09.05.2008 · Schwache Prognosen für das kommende Geschäftsjahr brachten am Freitag die Toyota-Aktie in Tokio erneut unter Druck. Damit setzt sich der langfristige Abwärtstrend weiter fort. Auf kurze Sicht ist keine Änderung zu erwarten.
Auch wenn die Anleger in New York aus der Not eine Tugend machten und sich angesichts der immer neuen Rekordhöhen des Ölpreises ,mit den Energiewerten trösteten, half das dem Markt in Tokio wenig. Zu sehr lasteten dort einheimische Sorgen auf den Kursen.
Denn es zeigt sich, dass offenbar mit dem Ende des billigen Yen in den vergangenen zwölf Monaten auch die Erfolgsgeschichte der japanischen Automobilhersteller zu Ende gegangen ist und dass es nun auch den größten erwischt hat. Immerhin liefen die Aktienkurs von Toyota und Honda spätestens seit Anfang 2006 deutlich mit dem Dollarkurs des Yen mit (vgl. Infografik).
Rekordgewinn trotz Schwäche in Amerika
Zwar erzielte Toyota mit einem Nettoüberschuss von 1,7 Billionen Yen (rund 10,6 Milliarden Euro) im Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis, wobei das Unternehmen vor allem von der Ausdehnung des Geschäfts in den Entwicklungs- und Schwellenländern in Asien sowie in Mittel- und Südamerika profitierte.
In Asien (ohne Japan) steigerte der Autobauer den Betriebsgewinn auf mehr als Doppelte mit 256,4 Milliarden Yen. Hinzu kommt der Ergebnisbeitrag aus dem Gemeinschaftsunternehmen in China, der sich auf 67,2 Milliarden Yen fast verdreifachte.
Die dort wachsenden Betriebsgewinne mussten aber bereits den Rückgang in den Vereinigten Staaten überkompensieren. Der Anteil Nordamerikas am operativen Gewinn schrumpfte von 57 auf 36 Prozent, während der Anteil Asiens sich auf 30 Prozent verdoppelte und auch Mittel- und Südamerika, Ozeanien und Afrika zulegten.
Deutliche Rückgänge bei gewinn und Umsatz erwartet
Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Toyota nun mehr einen Rückgang von Umsatz, Betriebsergebnis und Nettoüberschuss. Dies wäre es der erste Umsatzrückgang seit neun Jahren und der erste Gewinnrückgang seit sieben Jahren.
Der Automobilhersteller erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang des Nettoüberschusses um 27 Prozent auf 1,25 Billionen Yen (rund 8 Milliarden Euro). Der Umsatz soll um fast 5 Prozent auf 25 Billionen Yen sinken, bei einer Steigerung des Fahrzeugverkaufs um 147.000 auf 9,06 Millionen Stück. Watanabe nannte als Gründe für den schlechteren Geschäftsausblick den Wirtschaftseinbruch in den Vereinigten Staaten, die Aufwertung des Yen und den Preisanstieg der Rohstoffe. Allein die erwartete Aufwertung des Yen von 114 Yen auf 100 Yen je Dollar im Durchschnitt des Geschäftsjahres würde das Betriebsergebnis um 690 Milliarden Yen schmälern.
Schon im letzten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres war der Nettoüberschuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 316,8 Milliarden Yen gesunken, nicht zuletzt aufgrund geringerer Verkäufe in Nordamerika. Toyota litt aber nicht nur unter der geringeren Nachfrage, sondern auch unter den unerwartet stark sinkenden Zinsen. Wertverluste bei Zinsabsicherungsgeschäften belasteten das Ergebnis immerhin mit 68 Milliarden Yen.
Aktienkurs dürfte unter Druck bleiben
Toyota-Aktien verloren in Tokio um 2,9 Prozent an Wert und fielen auf 5320 Yen. Charttechnisch hat dies nicht viel verändert. Auch wenn sich der Aktienkurs in den vergangenen Wochen etwas erholt hat, so bleibt er dennoch in dem seit dem Frühjahr 2007 anhaltenden Abwärtstrend, durch den er gegenüber dem Allzeithoch bereits rund 37 Prozent verloren hat.
Derzeit gibt es nur wenig Grund, warum diese Tendenz nicht weiter anhalten sollte. Denn mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen auf Basis der Analystenprognosen von 11,2 für das jüngst begonnene und 10,2 für das kommende Geschäftsjahr gehört Toyota nach VW und mit Honda zu den teuersten Automobil-Aktien weltweit, und dies mit einigem Abstand. Daimler und BMW sind mit KGVs zwischen 8 und 9 bewertet, Renault und Peugeot mit 5 bis 7.
Zudem beruhen die Analystenschätzungen noch auf einem Überschuss von rund 1,5 Billionen Yen, so dass das KGV für 2008 auf Basis der Unternehmensprognose gar 13,4 betrüge. Insofern dürften weitere Abgaben nicht überraschen, die längerfristig bis zur Unterstützungsline bei 4000 Yen führen könnten, allzumal die schwierige Lage auf dem Heimatmarkt auch nicht einfacher wird, nachdem die Frühindikatoren auf eine Konjunkturschwäche hindeuten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |