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Banken Credit-Agricole-Aktie vergleichsweise günstig

08.03.2006 ·  Frankreichs größte Privatkundenbank Credit Agricole verdoppelt den Gewinn und hat fünf Milliarden Euro für Übernahmen auf der hohen Kante. Der Chart zeigt nach oben. Auch Bewertung und Dividende sprechen für die Aktie.

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Nicht immer kommen gute Zahlen gut an. Das ist zum Beispiel bei Credit Agricole der Fall. Frankreichs größte Privatkundenbank legte am Mittwoch Geschäftszahlen vor, die einige Anleger wohl für Gewinnmitnahmen nutzten. Die Aktie lag am Nachmittag in Paris etwa 0,9 Prozent im Minus bei 30,43 Euro (Isin FR0000045072).

Trotzdem läßt sich die Performance der Bankaktie sehen: Fast 34 Prozent Plus in einem Jahr. In der vergangenen Woche markierte das Papier ein neues Rekordhoch bei 31,85 Euro.

Analystenprognosen übertroffen

Die Credit Agricole hat ihren Gewinn im vierten Quartal 2005 mehr als verdoppelt und die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Verbesserungen gab es dabei sowohl im Investmentbanking wie auch im Geschäft mit privaten Kunden. Die mittlerweile abgeschlossene Integration des übernommenen Rivalen Credit Lyonnais wirkte sich ebenfalls positiv aus.

Der Nettogewinn habe im Berichtszeitraum bei gut einer Milliarde Euro gelegen, teilte die Credit Agricole am Mittwoch in Paris mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 923 Millionen Euro gerechnet. Der operative Gewinn stieg um 61,5 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro, die Einnahmen erhöhten sich um 24 Prozent. Das Geldhaus hob die Dividende überraschend stark um 42 Prozent auf 94 Cent je Anteilsschein an. 2004 hatten hohe Belastungen aus der 20 Milliarden Euro teuren Credit-Lyonnais-Übernahme das Ergebnis noch gedrückt.

Die gesamte Branche profitiert

Credit Agricole folgt mit den guten Zahlen einer Reihe anderer Banken, die zuletzt steigende Gewinne gemeldet hatten - darunter auch die französischen Rivalen BNP Paribas und Societe Generale.

Hierzulande können zum Beispiel die Deutsche Bank und die Commerzbank auf ein gutes Jahr 2005 zurückblicken. Die Branche profitierte europaweit von der anziehenden Konjunktur, steigenden Börsenkursen und einer Welle von Fusionen und Akquisitionen, die Banken beraten und finanzieren.

Fünf Milliarden Euro für Zukäufe

Die europäische Bankenlandschaft steht aber auch selbst vor einer Phase größerer Zusammenschlüsse, nachdem sich zuletzt die italienische Bank Unicredito die Münchener HVB geangelt hatte. Die Franzosen sind dabei vor allem in Italien aktiv. BNP Paribas hat dort für die BNL ein neun Milliarden Euro schweres Angebot auf den Tisch gelegt.

Credit Agricole hatte erst vor wenigen Monaten angekündigt, in den nächsten drei Jahren fünf Milliarden Euro für Zukäufe im Ausland in der Kasse zu haben. In Italien ist das Geldhaus bereits mit 18 Prozent an der Banca Intesa beteiligt, die immer wieder als Übernahmeziel gehandelt wird. Credit-Agricole-Finanzchef Gilles de Margerie sagte, sein Haus schaue sich momentan den türkischen Bankenmarkt sehr genau an.

Bewertung und Dividende sprechen für die Aktie

Die Aktie scheint noch vernünftig bewertet: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzung für 2006 und 2007 liegt bei 10,9 bzw. 9,9. Außerdem ist die Dividendenrendite von aktuell 3,1 Prozent nicht zu verachten.

Auch der Chart spricht für die Aktie: In den vergangenen Monaten lief die Aktie fast wie am Schnürchen gezogen nach oben. Die Chancen stehen gut, daß Credit Agricole in einem freundlichen Umfeld weiter wächst - und der Kurs davon profitiert. Absicherungsstrategien können aber natürlich nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi mit Reuters
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