29.03.2004 · Die Hypo Real Estate Bank hat deutlich mehr als erwartet. Und der Vorstand kündigt ein strammes Gewinnwachstum an. Dieses braucht die Aktie aber auch, um der hohen Bewertung gerecht zu werden.
Die Aktie der Hypo Real Estate Bank hat ihren Besitzern bisher viel Freude bereitet: Seit der Erstnotiz im Oktober ist ihr Wert um fast 100 Prozent gestiegen. im vergangenen Jahr den Sprung in die Gewinnzone geschafft und zudem deutlich mehr als erwartet - trotz eines erheblich niedriger als prognostiziert ausgefallenen Zinsüberschusses und einer drastisch gestiegenen Risikovorsorge. Besser als gedacht abgeschnitten hat das Institut nach eigenen Angaben auch beim Abbau von sogenannten „Problemkrediten“, die aus der Zeit als Teil der HVB Group stammen.
Für das laufende Jahr gibt sich der Vorstand zuversichtlich: Der Vorsteuergewinn von um mindestens 31 Prozent steigen. Der Aktie dürften diese Nachrichten guttun, nachdem sie am Freitag nach leichten Verlusten mit 24,30 Euro aus dem Handel gegangen war und damit nur 70 Cent unter ihrem Rekordhoch liegt. Die charttechnische Lage spricht nicht unbedingt für weitere Kursgewinne, und die besonders im Branchenvergleich hohe Bewertung des Titels stört.
Ergebnis profitiert auch von Einmalertrag
Der Vorsteuergewinn des vergangenen Jahres hat 156 Millionen Euro betragen, wie das im vergangenen Jahr von der Großbank HVB Group abgespaltene Unternehmen teilte am Montag mitteilte. Zuletzt hatte Hypo Real Estate einen Vorsteuergewinn von rund 100 Millionen Euro prognostiziert. Analysten hatten im Durchschnitt 121 Millionen Euro erwartet. Der Überschuß wurde auf 128 Millionen Euro beziffert, 82 Millionen Euro waren von Marktteilnehmern erwartet worden. Die Ergebnisentwicklung sei durch die teilweise über Plan verlaufene Geschäftsentwicklung und durch einen Einmalertrag von 35 Millionen Euro aus dem Erwerb von Minderheitenanteilen an der früheren Westfälischen Hypothekenbank gekennzeichnet worden. Dem hätten Restrukturierungsaufwendungen für das Geschäftsfeld Hypo Real Estate Deutschland von 86 Millionen Euro gegenüber gestanden.
Der Abbau von Problemkrediten im Inlandsgeschäft kam nach Darstellung des Instituts schneller voran als erwartet. Der Darlehensbestand der Hypo Real Estate Deutschland sank bis zum Jahresende auf 74,4 Milliarden Euro von 88,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor, so Reuters. Damit sei der Zielwert von 78 Milliarden Euro unterschritten worden, der Bestand an nicht-strategischen oder problembehafteten Krediten sei schneller als geplant abgebaut worden.
Hohes Gewinnwachstum angesichts der Bewertung notwendig
Der Immobilienfinanzierer geht für das laufende Jahr von einem weiteren Ergebniszuwachs aus. Für das laufende Jahr werde ein Vorsteuergewinn zwischen 205 und 225 Millionen Euro erwartet, hieß es. Dies wäre ein Anstieg von 31 bis 44 Prozent. Ein strammes Gewinnwachstum braucht die Bank jedoch auch, um die Bewertung an der Börse zu rechtfertigen: Die Aktie der Hypo Real Estate weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,7 auf. Zum Vergleich: Die ebenfalls im MDax notierende Aareal Bank-Aktie kommt auf ein KGV von 8,05.
Charttechnisch gesehen befindet sich die Aktie in einer unauffälligen Lage. Nach dem starken Kursanstieg von 88 Prozent bis Ende Januar ist der Titel vom Aufwärtstrend in eine Seitswärtsbewegung eingeschwenkt. Seitdem bewegt er sich in der Spanne zwischen 21 und 25 Euro. Technische Kaufsignale würde er senden, falls er sein bisheriges Rekordhoch bei 25 Euro nehmen könnte. Längerfristig wird es für die Aktie wichtig sein, ob es die Bank weiter schafft, ihre Problemkredite wie bisher schneller als erwartet loszuwerden und die Ertragskraft zu verbessern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |