prozent in den zwölf Monaten bis Ende März an.

Kein profitieren vom Aufschwung

Sumitomo Mitsui verzeichneten im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang. Vor allem wegen hoher Verluste aus dem Anleihen-Bestand und geringerer Erträge aus Finanzbeteiligungen brach der Gewinn um 36 Prozent auf 441,3 Milliarden Yen (2,7 Milliarden Euro) ein. Für das laufende Geschäftsjahr (bis März 2008) rechnete Sumitomo Mitsui indes seinerzeit mit einem Anstieg des Gewinns auf 540 Milliarden Yen.

Im ersten Quartal konnte das Institut die Erwartungen aber nicht ganz erfüllen und verzeichnete einen Gewinnrückgang um 0,3 Prozent, machte dafür aber Einmalkosten verantwortlich, zumal der operative Gewinn um 19,4 Prozent stieg.

Den japanischen Finanzinstituten ist es bislang nicht gelungen, vom Konjunkturaufschwung zu profitieren. Die Unternehmen haben genügend Liquiditätsreserven und nehmen kaum Kredite in Anspruch, zumal die Kosten für Ausleihungen steigen. Das Ende der jahrelangen Nullzinspolitik in Japan trug zwar erste Früchte in den Bilanzen, der scharfe Wettbewerb macht ihnen aber weiterhin zu schaffen.

Vergleichsweise hohe Bewertung

Unter diesen Umständen ist es wenig verwunderlich, dass Meldungen über neue Verluste in einem ohnehin angeschlagenen Marktumfeld zu so deutlichen Kursreaktionen führen. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Bewertungen. Für Mitsubishi UFJ beläuft sich das auf Basis der Analystenprognosen geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 14,6 für das laufende und 14,3 für das kommende Jahr. Sumitomo Mitsuis Bewertung liegt bei knapp 13 bzw. 12,5. Lediglich Mizuho ist mit 10,06 und 9,9 im Rahmen dessen bewertet, was bislang international üblich war.

Indes werden die Aktien von Investmentbanken wie der Deutschen Bank mit unter acht, Morgan Stanley mit knapp sieben und der Credit Suisse mit 9,3 bzw. 8,6. Insofern stellt die amerikanische Kreditkrise nur den letzten Tropfen dar, die das Fass für die Anleger hinsichtlich der japanischen Bankenwerte zum Überlaufen gebracht hat.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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