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Banken Aktienkurs der Deutschen Bank hält sich stabil

01.04.2008 ·  Erstmals vermeldet die Deutsche Bank per Pflichtmeldung höheren Abschreibungsbedarf als bislang angenommen. Doch die positive Stimmung an den Märkten bleibt unerschütterlich - nach anfänglichen Verlusten stabilisiert sich der Kurs.

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Bislang hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sein Institut vergleichsweise ruhig und geschickt durch die Finanzkrise steuern können. Hinter vorgehaltener Hand wunderten sich einige Kenner der Szene schon immer, dass es die Deutsche Bank so relativ unbeschadet durch die Finanzkrise kam und auch eher weniger im Zentrum der Sorgen stand.

Das klag sicher nicht zuletzt daran, dass ihr Vorstandsvorsitzender immer wieder mit allgemeinen kritischen Analysen oder politischen Forderungen ablenken konnte. Dieses mal schien es nicht ganz so gut zu gelingen.

Mehr Abschreibungen

Der Aktienkurs verlor am Dienstag vorbörslich bis zu 3,5 Prozent, nachdem das Institut erstmalig per Pflichtmitteilung vermelden musste, durch die Kreditkrise stärker belastet zu sein als bislang angekündigt.

Für das erste Quartal würden Belastungen von etwa 2,5 Milliarden Euro auf Kredite und Kreditzusagen erwartet, teilte Deutschlands größtes Bankhaus mit. Die Bedingungen hätten sich in den vergangenen Wochen weiter „erheblich“ verschlechtert. Im gesamten abgelaufenen Jahr hatte die Bank wegen der Krise gut 2,3 Milliarden Euro abgeschrieben und war damit bislang vergleichsweise glimpflich davon gekommen.

Ursache seien Kreditzusagen auf Finanzprodukte bei gewerblichen Immobilien und verbriefte amerikanische Wohnungsbaukredite. Die Bank bestätigte auch ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht. Ein Sprecher verwies lediglich auf frühere Aussagen, wonach ein Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro angepeilt werde. Im übrigen verwies man darauf, dass man in dem am 26. März veröffentlichten Geschäftsbericht 2007 bereits mitgeteilt habe, dass das Marktumfeld zu Beginn des Jahres schwierig sei.

„Nicht ganz die Wahrheit“

Bei dieser Gelegenheit hatte das Institut bereits ihr Gewinnziel für dieses Jahr in Frage gestellt. Die Finanzkrise könne sich auch auf das Privatkundengeschäft auswirken, hieß es. Daher könne ein Einbruch im Investmentbanking möglicherweise nicht durch andere Geschäftsbereiche aufgefangen werden. Gleichwohl erwarte die Deutsche Bank am Ende des ersten Quartals 2008 eine Kernkapitalquote innerhalb ihres Zielkorridors von 8 bis 9 Prozent.

Börsianer äußerten sich indes kritisch zu den Aussagen der Deutschen Bank. Ein Händler bezweifelte, dass die neuen Belastungen bei Vorlage des Geschäftsberichts noch nicht bekannt gewesen seien. „Ich glaube, dass dort - wie in der ganzen Branche - momentan nicht ganz die Wahrheit gesagt wird“, so sein Fazit.

Nichtsdestoweniger zeigten sich die Anleger davon überzeugt, dass es doch nicht so schlimm kommen werde. Nachdem der Aktienkurs 1,7 Prozent im Minus eröffnet hatte, erholte sich der Kurs rasch und pendelte sich um den Vortagesschluss ein.

Positive Stimmung

Offenbar scheint der Glaube schwer erschütterbar zu sein, dass die Kursverluste der Finanzwerte groß genug gewesen sind und im übrigen sich die Krise ihrem Ende nähere. Auch verblasst die Meldung der deutschen Bank hinter den Milliardenverlusten der UBS (Kursverfall der UBS-Aktie könnte sich dem Ende nähern) und der jüngsten Kapitalerhöhung von Lehman Brothers.

Mit rund 38 Milliarden Marktkapitalisierung ist die Deutsche Bank angesichts eines Umsatze von rund 30 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr auch nicht wirklich hoch bewertet - vorausgesetzt, dass sich die Lage nicht weiter verschlechtert und neue Ergebnisbelastungen folgen.

In den vergangenen Tagen hatte der Aktienkurs zudem seine seit bald einem Jahr anhaltende Abwärtsbewegung verlangsamen können und sich stabilisiert. Sollten keine gravierenden Belastungen folgen, könnte dies der Anfang einer Bodenbildung sein. Nichtsdestotrotz sind alle Bankenwerte immer noch mit Kursrisiken behaftet, da sich die Entwicklung der Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf einzelne Häuser sowie ferner die Rückwirkungen auf den Aktienkurs weiterhin schwer prognostizieren lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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