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Freitag, 17. Februar 2012
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Banken Die Postbank-Aktie schlägt sich bisher ganz gut an der Börse

03.11.2004 ·  Seit dem Börsengang im Juni hat es die Postbank-Aktie auf ein Kursplus von zwölf Prozent gebracht. Der Titel schlägt damit den Gesamtmarkt, was jetzt auch durch ansprechende Quartalszahlen untermauert wird.

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Abgesehen von einem kleinen „Kurswackler“ im August, als die Notiz bis auf ein Tief von 27,90 Euro abrutschte, kann der Börsengang der Deutschen Postbank insgesamt durchaus als Erfolg gewertet werden. Knapp fünf Monate nach der Erstnotiz vom 23. Juni kann der Neuling jedenfalls gegenüber dem Ausgabepreis von 28,50 Euro ein Kursplus von über zwölf Prozent auf seiner Seite verbuchen. Damit hält die Aktie nicht nur das, was man sich von ihr versprechen konnte, sondern sie hat sich bisher entwickelt als der Dax oder der MDax, in dem der Titel vertreten ist.

Auch zur Wochenmitte wartet die Postbank bei einem aktuellen Stand von 31,98 Euro mit Kursgewinnen auf und wird somit nur knapp unter dem bisherigen Rekordhoch von 32,10 Euro gehandelt. Dieses Verhalten signalisiert eindeutig, daß die Marktteilnehmer mit den am Berichtstag vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal zufrieden sind. Und in der Tat hat das Institut operativ zugelegt und trotz eines gestiegenen Verwaltungsaufwands unter dem Strich mehr verdient als von Analysten erwartet.

Ansehnliche Quartalszahlen

Konkret erzielte Deutschlands größte Filialbank im Berichtszeitraum einen Gewinn nach Steuern von 104 Millionen Euro, was über den 95 Millionen des zweiten Quartals lag und auch höher war als die Analysten-Prognose von 94 Millionen Euro. Auf dieser Basis traut sich der Vorstand im Gesamtjahr nun ein Plus beim Vorsteuerergebnis von mehr als 15 Prozent auf über 570 Millionen Euro zu, was eine Spur optimistischer klingt als die Vorgabe eines Ergebnisplus von „mindestens“ 15 Prozent, von dem bisher die Rede war.

Die positive Kursreaktion auf das Zahlenwerk ist daher nachvollziehbar und auch die positiven Kommentare der Analysten dazu überraschen nicht. So sprach Philipp Hässler von Equinet Institutional Services von „guten Zahlen“. Kritik wurd vereinzelt aber an dem unverändert gebliebenen langfristigen Ziel geübt, die Eigenkapitalrendite vor Steuern bis 2006 auf 15 Prozent steigern zu wollen. Nachdem die Postgang hier in den ersten neun Monaten bereits auf einem Niveau von 13,2 Prozent operiert, bezeichnet etwa Analyst Dieter Hein von Fairesearch dieses Ziel als im europäischen Vergleich anspruchslos. Seine Empfehlung lautet deshalb: „Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, warum man von den europäischen Bankenwerten ausgerechnet die Postbank kaufen sollte - ABN Amro und die UBS sind hier viel attraktiver."

Solides Papier

Bei der Würdigung des Renditeziels sollte aber nicht vergessen werden, daß der Markt für das Retailbanking in Deutschland noch immer hart umkämpft und vor diesem Hintergrund die Leistung der Postbank durchaus Anerkennung verdient hat. Außerdem scheint nicht ausgeschlossen, daß die Vorgabe von 15 Prozent letztlich übertroffen wird. Der Vorstand scheint jedenfalls bestrebt zu sein, nur das zu Versprechen, was er auch einhalten kann, und diese Vorgehensweise paßt auch genau zu dem soliden Charakter, den sich das Institut auch an der Börse aufbauen will.

Wunderdinge sind von der Postbank-Aktie zwar nicht zu erwarten, aber wie bisher dürfte zunächst weiterhin eine solide Vorstellung an der Börse drin sein. Dafür spricht zumindest das vertretbare Kurs-Gewinn-Verhältnis von zwölf, das sich auf Basis der Ergebnisschätzungen für 2005 ergibt. Als Kursstütze erweist sich auch die mit rund vier Prozent relativ ansehnliche Dividendenrendite sowie die Übernahmegerüchte, die sich immer wieder um das Institut ranken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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