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Banken Deutschlands Banken erwarten für 2003 wenig Gutes

03.01.2003 ·  Die Deutschen Banken haben ein schwieriges Jahr vor sich. Eine Erholung der Konjunktur wäre nötig, aber die zeichnet sich kurzfristig nicht ab.

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HypoVereinsbank, Dresdner Bank und andere deutsche Kreditinstitute dürften auch in diesem Jahr zu Europas Schlusslichtern gehören. Eine baldige Trendwende hält eine Reihe der Institute für unwahrscheinlich. Ein Einstieg in diese Werte scheint mittelfristig unter dieser Hinsicht wenig reizvoll.

Die Zahl der Unternehmenspleiten steigt und die Sparmaßnahmen kommen bei rückläufigen Einnahmen kaum zum Tragen. Die Einnahmen der Banken beliefen sich im letzten Jahr auf über 156 Milliarden Euro.
„Damit sich die Lage im Kreditgeschäft und im Investmentbanking wieder entspannt, wäre eine spürbare Konjunkturerholung erforderlich", betont Bernd Fahrholz, Vorstandsvorsitzender der Dresdner Bank, die im dritten Quartal 2002 einen Verlust von 174 Millionen Euro auswies. „Diese zeichnet sich auf kurze Sicht jedoch nicht ab."

Deutsche Institute unter besonderem Druck

Deutschlands Banken stehen unter größerem Druck als ihre europäischen Wettbewerber. Zu viele bemühen sich um die Kunden, das drückt die Margen im Kreditgeschäft. Die Top-5 im Land - Deutsche Bank AG, HypoVereinsbank, Dresdner, Commerzbank und DZ Bank - kamen letztes Jahr auf eine Eigenkapitalrentabilität von durchschnittlich 1,7 Prozent. Der europaweite Schnitt liegt bei elf Prozent.

Baisse an der Börse und Wirtschaftsflaute machten 2002 zum schlechtesten Bankenjahr der Nachkriegszeit, sagen Bankenvertreter. Mit einem Plus von voraussichtlich 0,5 Prozent ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt so wenig gewachsen wie seit neun Jahren nicht mehr.

Hohe Rückstellung bleiben auch in diesem Jahr

Deutsche Bank, HVB, Dresdner und Commerzbank wiesen im dritten Quartal zusammen einen Verlust von 962 Millionen Euro aus, nachdem die Rückstellungen für notleidende Kredite 86 Prozent gestiegen waren. Für 2003 erwarten Analysten eine ähnlich hohe Risikovorsorge. „Die sind doch selbst dran schuld", urteilt Lorenzo Carcano, Fondsmanager beim Bankhaus Metzler in Frankfurt. Die deutschen Banken „sind unflexibel, bemühen sich nicht wirklich um Veränderungen und sind im europäischen Vergleich am ineffizientesten“.

Commerzbank und HVB haben letztes Jahr über die Hälfte ihrer Marktkapitalisierung verloren. Ihre Aktienkurse brachen 57 Prozent beziehungsweise 63 Prozent ein. Der Versicherer Allianz, Mehrheitseigner der Dresdner Bank, verlor 66 Prozent. Die Aktien der Deutsche Bank büßten 45 Prozent an Wert ein.
Die Zahl der Unternehmenspleiten stieg 2002 auf einen Rekord und dürfte 2003 sogar noch höher ausfallen, warnte Creditreform bereits am 4. Dezember. Den Großbanken droht ein Jahresfehlbetrag, bestätigt Stefan Best von Standard & Poor's und verweist auf die höheren Finanzierungskosten durch Bonitätsherabstufungen.

Gewinnwachstum nur über Ausgabenkürzungen

„Auch das Jahr 2003 wird ein schwieriges Jahr für die deutschen Banken", bestätigt HVB-Sprecher Thomas Pfaff. „Die HVB Group ist sich darüber im Klaren, dass von der Konjunktur und den Kapitalmärkten zunächst kein Rückenwind zu erwarten ist." Gewinnwachstum sei nur über Ausgabenkürzungen zu erreichen, lautet der Tenor.

HVB, Dresdner und Commerzbank, die den Abbau von rund 25.000 Arbeitsplätzen angekündigt haben, wollen ihren Personalstand den rückläufigen Einnahmen weiter anpassen. Rotstiftmaßnahmen haben auch die Deutsche Postbank und die WestLB für 2003 angekündigt. „Die Beschäftigtenzahlen werden weiter sinken", bestätigt Ulrich Ramm, Chefvolkswirt der Commerzbank. „Im Frühjahr wissen wir mehr." Nach Angaben der Bank stehen neben den 4.750 Arbeitsplätzen, die derzeit abgebaut werden, weitere 2.000 auf der Kippe.

Entsprechend vorsichtig sind die Gewinnprognosen für 2003. Einige Banken, darunter Commerzbank und WestLB, verweisen auf einen möglichen Militärschlag gegen den Irak und den damit verbundenen Ölpreisanstieg sowie die Steuerpläne der Bundesregierung.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken verzögern Konsolidierung

Die 700 vom Sparkassenverband vertretenen Institute erwarten keine Entlassungen. Munich Re, der größte Rückversicherer, will Überschneidungen reduzieren und so auf Neueinstellungen verzichten. Ein Stellenabbau „in größerem Umfang" sei nicht geplant. Auch DAB Bank AG, der Online-Broker von HVB, erwartet keine weiteren Kürzungen. Wie das Münchener Unternehmen erklärte, gehe es den Kunden vor allem um eine langfristig ausgelegte Finanzplanung. Der Aktienhandel sei in den Hintergrund gerückt.

Die Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft verzögert sich, weil Sparkassen und Genossenschaftsbanken, auf sie entfallen 52 Prozent der Marktanteile, gruppenübergreifende Fusionen ablehnen. In diesem Punkt werden die Manager möglicherweise umdenken müssen. „Der Konzentrationsprozess im Kreditgewerbe dürfte sich beschleunigt fortsetzen", sagt Fahrholz voraus. Er hat seine Bank 2001 für 20 Milliarden Dollar an die Allianz verkauft.

Deutsche Banke glaubt das Schlimmste hinter sich zu haben

Wie Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, im November gegenüber betonte, sei er „für 2003 wesentlich zuversichtlicher" und gehe davon aus, „dass wir aus dem Schlimmsten raus sind“.

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