31.01.2007 · Schwächer als erwartet waren die Zahlen, die Honda für das dritte Quartal vorlegte. Auch wenn dies den Kurs momentan drückt - solange der Yen weiter schwach bleibt, dürfte der Autobauer davon weiter profitieren können.
Am amerikanischen Automarkt ändert sich derzeit nicht viel. Die angeschlagenen einheimischen Autobauer verkaufen immer weniger, wohingegen die japanischen Konzerne ihre Verkaufszahlen stetig erhöhen können, allen voran Toyota und Honda.
So wird erwartet, dass General Motors und Ford im Januar erneut weniger Autos verkauft haben, weil sie das margenschwache Geschäft mit Autovermietern reduziert haben. Dagegen soll der Absatz von Toyota um 14 und der von Honda um fünf Prozent gestiegen sein. Im vergangenen Jahr stieg Hondas Marktanteil um 0,5 Prozentpunkte auf 9,1 Prozent, während der von GM um 1,6 Prozentpunkte auf 24,6 Prozent und der von Ford um 1,1 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent zurückging.
Prognosen verfehlt
Indes läuft nicht alles rund. So sanken im abgelaufenen dritten Quartal des am 31. März endenden Geschäftsjahres die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten von Japans zweitgrößtem Autobauer, allerdings aufgrund des großen Erfolgs. Honda konnte nach Unternehmensangaben dort die Nachfrage vor allem nach seinen Civic-Modellen schlichtweg nicht befriedigen.
Nichtsdestoweniger fiel das dritte Quartal nicht unbedingt positiv aus. Dank eines starken Europageschäfts hat das Unternehmen zwar 8,8 Prozent mehr verdient, die Erwartungen der Analysten aber verfehlt.
Der Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende Dezember kletterte auf knapp 145 Milliarden Yen (etwa 921 Millionen Euro), wie Honda am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit fast 154 Milliarden Yen gerechnet. Auch der um 5,2 Prozent gestiegene Betriebsgewinn von 205 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) fiel niedriger als die Schätzungen der Marktexperten aus. Der Umsatz legte im dritten Quartal um zwölf Prozent zu auf 2,77 Billionen Yen (17,6 Milliarden Euro).
Prognosen erhöht
Für das Gesamtjahr erhöhte Honda indes seine Nettogewinnprognose auf 560 Milliarden Yen (3,56 Milliarden Euro) von zuvor 555 Milliarden. Analysten rechneten bisher allerdings mit 567 Milliarden Yen. Im vergangenen Jahr betrug der Reingewinn noch 591 Milliarden Yen. Die Prognose für den Betriebsgewinn beließ Honda bei 820 Milliarden Yen.
Honda profitierte von der starken Nachfrage nach seinen Autos in Europa, vor allem aber von einem schwachen Yen. Honda ist äußerst exportabhängig. 70 Prozent des Gewinnes werden in den Vereinigten Staaten gemacht. Gegenüber dem Dollar gab der Yen im Berichtsquartal um fünf Prozent und gegenüber dem Euro um 8,2 Prozent nach.
Der Betriebsgewinn des Konzerns steigt mit jedem Yen, den die japanische Währung gegenüber dem Dollar nachgibt, um 11,5 Milliarden Yen (70 Millionen Euro), sagt Koji Endo, Analyst der Credit Suisse. Hondas Absatz soll in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr um drei Prozent steigen, vor allem dank der Einführung einer neuen Accord-Limousine. Auch eine neue Version des Kompaktmodells Fit soll in diesem Jahr auf den Markt kommen.
Deutliche Schwächen in Asien
Jenseits der Wechselkurse sieht die Bilanz des Autobauers nicht ganz so positiv aus, so etwa beim Abschneiden der indischen Beteiligung Hero Honda und der pakistanischen Tochter Honda Atlas. Honda Atlas rutschte in die roten Zahlen, nachdem der Absatz der Modelle Civic und City fiel, da die Modelle bei den Kunden nicht ankamen, so Saqib Sajjad, Analyst bei Invisor Securities in Karatschi.
Der Motorradbauer Hero Honda verzeichnete ein Gewinnminus von 20 Prozent aufgrund gestiegener Rohstoffkosten und erhöhter Rabatte und blieb damit unter den Analystenprognosen. Die Rentabilität in Japan leidet zudem, weil der Absatz größerer Modelle wie dem Airwave und dem Stepwagon zurückgeht, da in Japan derzeit vor allem Kleinwagen gefragt sind.
