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Banken Nach Skandal gute Nachrichten für Bank of America-Aktie

14.10.2003 ·  Nachdem die Bank of America wegen ihrer Verwicklung in einen Fondsskandal ins Gerede gekommen war, bringt sie sich mit guten Nachrichten ins Gespräch: Sie hat mehr verdient als erwartet. Die Aktie dürfte profitieren.

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In jüngster Zeit war von der Bank of America vor allem wegen ihrer Verwicklung in einen Fondsskandal in den Vereinigten Staaten die Rede gewesen. Mitarbeiter hatten Dritten nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft illegale Käufe von Wertpapieren nach Feststellung von Tageskursen erlaubt. Die Bank hat inzwischen reagiert und eine Reihe von Beschäftigten entlassen sowie Ausgleichszahlungen für geschädigte Anleger angekündigt.

Am Dienstag bringt sie sich nun auf angenehme Weise ins Gespräch: Die Bank of America hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Dies sollte der zuletzt schon gut gelaufenen Aktie weiteren Auftrieb geben; den Montag hatte sie in New York mit einem Plus von 0,756 Prozent bei 81,74 Dollar beendet, und in Frankfurt notiert sie aktuell bei 70,56 Euro oder um 0,44 Prozent besser als gestern.

Gewinnprognosen um 13 Prozent getoppt

Gestiegene Einnahmen im Hypothekengeschäft und höheren Kundeneinlagen haben der Bank of America im dritten Quartal ein überraschend deutliches Gewinnplus von 31 Prozent beschert. Die drittgrößte amerikanische Bank gab am Dienstag einen Gewinn von 2,92 Milliarden Dollar nach 2,235 Milliarden Dollar vor einem Jahr bekannt. Das sind 31 Prozent mehr als in Vorjahr.

Je Aktie ergab sich ein Gewinnplus auf 1,92 Dollar nach 1,45 Dollar. Damit übertraf das Institut die Erwartungen von Analysten, die Umfragen von Reuters und Bloomberg im Durchschnitt mit lediglich 1,69 Dollar je Aktie gerechnet hatten. Folglich hat die Bank die Prognosen um gut 13 Prozent übertroffen.

Die Einnahmen stiegen im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 9,92 Milliarden Dollar. Die Hälfte ihres Profits erwirtschaftet die Bank durch Dienstleistungen wie Konsumentenkredite, Kontoführung und Kreditkarten. Die Nachfrage nach Krediten werde stark bleiben, aber nicht stärker werden, meint Michael Holton, Vermögensverwalter bei der T. Rowe Price Group in Baltimore laut Bloomberg. Im Investmentbanking-Geschäft, das sich um zehn Prozent verbessert hat, erwartet er dagegen Steigerungen wie bei anderen Banken, wenn die Aktienmärkte weiter gut laufen.

Die Einnahmen bei Hypotheken könnten dagegen zurückgehen, wenn Zinsen steigen und Kunden sich deshalb stärker zurückhalten sollten. Entsprechend hat sich schon die National City Corporation, die neuntgrößte Bank Amerikas, geäußert. Insofern ist fraglich, ob die Bank ihre Einnahmen weiter so stark steigern kann. Es gibt aber auch optimistischere Stimmen.

Aktie im Aufwärtstrend

Finanzielle Belastungen kommen im Zuge der Untersuchungen des Fondsskandals auf die Bank of America zu. Aus Sicht von Analyst Bob Maneri von Victory Capital Management in Cleveland stellt sich aber kein ernsthaftes Hindernis dar. „Sie hat die Einnahmen, um damit rechtzukommen“, sagte er laut Bloomberg. Mit dem Skandal sei eher ein Imageschaden verbunden als ein grober finanzieller Nachteil. Und gut ankommen dürfte bei Anlegern auch die Nachricht, daß die Rückstellungen für möglicherweise faule Kredite von 804 auf 651 Millionen Dollar gesunken ist.

Die Bank selbst hält sich noch mit einer neuen Ergebnisprognose, doch scheinen die Voraussetzungen für einen vorteilhaften Verlauf des Aktienkurses recht günstig. Der Fondsskandal scheint zumindest bis auf weiteres eingepreist. Wenn die Konjunktur in Amerika und die Beschäftigung (weiter) anziehen, dürfte die Nachfrage nach Krediten eher wachsen; entsprechendes gilt fürs Investment-Geschäft bei freundlichem Börsenumfeld. In diesem Jahr hat sich die Aktie der Bank of America um 17 Prozent verteuert. Ohne den Fondsskandal sähe sie wohl besser aus, doch seit dem Zwischentief im September hat sich das Papier wieder um gut neun Prozent berappelt.

Charttechnisch gesehen ist die Lage günstig, da die Aktie sich in einem langfristigen Aufwärtstrend und in einem kurzfristigen Aufwärtstrendkanal bewegt. Von ihrem Fünfjahreshoch bei 84.90 Dollar trennen sie nur noch zwei Widerstände, die bei 82,18 Dollar und 83,95 Dollar liegen. Sollte sie diese meistern, setzte sie weitere Kaufsignale. Günstig für diesen Titel ist auch das recht niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,1; zum Vergleich: die Citigroup ist mit 14,8 bewertet. Auch hieraus läßt sich noch Kursphantasie saugen.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie der Bank of America an der Wall Street seit fünf Jahren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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