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Autozulieferer Michelin-Aktie rüstet sich für Ausbruch aus Abwärtstrend

24.02.2004 ·  Michelin hat 2003 zwar ein schlechteres Ergebnis erzielt als im Vorjahr - aber deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Trotz der Kurserholung ist die Aktie niedrig bewertet und dürfte vom Gewinnausblick gestützt werden.

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Reifenhersteller warteten in der jüngsten Zeit mit hervorragenden Nachrichten auf. Bridgestone konnte seinen Jahresgewinn verdoppeln, während Continental ein Rekordergebnis präsentierte. Mit ihren beiden Mitbewerbern kann die Cie Generale des Etablissements Michelin SCA zwar nicht mithalten. Denn das in Deutschland kurz unter dem Markennamen Michelin bekannte französische Unternehmen hat 2003 weniger verdient als im Jahr davor. Doch der Reifenhersteller konnte gleichwohl die Erwartungen des Marktes schlagen - und zwar deutlich.

Diese Nachricht sollte sich als Stütze der Aktie erweisen. Eher nachteilig dürfte sich hingegen die Aussage auswirken, daß der starke Euro sowie die gestiegenen Preise für Öl und Kautschuk das Geschäft belasteten. Die Gewinnmarge soll aber gemessen am operativen Ergebnis signifikant steigen. Unter dem Strich hat die Aktie mithin gute Chencen, über die am Montag in Paris erreichte Marke von 32,60 Euro zu klettern, zumal sie günstig bewertet ist.

Mehr als doppelt soviel verdient wie erwartet

Michelin hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 15,37 Milliarden Euro nach 15,65 Milliarden Euro in den zwölf Monaten zuvor erreicht - und damit die durchschnittliche Analystenprognose punktgenau getroffen. In dem Rückgang spiegelt sich die Dollarschwäche wider, die das Unternehmen besonders trifft: 40 Prozent ihres Umsatzes machen die Franzosen in den Vereinigten Staaten.

Im Alltagsgeschäft hat der Konzern 1,14 Milliarden Euro verdient nach 1,23 Milliarden Euro im Jahr 2002. Erwartet worden waren 1,06 Milliarden Euro. Daraus errechnet sich eine operative Gewinnmarge von 7,4 Prozent nach 7,8 Prozent. Am deutlichsten wird am Nettogewinn offenbar, wie sehr Michelin die Prognosen von Analysten getoppt hat: Statt wie vorhergesagt bei 145,54 Millionen Euro hat Michelin 318 Millionen Euro verdient, nach 581 Millionen Euro im Vorjahr. Dem Konzern sind dabei niedrigere Pensionslasten und geringer als geplant ausgefallene Kosten für Gesundheitsvorsorge zugunsten von Mitarbeitern zugute gekommen.

Aktie nicht teuer - Wichtigen Widerstand genommen

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr gibt sich Michelin zurückhaltend. An den Märkten seien keine großen Veränderungen zu erwarten, schreibt der Reifenhersteller in einem Ausblick für 2004. In diesem Jahr müsse weiter mit Belastungen wegen hoher Rohstoffpreise und der Befestigung des Euro gegenüber dem Dollar gerechnet werden. Gleichwohl will Michelin die operative Marge um gut 30 Prozent steigern - während Bridgestone einen Gewinnrückgang erwartet. Und im Alltagsgeschäft mehr zu verdienen, ist schließlich wesentlich für ein Unternehmen. Mithin dürften Anleger diese Kunde erfreut aufnehmen.

Und dies sollte der Aktie nützen, die mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,3 nicht teuer ist, wenngleich das mit einem ähnlichen KGV aufwartende Papier von Continental wegen der besseren Gewinnentwicklung des deutschen Mitbewerbers günstiger erscheint. Charttechnisch sieht es für Michelin nicht schlecht aus. Mit einem Kursanstieg von knapp 44 Prozent binnen Jahresfrist ist dieser Titel nicht nur besser gelaufen als der französische Gesamtmarkt, sondern hat hat sich auch aus dem mittelfristigen Abwärtstrend befreit und in der vergangenen Woche eine Widerstandszone überfahren und starke Kaufsignale gesendet. Nun ist der Weg technisch gesehen frei bis zur Marke von 41 Euro frei.

Ein Sprung über diese Hürde wäre ein weiteres Kaufsignal und gäbe der Aktie neue Kraft, um 42 Euro in Angriff zu nehmen. Wenn er auch diese überwinden könnte, wäre dies ein Meilenstein - denn in diesem Fall wäre der Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend gelungen.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Michelin-Aktie in Paris.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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