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Banken Depfa-Aktie profitiert von Misere der Staatsetats

 ·  Die Depfa Bank hat im ersten Halbjahr nicht nur bessere Zahlen erreicht als vor einem Jahr, sondern auch noch die Erwartungen des Marktes übertroffen. Die Aktie des Staatsfinanzierers ist eine Perle im MDax.

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Das Geschäft der aus der alten Deutschen Pfandbriefbank hervorgegangenen Depfa Bank wirkt auf den ersten Blick langweilig. Bei der Depfa holen sich Finanzminister wie Hans Eichel das Geld, das in ihrem Haushalt nicht vorhanden ist. Doch gerade daraus können Anleger eine gehörige Portion Spannung ziehen - zumindest die Misere der Staatsfinanzen nicht nur in Deutschland anhält.

Dies zeigen die Halbjahreszahlen der Depfa: Durch die Bank weg sind sie besser ausgefallen als vor einem Jahr. Zudem hat der Vorstand die Gewinnprognose deutlich angehoben. Dies dürfte der Aktie weiteren und nachhaltigen Schub beim Weg nach oben geben. Nachdem sie vorbörslich schon um ein Prozent zugelegt hatte, steigert sie sich kurz nach Handelsbeginn um 1,4 Prozent auf 75,10 Euro.

Gewinn um 24 Prozent gesteigert

Nach Steuern hat die Depfa nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2003 einen Gewinn von 176 Millionen Euro nach 142 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum erzielt. Dies ist eine Steigerung um 24 Prozent. Damit verdiente das Institut alleine im zweiten Quartal 93 Millionen Euro und übertraf die Erwartungen der meisten Analysten, die laut Reuters und Bloomberg mit 75 bis 80 Millionen Euro gerechnet hatten.

Die übrigen Zahlen nehmen sich noch besser aus: Der erweiterte Zinsüberschuß erhöhte sich um 32 Prozent auf 175 Millionen Euro; Analysten hatten mit 167 Millionen Euro gerechnet. Der Provisionsüberschuß betrug 36 Millionen Euro nach minus drei Millionen Euro im Vorjahr. Um 169 Prozent steigerte die Bank das Handelsergebnis auf 35 Millionen Euro. Die Gesamterträge wuchsen auf 298 nach 212 Millionen Euro - ein Plus von 40,5 Prozent.

Lob von Analystenseite

Angesichts dieser Zahlen und den anhaltenden Schwierigkeiten von Staaten, ihre Haushalte über Steuern zu finanzieren, ist der Depfa-Vorstand und hat die Gewinnprognose angehoben: „Die Depfa Bank ist überzeugt, für das Gesamtjahr 2003 einen Konzerngewinn von 300 Millionen Euro zu erreichen", hieß es weiter. Bisher hatte das in Dublin ansässige Unternehmen für 2003 einen Gewinn von 250 Millionen Euro prognostiziert und die Marke von 300 Millionen Euro lediglich als „greifbar“ bezeichnet, wie Reuters erinnert.

Analysten äußerten sich positiv zu den Zahlen. „Depfa ist einer der Hauptprofiteure der hohen Verschuldung bei der öffentlichen Hand", meinte Metehan Sen von Sal. Oppenheim nach Angaben der Agentur zum Ergebnis. Mit einem Halbjahresgewinn von 176 Millionen Euro seidie Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß die Bank ihr Ziel von 300 Millionen Euro noch schlagen werde.

Aktie trotz hoher Kursgewinne niedrig bewertet

Die fundamentale Entwicklung der Bank spiegelt sich im Aktienkurs wider: Seit Februar hat sich das Papier um 130 Prozent verteuert. Durch den steilen Kursanstieg hat sich die Lage charttechnisch gesehen klar verbessert: Seit dem 1. April bewegt sich der Titel im Aufwärtstrend. Und trotz der starken Kursgewinne ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,6 weiter niedrig bewertet.

Dies alles spricht dafür, daß es bei den 130 Prozent nicht bleiben wird, sondern der Kurs weiter steigt. Charttechnisch gesehen ist der Weg bis zur Marke von 79,50 Euro frei, die gleichsam die nächste Widerstandszone bildet. Um diese hinter sich zu lassen, müßte sich die Aktie lediglich um sechs Prozent verbessern. Für eine solche Wertsteigerung hat diese Perle im MDax zuletzt nicht einmal zwei Wochen gebraucht.

Das Schaubild zeigt die Kursentwicklung der Aktie der Depfa Bank.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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