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Autozulieferer Aktie von Leoni vernünftig bewertet

 ·  Die Aktie des Automobilzulieferers Leoni zeigt zwar kurzfristig Konsolidierungstendenzen. Der mittelfristige Chart zeigt aber weiterhin nach oben und das Papier ist vernünftig bewertet. Gleichzeitig gibt sich das Management optimistisch.

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Der Blick auf die internationale Automobilindustrie bietet ein dreigeteiltes Bild. Befinden sich die amerikanischen Unternehmen aufgrund falscher Produkte und von Mißmanagement in der Krise, so scheinen die asiatischen Hersteller mehrheitlich zu boomen. Allen vor Hersteller wie Toyota in Japan oder Hyundai in Südkorea. Die europäischen Massenhersteller befinden sich irgendwo dazwischen, befinden sich jedoch in der Defensive.

Sie befinden sich in der bekannten Zwickmühle aus Überkapazitäten, dem harten internationalen Kostenwettbewerb und den selbstverschuldeten Problemen. Sie bestehen vor allem in einer falschen Modellpolitik und viel zu hohen Kosten, die unter anderem aus überhöhten Löhnen und Lohnnebenkosten resultieren.

Gute Performance - vernünftige Bewertung

Auf dieser Basis scheint sich zunächst die Vermutung aufzudrängen, daß auch die Lage bei Automobilzulieferern kritisch sein müßte. Blickt man allerdings auf die Kursentwicklung der Aktie des Kabelherstellers Leoni in den vergangenen Jahren, so scheint gerade das Gegenteil der Fall zu sein. Denn die Aktie des Unternehmens befindet sich in einem mittelfristigen Aufwärtstrend und hat ausgehend von einem Zwischentief bei sechs Euro im September des Jahres 2001 inzwischen knapp 342 Prozent zugelegt auf zuletzt 26,7 Euro. Sie liegt damit nur knapp unter dem noch vor wenigen Wochen erreichten Allzeithoch.

Das Papier zeigt kurzfristig zwar gewisse Konsolidierungstendenzen, aber der Trend zeigt nach wie vor nach oben. Er wird auch durch die Bewertung unterstützt. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15 und 11,2 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie zumindest optisch noch günstig. Fragt sich nur, ob das Unternehmen die positive operative Entwicklung fortsetzen kann.

Immerhin konnte es in den vergangenen Monaten den Umsatz deutlich steigern und auch die Gewinnentwicklung zeigt im Trend nach oben und hat zumindest kurzfristig deutlich angezogen. Die Voraussetzungen scheinen jedoch nicht schlecht zu sein. Denn das Unternehmen rechnet mit weiterem Wachstum und weiter steigenden Gewinnen. Dazu sollen unter anderem Akquisitionen beitragen. Experten gehen davon aus, daß das Unternehmen unter anderem von der Insolvenz des amerikanischen Konkurrenten Delphi profitieren kann.

Positives Bild - Absicherung trotzdem nicht vergessen

Für das kommende Jahr prognostiziert es einen Umsatzzuwachs um 200 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro. Jeweils sie Hälfte davon soll aus organischem Wachstum und aus Zukäufen kommen, sagte Unternehmensvorstand Klaus Probst in einem Interview mit der Börsenzeitung. Verstärken will sich das Unternehmen unter anderem im Kernbereich, aber auch bei so genannten „Onboard-Netzwerken“. Bei einer Umsatzrendite von sieben Prozent wird ein operativer Gewinn von etwa 119 Millionen Euro erwartet.

Insgesamt dürfte die Aktie aufgrund des Chartbilds und auch der Bewertung in einem anhaltend positiven Marktumfeld weiteres Kurspotential bieten. Voraussetzung ist jedoch, daß sich die amerikanische Konjunktur nach den Zinserhöhungen in den vergangenen Monaten nicht deutlicher abschwächt. Sollte dort die Konsumnachfrage nachlassen, dürfte sich eine entsprechend negative Spirale durch die Weltwirtschaft ziehen. Aus diesem Grund sind Absicherungsstrategien wohl immer empfehlenswert.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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