Dagegen konnte Honda gegenüber der koreanischen Hyundai deutliche Vorteile verzeichnen. Denn während die Japaner beim Export vom schwachen Yen profitieren, leidet die koreanische Konkurrenz unter dem stärkeren Won, der die Umsätze mit dem Sonata belastete und die Gewinne aus den Verkäufen des Modells aufzehrte, wei das Unternehmen vor zwei Wochen bekannt gab.
Politik wendet sich gegen Yen-Abwertung...
Indes sind auch die Wechselkurseffekte nicht nur positiv. So verfehlte Honda in den vergangenen zwei Jahren in vier Quartalen die Analystenprognosen, weil das Unternehmen Verluste aus dem Derivategeschäft zur Wechselkursabsicherung verzeichnete.
Hondas Geschäft hängt viel zu stark von der Wechselkurspolitik ab. Daher kann nicht verwundern, wenn die Aktie immer dann unter Druck gerät, wenn sich an dieser Front Veränderungen abzeichnen. So gerieten Exportwerte in Tokio, darunter auch Honda am Mittwoch unter Druck, nachdem sich die Euro-Finanzminister kritisch zur Wechselkursentwicklung geäußert hatten.
„Der Aufschwung in Japan muss sich auch im Wechselkurs zum Yen widerspiegeln“, sagte der Vorsitzende der Finanzminister des Euro-Gebietes, der luxemburgische Premier- und Finanzminister Jean-Claude Juncker. Frankreichs Finanzminister Thierry Breton nannte den Wechselkurs des Yen zu niedrig.
... entscheidend ist aber die Zinspolitik...
EU-Währungskommissar Joaquin Almunia mahnte mit Blick auf die japanische Währung, auf politische Einflussnahme bei den Wechselkursen zu verzichten, und auch die G7 wollen nach Aussage von Finanzminister Peer Steinbrück bei ihrem Treffen in Essen in der kommenden Woche „auf die Relation Euro-Yen zu sprechen kommen.“
Devisenhändler gehen aber nicht davon aus, dass eine G-7-Stellungnahme den Kurs nachhaltig beeinflussen kann, solange die japanische Notenbank ihre Zinspolitik nicht ändert. Insofern dürfte sich das Klima für Honda solange weiter freundlich gestalten, auch wenn das Unternehmen offenkundige Probleme hat, davon in vollem Umfang zu profitieren.
Derzeit versuche das Unternehmen seine Produktionskapazitäten in Nordamerika anzupassen und das Angebot an die Nachfrage anzupassen, sagt Endo. Vor allem will das Unternehmen mehr Civics in Kanada und in einem 2008 fertig zu stellenden Werk in Indiana produzieren. Damit scheint sich Honda auch schon auf eine Zukunft mit einem stärkeren Yen vorzubereiten, indem sie die Produktion in die chancenreichen Märkte verlagert.
... und solange kann Honda profitieren
Insofern ist die Aktie trotz der mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 15,5 für das zu Ende gehende und 13,5 für das kommende Geschäftsjahr noch immer nicht überhohen und im Vergleich zu Toyota deutlich günstigeren Bewertung etwas mit Vorsicht zu genießen.
Die eher schwachen Zahlen lassen die Aktie auch im europäischen Handel niedriger starten. Bereits am Donnerstag der vergangenen Woche erhielt der Kurs einen Dämpfer, nachdem der in Barcelona vorgestellte erste komplett in Eigenregie gebaute Formel-1-Wagen seit fast vier Jahrzehnten bei der Präsentation gleich auf der ersten Testrunde mit einem Defekt liegen blieb.
Damals fiel die Notierung um fast vier Prozent von ihrem Allzeithoch zurück. Langfristig betrachtet hat sich dadurch nichts am seit 2003 bestehenden Aufwärtstrend geändert, hat die Notierung in den vergangenen Monaten doch schon erheblich stärkere Einbrüche gut überstanden. Daher ist, solange die Exportzahlen stimmen und der Yen schwach bleibt, mit der Wiederaufnahme des Aufwärtstrends zu rechnen. Absicherungsstrategien gegen einen stärkeren Yen können aber in keinem Fall schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |