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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Bankaktien aus Deutschland Stimmung bleibt düster

 ·  Die Deutsche Bank und die Commerzbank reagieren auf sinkende Gewinne, indem sie Risiken und Kosten verringern. Für den Kauf deutscher Bankaktien ist es dennoch zu früh.

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© AFP Der Preis einer Commerzbank Aktie liegt momentan bei 1,28 Euro

Für einen Einstieg in deutsche Bankaktien ist es noch zu früh. Dies legt zumindest ein Blick auf Analystenurteile und Kursziele nahe, die jetzt veröffentlicht werden. Nachdem Deutsche Bank und Commerzbank nach einem schwachen ersten Halbjahr ihre Geschäfte weiter verkleinern wollen, kann sich keine Mehrheit unter den üblicherweise zu optimistischen Aktienanalysten zu einer Kaufempfehlung durchringen. Auch Vermögensverwalter bleiben bei ihrer Einschätzung: „Wir fassen Bankaktien seit Jahren nicht einmal mit der Kneifzange an, und daran wird sich auch so bald nichts ändern“, sagt Herwig Weise von Mack & Weise in Hamburg.

Seitdem vor fünf Jahren mit der Schieflage der IKB die Finanz- und Bankenkrise ausgebrochen ist, sind Bankaktien, von wenigen Erholungsphasen abgesehen, große Verlustbringer. Der Aktienkurs von der Commerzbank hat seither 95 Prozent verloren, von der Deutschen Bank 73 Prozent. Der F.A.Z.-Aktienindex der 100 größten deutschen Aktiengesellschaften hat „nur“ 31 Prozent verloren.

Seit Anfang dieses Jahres hat dieser Dividendenzahlungen nicht berücksichtigende Aktienindex um 5,5 Prozent zugelegt, während die Bankaktien weiter verloren haben. In diesem Jahr schnitt die Aktie der Deutschen Bank mit einem Kursverlust von 20 Prozent sogar schlechter ab als die der Commerzbank mit minus 2 Prozent.

Bankaktien aus Deutschland weiterhin meiden

Behalten Bankanalysten recht, sollten Anleger weiterhin einen Bogen um deutsche Bankaktien machen. 20 Analysten, die auf das am Dienstag bekanntgegebene Kostensenkungsziel der Deutschen Bank von 2,5 Milliarden Euro (ohne Postbank) reagierten, schrieben nach Angaben von Bloomberg nur sechs „kaufen“ auf ihre Beurteilung der Aktie. Die Kursziele für die am Mittwoch mit rund 25 Euro gehandelte Deutsche-Bank-Aktie reichen von 24 (Nord LB) bis 42,70 Euro (Goldman Sachs).

Ähnlich ist das Stimmungsbild zur Commerzbank. Die Commerzbank gab am Dienstag einen Vorsteuergewinn im zweiten Quartal bekannt, der über den (niedrigen) Erwartungen gelegen hätte, wenn die Commerzbank nicht die ukrainische Bank Forum mit Verlust verkauft hätte. Zehn Analysten reagierten auf diese Nachricht mit Kurszielen zwischen 1,35 (Nord LB) und 1,90 (DZ Bank). Vier davon empfehlen die derzeit 1,28 Euro kostende Commerzbank-Aktie zum Kauf.

Viele Analysten sehen beide Banken auf dem richtigen Weg, halten aber ihre Ziele wie Risikoabbau, Kapitalstärkung und Fokussierung des Geschäftsmodells für noch nicht weit genug umgesetzt. Tatsächlich litt das Geschäftsergebnis der Deutschen Bank auch darunter, dass der Verkauf großer Teile der Vermögensverwaltungssparte an Guggenheim gescheitert ist.

In dem Geschäftsbereich ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 85 Prozent zurück, sogar stärker als im Investmentbanking mit 63 Prozent. Die Commerzbank dagegen setzte beim Verkauf ihrer ukrainischen Bank Forum auf Transaktionssicherheit und wählte den bisher vor allem im Bergbau, Metall- und Schiffsgeschäft aktiven großen ukrainischen Mischkonzern Smart Holding als Käufer. Für die Aussicht, dass dieser über beste Kontakte verfügende Investor die Zustimmung der ukrainischen Bankenaufsicht erhalten dürfte, gab die Commerzbank dem Vernehmen nach beim Verkaufspreis nach.

Dieses Beispiel zeigt, dass der Abbau von Risiken nicht einfach und nicht selten mit Verlusten einhergeht. Die Deutsche Bank hat sich vorgenommen, wegen der niedrigen Aktivität von Investmentbanking-Kunden die mit Risikogewichten bewerteten Vermögenswerte (RWA) im zweiten Halbjahr noch stärker als bisher geplant um mehr als 10 Prozent zu verringern. So will die Deutsche Bank zum Ende des ersten Quartals 2013 unter Berücksichtigung der erst 2019 voll geltenden Eigenkapitalregeln Basel III eine Quote von risikogewichteten Vermögenswerten zu Kernkapital von mehr als 8 Prozent aufweisen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine Kapitalerhöhung nur das letzte Mittel, so der neue Co-Vorstandsvorsitzende Anshu Jain. Deutsche Analysten zeigten sich beruhigt. Für Andreas Pläsier zum Beispiel von M.M. Warburg macht eine Kapitalerhöhung erst Sinn, wenn der Aktienkurs der Deutschen Bank auf mindestens 41 Euro, 0,7 Prozent des Buchwertes, gestiegen ist. Analysten von JP Morgan dagegen, die seit Jahren monieren, die Deutsche Bank habe im Vergleich etwa zu den Schweizer Konkurrenten UBS und Credit Suisse eine schwache Kapitalbasis, werteten die Aussagen Jains insofern positiv, als er eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausgeschlossen habe.

Drängender aber scheint das Kostenproblem. Im zweiten Quartal 2012 musste die Deutsche Bank 79,3 (Vorjahresquartal: 70,4) Euro aufwenden, um 100 Euro Ertrag zu erzielen. Die Gesamtkosten, die von JP Morgan für das Gesamtjahr auf 27 Milliarden Euro taxiert werden, sollen daher um 3 Milliarden Euro verringert werden, auch durch einen Personalabbau um 1.900 Stellen. „Bei dieser sehr hohen Kosten-Ertrags-Quote ist das bitter notwendig“, urteilt Guido Zimmermann, der für die LBBW die Anleihen der Deutschen Bank bewertet.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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