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Samstag, 18. Februar 2012
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Automobilzulieferer Continental-Aktie dürfte auch 2006 gut spuren

23.12.2005 ·  Continental ist zuletzt mit der Ankündigung aufgefallen, ein profitables Werk in Hannover schließen zu wollen. Als Weihnachtsgeschenk für Anleger gibt es die Bestätigung, einen neuen Rekordgewinn zu erzielen und mehr Dividende zu zahlen.

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Auch im zu Ende gehenden Jahr ist die Aktie von Continental dem Dax deutlich vorausgefahren und einer der besten Titel im deutschen Leitindex gewesen. Der Kursgewinn von annähernd 60 Prozent spricht für sich. Er reicht für Continental zum dritten Platz hinter der Deutschen Börse und der Commerzbank. Zum Vergleich: Der Dax kann bisher ein Plus von knapp 27 Prozent verbuchen.

Und dabei dürfte es für Continental kaum bleiben. Kurz vor Weihnachten bestätigt Konzernchef Wennemer frühere Aussagen, nach denen das Unternehmen sein Ergebnis weiter verbessern werde. Der Autozulieferer steuert Vorstandschef Manfred Wennemer zufolge mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (Ebita) von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro auf sein viertes Rekordjahr in Folge zu. Zudem verfügt der Konzern nach eigenen Angaben über einige Milliarden Euro für Zukäufe.

Die Aktie vollführt allerdings angesichts dieser Aussagen keine Sprünge, vielmehr liegt sie im Vergleich zum Dax mit einem Anschlag von 0,4 Prozent auf 73,60 Euro knapp unter Wasser. Denn den von Wennemer genannten Ergebniskorridor haben Analysten schon erwartet: Das Bankhaus Merck Finck & Co. geht von 1,488 Milliarden Euro aus, Independent Research von 1,58 Milliarden Euro und die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) von 1,315 Milliarden Euro. Trotz der relativen Tagesschwäche hat die Notiz gute Chancen, im Sinne der Aktionäre weiter zu spuren. Analysten sehen weiter steigende Gewinne und meinen unter dem Strich, die Aktie sei noch zu billig.

„Winterreifengeschäft sehr gut“

„Die gute Entwicklung der ersten drei Quartale setzt sich im vierten Quartal auch dank des sehr guten Winterreifen-Geschäfts fort, daher werden wir das hervorragende Ergebnis des letzten Quartals 2004 wohl noch übertreffen“, sagte Wennemer der „Süddeutschen Zeitung“. Er bekräftigte zugleich das Ziel, den Continental-Aktionären wegen der guten Ergebnisse eine höhere Dividende zu zahlen.

Das Ergebnis des Reifenherstellers wird von hohen Kosten für Rohmaterial belastet. In diesem Jahr habe der Konzern 180 bis 200 Millionen Euro mehr für Rohstoffe wie Kautschuk, Stahl und Öl aufwenden müssen, bekräftigte Wennemer. Die gestiegenen Kosten habe der Konzern im ablaufenden Jahr größtenteils an seine Kunden weitergeben können. Anfang Januar solle in Nordamerika eine weitere Preiserhöhung für Reifen um acht Prozent folgen, kündigte der Conti-Chef an.

Deutsche Autoflotte so alt wie noch nie seit 1981

Auch in Europa könnte Continental mit Reifen im nächsten Jahr bessere Preise oder zumindest eine leicht höhere Marge erzielen. Nämlich dann, wenn die Rohstoffpreise nicht weiter anziehen und auch und gerade in Deutschland viele Gebraucht- und in Neuwagen getauscht werden. Denn nicht nur aufgrund der 2007 steigenden Mehrwertsteuer könnten sich Autobesitzer in den nächsten Monaten bemüßigt fühlen, ein Auto zu kaufen. Das durchschnittliche Alter der Autoflotte hierzulande ist in diesem Jahr nach Recherchen der Fondsgesellschaft Cominvest auf knapp acht Jahre gestiegen und mithin so alt wie noch nie in den jüngsten 25 Jahren, da die Zahl der Neuzulassungen weit unter den in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre liegt. Sollte die Rechnung aufgehen, dürfte auch der mögliche Preisdruck seitens der Autohersteller ausbleiben oder nicht so stark ausfallen.

Analysten sind unter dem Strich jedenfalls „bullish“ für Continental gestimmt. Eine Ausnahme stellt die NordLB dar, die Auseinandersetzungen mit der Chemiegewerkschaft und Mitarbeitern wegen der angekündigten Schließung des profitablen Reifenwerks in Hannover anführt, dessen Produktion laut Konzern die kleinste und teuerste bei Continental ist. Der Zwist könnte zu Millionenschäden und einem Glaubwürdigkeitsproblem führen, da Continental erst in diesem Jahr eine Vereinbarung zur Standortsicherung geschlossen hatte. Zudem lasse das Nordamerika-Geschäft noch zu wünschen übrig. Deshalb hat die NordLB das Kursziel von 75 auf 65 Euro gesenkt.

Aktie weiter moderat bewertet

Den Markt hat dieses Votum aber nicht beeinflußt: Die Aktie bewegt sich deutlich über diesem Kursziel, und wenn der Trend nicht bricht, dürfte sie die von anderen Analysten genannten Marken anpeilen. So sieht Merck Finck & Co. den fairen Wert bei 74 Euro, während die Citigroup mit „buy“ votiert und 75 Euro als Kursziel nennt und Independent Research 77 Euro vorgibt. Besonders optimistisch äußern sich Credit Suisse First Boston und Lehman Brothers, aus deren Sicht die Aktie 90 Euro wert ist.

Um weiter zu steigen, muß die Notiz aus technischer Sicht die Jahresbestmarke bei 74,53 Euro, die sich gemessen an der jüngsten Kursentwicklung als hartnäckigerer Widerstand zu entpuppen scheint. Die Bewertung dürfte die Aktie kaum am Steigen hindern. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 11,5 für dieses Jahr und 11,1 für 2006 ist der Titel zwar teurer als Konkurrent Michelin, dieser dürfte anders als Continental in diesem Jahr jedoch weniger Gewinn machen als 2004. Zudem ist der deutsche Reifenhersteller nach wie vor günstiger als der Dax.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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