28.01.2005 · Gemessen an dem im August erreichten Rekordtief hat sich die Aktie von Mitsubishi Motors zuletzt verdoppelt. Aber aus dem Schneider ist der Fahrzeugbauer deswegen nicht. Viele Analysten haben jedenfalls weiter Bedenken.
Der im Vorjahr vorgestellte Rettungsplan für die Mitsubishi Motors Corp (MMC) ist schon wieder Makulatur. Analysten hatten den alten Sanierungsplan denn auch überwiegend als zu ambitioniert beurteilt. Am Freitag stellte die Mitsubishi-Gruppe nun ein neues Konzept vor, dessen Ziele teilweise aber erneut als zu ergeizig eingeschätzt werden. Miteigentümer DaimlerChrysler hatte sich bereits an dem vorherigen Sanierungskonzept nicht beteiligt, wodurch der Anteil der Stuttgarter an MMC auf gut 20 Prozent von 37 Prozent gesunken war. Mit den neuen Kapitalmaßnahmen der Japaner wird die DaimlerChrysler-Beteiligung weiter schwinden.
MMC will neue Aktien für 220 Milliarden Yen an die Mitsubishi Heavy Industries Ltd, die Mitsubishi Corp und die Bank of Tokyo-Mitsubishi Ltd ausgeben. Zusätzlich soll die Mitsubishi Tokyo Financial Group Inc Verbindlichkeiten von 50 Milliarden Yen in Aktienkapital tauschen. Mit den insgesamt 270 Milliarden Yen soll die Bilanz gestärkt werden. Zudem sollen MMC weitere 270 Milliarden Yen an Mitteln zufließen, vorwiegend durch Kreditaufnahme. Insgesamt flössen MMC also 540 Milliarden Yen an Mitteln zu, die der Planung zufolge ausreichen sollen, um das Erreichen der Gewinnschwelle sicherzustellen.
Einfluß der Mitsubishi-Gruppe bei MMC steigt
Die Mitsubishi Heavy Industries Ltd wird ihren Anteil an MMC infolge der Kapitalmaßnahmen auf 15 Prozent von bisher unter zehn Prozent erhöhen. Damit werde der Automobilhersteller in der Bilanz von Mitsubishi Heavy anteilsgemäß konsolidiert, teilten die Unternehmen mit. Analysten führten den Schritt unter anderem darauf zurück, dass den Zulieferern von MMC signalisiert werden soll, daß die Mitsubishi-Gruppe für die Verbindlichkeiten des angeschlagenen Automobilherstellers einstehen wird.
Die Mitsubishi-Gruppe hält anschließend rund 34 Prozent an MMC. Die noch rund 20-prozentige Beteiligung der DaimlerChrysler AG wird weiter sinken, das Ausmaß der Verwässerung konnte DaimlerChrysler auf Anfrage jedoch nicht beziffern.
Die Mitsubishi-Gruppe will nun das erst vor wenigen Monaten installierte Management bei MMC neu besetzen. MMC-Chairman Yoichiro Okazaki, vormals Manager bei Mitsubishi Heavy, tritt zurück und wird durch Takashi Nishioka ersetzt, dem augenblicklichen Chairman von Mitsubishi Heavy. Nishioka wird künftig Chairman beider Konzerne sein. Auch MMC-President Hideyasu Tagaya gibt seine Stelle auf, Nachfolger wird Osamu Masuko, bisher im Vorstand der Mitsubishi Corp.
Verlust doppelt so hoch wie zunächst gedacht
Neue, realistischere Planzahlen sollen nun den Weg zur Profitabilität für den japanischen Automobilhersteller vorgeben. Zunächst wird MMC im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) jedoch einen doppelt so hohen Verlust als noch vor kurzem gedacht verbuchen. Der Nettoverlust wird mit 472 Milliarden Yen prognostiziert, noch im November hatte der Konzern eine Verlustprognose von 240 Milliarden Yen genannt. Das Minus fiele nach der aktuellen Schätzung um 256,6 Milliarden Yen höher aus als im Vorjahr. Die massive Verschlechterung gehe auf Sonderverluste wegen der durch die sinkenden Absatzzahlen in USA und Australien nötigen Wertberichtigungen zurück, teilte MMC weiter mit.
Analysten äußerten sich am Freitag skeptisch, ob der angeschlagene Automobilhersteller auf absehbare Zeit den Turnaround schaffen kann. Beobachtern zufolge ist das Image der Marke derart beschädigt, daß die Absatzziele zu hoch gesteckt seien. MMC selbst erwartet, im Geschäftsjahr 2006/07 mit einem Nettogewinn von etwa acht Milliarden Yen wieder profitabel zu werden. Eine positive Wechselkursentwicklung vorausgesetzt könne der Turnaround schon ein Jahr früher mit einem Nettogewinn von zehn Milliarden Yen möglich sein.
Mitsubishi Motors reduziert Sparziele
MMC plant, den Absatz bis zum Geschäftsjahr 2007/08 wieder auf 1,5 Millionen Fahrzeuge zu steigern. Bislang hatte MMC bereits für 2006/07 einen Absatz von 1,7 Millionen Stück prognostiziert. Für das laufende Geschäftsjahr wird nunmehr mit einem Absatz von 1,3 Millionen Fahrzeugen gerechnet, 0,2 Millionen Einheiten weniger als 2003.
Im vergangenen Jahr war der Absatz in Japan um 30 Prozent und in Nordamerika um 37 Prozent gesunken. CFO Hiizu Ichikawa sagte, im kommenden Monat werde festgelegt, wie viele SUV der japanische Hersteller an die Peugeot Citroen SA liefern werde. Bisher war nur von “zehntausenden von Fahrzeugen“ jährlich die Rede. Für Nissan sind 36.000 Fahrzeuge aus Auftragsfertigung geplant.
Um das Kundenvertrauen zurückzugewinnen setzt MMC weiterhin auf kostenlose Dienstleistungen für die Kunden. Die Fahrzeuge sollen teilweise mit Gutscheinen für Inspektionen verkauft werden. Zudem werde die Qualitätskontrolle verstärkt, hieß es.
Auch die Sparziele mußte MMC nach unten revidieren. Der neue Restrukturierungsplan sieht für das laufende Geschäftsjahr Einsparungen bei den Materialkosten von 29 Milliarden statt bisher 36 Milliarden Yen vor. Der fehlende Sparbeitrag von sieben Milliarden Yen könne unter anderem wegen der Rohstoffpreisentwicklung nicht realisiert werden. Im kommenden Jahr seien nun Einsparungen von 56 Milliarden statt bislang von 75 Milliarden Yen geplant. Für 2006/07 werden 88 Milliarden Yen an Einsparungen anvisiert, bisher waren 120 Milliarden Yen geplant.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |