02.02.2006 · Die Deutsche Bank legte für das vierte Quartal und das gesamte vergangene Jahr solide Zahlen vor. Gleichzeitig ist die Aktie noch sehr vernünftig bewertet, befindet sich in einem mittelfristigen Aufwärtstrend und bietet somit noch Phantasie.
Nach einer ausgeprägten Schwächephase während der Baisse mit zum Teil massiven Kursverlusten können sich die Aktien der deutschen Banken inzwischen wieder sehen lassen. Sie profitieren einerseits von den deutlich erholten Finanzmärkten und den anhaltend tiefen Zinsen.
Beides zusammen läßt das Geschäft mit Aktien und Anleihen brummen und führt zu entsprechenden Erträgen. Gleichzeitig haben sich die Häuser in den vergangenen Jahren aber auch restukturiert und teilweise neu positioniert. So trugen zum Teil deutlich gesenkte Kosten ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität bei.
Bankwerte profitieren von Restrukturierungen und positivem Umfeld
So dürfte es kaum verwundern, daß die Aktien der Unternehmen in den vergangenen Monaten nicht schlecht gelaufen sind. Auf Sicht eines Jahres schnitten dabei die Papiere der Commerzbank mit einem Plus von knapp 79 Prozent noch deutlich besser ab als jene der Deutschen Bank mit einem Kursgewinn von knapp 40 Prozent. Allerdings zeigt auch hier der Trend seit Wochen deutlich nach oben. Mit einem Kurs von zuletzt 89,65 Euro am Mittwoch ist die Aktie nicht mehr weit von ihrem Allzeithoch im Februar des Jahres 2001 entfernt.
Die Chancen für weitere Kursgewinne dürften in einem anhaltend freundlichen Umfeld nicht schlecht sein. Denn das Unternehmen hat im Schlußquartal des Jahres 2005 wie erwartet ihren Gewinn kräftig gesteigert und im Gesamtjahr das ehrgeizige Renditeziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent sogar leicht übertroffen. Deutschlands größtes Geldhaus, das mit seinen Geschäftszahlen die Erwartungen von Analysten fast punktgenau traf, will nun seine Ertragskraft auf dem hohen Niveau halten.
„Unser Ziel ist es, über den Konjunkturzyklus eine Vorsteuer-Eigenkapitalrendite auf dem erreichten Niveau zu erwirtschaften und eine zweistellige Wachstumsrate beim Ergebnis je Aktie zu erzielen“, erklärte Bankchef Josef Ackermann am Donnerstag in Frankfurt. Das Institut habe im vergangenen Jahr erheblich in Wachstum investiert und werde dies auch weiterhin tun.
Von Oktober bis Dezember seien unter dem Strich 741 Millionen Euro verdient worden, teilte die Deutsche Bank mit. Ein Jahr zuvor waren wegen hoher Restrukturierungslasten lediglich 195 Millionen Euro verbucht worden, im Vorquartal 991 Millionen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 740 Millionen Euro gerechnet. Der Vorsteuergewinn legte im Quartal auf 1,3 Milliarden Euro zu und vervierfachte sich damit in etwa. Allerdings spielten positive Basiseffekte eine Rolle. Auch in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres beeinflußten Sondereffekte das Ergebnis. So fielen 327 Millionen Euro an Restrukturierungkosten an. Darüber hinaus bildete die Bank Rückstellungen von 203 Millionen Euro für die mögliche Entschädigung von Zeichnern des mittlerweile geschlossenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest.
Aktie noch günstig bewertet
Im Gesamtjahr 2005 steigerte die Deutsche Bank den Überschuß im Vergleich mit dem Vorjahr um 53,8 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Die um Sondereffekte bereinigte Eigenkapitalrendite bezifferte das Institut auf 26 Prozent vor Steuern.
Im vierten Quartal steigerte die Deutsche Bank die Erträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuß legte um 48 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro zu, während das Handelsergebnis mit 1,38 Milliarden Euro um sechs Prozent sank. Das Provisionsergebnis kletterte auf 2,75 Milliarden Euro.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von elf und 10,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr und einer Dividendenrendite von 2,8 Prozent auf Basis der jüngsten Ausschüttung ist die Aktie der Deutschen Bank immer noch vergleichsweise günstig bewertet - zumindest günstiger als die Commerzbank - und dürfte zusammen mit dem mittelfristigen Aufwärtstrend in einem anhaltend positiven wirtschaftlichen Umfeld weiteres Kurspotential bieten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |