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Bankaktien Ein Wechselbad der Gefühle

15.04.2009 ·  Die von Goldman Sachs ausgelöste Aufbruchstimmung hielt nicht lange an. Der Dämpfer folgte am Mittwoch mit desaströsen Zahlen der UBS. Nun mehren sich die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Kurserholung.

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Die Banken bereiten den Anlegern derzeit ein Wechselbad der Gefühle: Am Mittwoch überraschte die Schweizer Großbank UBS mit einem Quartalsverlust von 2 Milliarden Schweizer Franken (1,3 Milliarden Euro) und dem Abbau von 8700 Stellen. Dies setzte die Bankenaktien unter Druck, nachdem einen Tag zuvor die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs mit einem Quartalsgewinn von 1,8 Milliarden Dollar noch für Aufbruchstimmung gesorgt hatte. Die Aktien der UBS verloren bis zum Handelsschluss knapp 6,9 Prozent.

In Frankfurt verzeichneten die Titel von Deutscher Bank und Commerzbank aufgrund der schlechten Nachrichten aus Zürich zunächst ebenfalls deutliche Kursverluste. Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie verlor in der Spitze 5 Prozent, das Commerzbank-Papier lag 7 Prozent im Minus. Im weiteren Verlauf machten die beiden Aktien aber wieder Boden gut. Insgesamt konnte sich der deutsche Aktienmarkt behaupten: Der Dax büßte knapp 0,2 Prozent auf 4550 Punkte ein.

Deutliche Verbesserung erwartet

In den kommenden Tagen müssen sich die Investoren auf volatile Kursausschläge der Bankentitel gefasst machen. Nachdem Goldman Sachs bereits am Dienstag den Ergebnisreigen amerikanischer Banken eingeläutet hatte, folgt an diesem Donnerstag JP Morgan Chase. Hier rechnen die Analysten mit einem Gewinn von 0,39 Dollar je Aktie. Am Freitag legt die Citigroup ihre Zahlen vor. Hier erwartet der Markt einen Verlust von 0,19 Dollar je Titel.

Die deutliche Erholung der Bankentitel hatte Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit am 9. März eingeleitet, als er den Mitarbeitern von einer profitablen Entwicklung in den ersten beiden Monaten des Jahres berichtet hatte. Allerdings hat Pandit selbst für Zweifel gesorgt, dass die Citigroup das erste Quartal positiv abschließen wird. Denn in der Zwischenzeit forderte er die Mitarbeiter dazu auf, die Rückkehr in die Profitabilität zu beschleunigen.

Dies interpretieren Analysten als Indiz dafür, dass in den ersten drei Monaten abermals ein Fehlbetrag angefallen sein dürfte. Gleichwohl erwarten sie eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als der Verlust fünfmal so hoch war.

Altlasten blockieren die Gesundung der Branche

Die vor kurzem verabschiedeten Lockerungen der Bilanzregeln in den Vereinigten Staaten erschweren die Interpretation der Zahlen amerikanischer Banken. Denn diese müssen bestimmte Wertpapiere, für die es aufgrund des zum Erliegen gekommenen Handels keine regulären Marktpreise mehr gibt, nicht zum Zeitwert ansetzen. Stattdessen können die Banken auf Bewertungsmodelle zurückgreifen, wodurch sie schmerzhafte Wertberichtigungen vermeiden. Wie stark die Ergebnisse im zurückliegenden Quartal davon profitieren werden, ist aber noch unklar. Die Spanne reicht von null bis zu einem Plus von 10 Prozent.

Die in Deutschland wieder aufgeflammte Diskussion um eine „Bad Bank“, auf welche die Banken ihre toxischen Wertpapiere übertragen können, verdeutlicht, wie sehr die Altlasten die Gesundung der Branche noch blockieren. Schließlich nähren die Belastungen der Rezession mit weniger Erträgen und steigenden Kreditvorsorgen Zweifel an einer nachhaltigen Erholung der Banken. Und aus den Vereinigten Staaten droht neues Verlustpotential mit der sich zuspitzenden Situation bei den Anleiheversicherern.

Moody's auf Ramschstatus

Diese haben mit ihren Garantien Anleiheemittenten - überwiegend amerikanischen Kommunen - zu einem höheren Rating und damit günstigeren Zinskonditionen verholfen. Die wegen ihrer ausschließlichen Konzentration auf das Finanzgarantiegeschäft auch „Monoliner“ genannten Anleiheversicherer haben sich aber mit den Garantien für Kreditverbriefungen in die Bredouille gebracht und müssen seit eineinhalb Jahre hohe Wertberichtigungen vornehmen. Dadurch haben die größten Monoliner wie Ambac oder MBIA schon längst die höchste Bonitätsnote verloren, wodurch sie nicht mehr in der Lage sind, die Emissionen Dritter zu garantieren.

Nun droht die an sich schon prekäre Situation zu eskalieren: Die Ratingagentur Moody's hat das Rating von Ambac nun um fünf Stufen auf „Ba3“ gesenkt. Damit befindet sich die Bonität des Anleiheversicherers auf Ramschstatus. Dies belastet auch Banken, weil die Ratings der von Ambac versicherten Anleihen ebenfalls herabgestuft werden. Dies führt zu neuen Wertberichtigungen, wenn sich diese Wertpapiere in der Bilanz befinden.

Wie aus einer Studie der Royal Bank of Scotland (RBS) hervorgeht, können den europäischen Banken aufgrund der Monoliner-Krise im ersten Quartal Wertberichtigungen von 38 Milliarden Euro drohen. Das Monoliner-Risiko der Deutschen Bank beziffern die RBS-Analysten auf knapp 7 Milliarden Euro. Die britische Barclays kommt der Studie zufolge sogar auf knapp 9 Milliarden Euro.

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