06.11.2007 · Die Aktie der BMW AG scheint günstig zu sein. Allerdings läuft sie dem Markt und den Papieren der Konkurrenten schon seit Jahren hinterher. Das Unternehmen hat eine gewisse Ertragsschwäche, der Automobilbereich wächst nur mäßig.
Die Aktien der europäischen Automobilhersteller hatten in den vergangenen Monaten einen guten Lauf. Allen voran die Papiere von Volkswagen und der Porsche AG, die einerseits von einem erfolgreichen Geschäft und andererseits von Übernahme- beziehungsweise Reorganisationsphantasien profitieren konnten.
Immerhin ließen sich bei Volkswagen bei einer ökonomischeren Führung als in der Vergangenheit noch deutliche Kostenpotential beheben. Ähnliches scheint auch für Daimler und Fiat zu gelten. Das italienische Unternehmen erholt sich weiter von der Krise und das schwäbische Unternehmen profitiert von der Abspaltung Chryslers und von der anhaltenden Konzentration des Managements auf die Wirtschaftlichkeit.
BMW-Aktien laufen bisher nicht sonderlich dynamisch ...
Dagegen legten die Papiere des bayerischen Herstellers BMW auf Sicht eines Jahres gerade einmal zwei Prozent zu, nachdem sie zuvor mit dem Markt nach oben gelaufen waren. Allerdings unterdurchschnittlich: Während der Dax von Ende März des Jahres 2003 bis Anfang November des Jahres 2007 knapp 240 Prozent zulegte, kommen die BMW-Papiere gerade einmal auf einen Gesamtertrag von 97 Prozent. Auch in den vergangenen Monaten liefen sie hinter dem Markt her.
Am Dienstag verbuchten sie nach der Vorlage der Umsatz- und Ertragszahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres Kursverluste von bis zu knapp 4,8 Prozent. Denn BMW hat das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal 2007 zwar gesteigert, dabei jedoch die Analystenprognosen verfehlt. Bei einem Umsatzwachstum von 19,2 Prozent auf 13,778 Milliarden Euro verdiente der Konzern im Quartal vor Steuern 765 Millionen Euro - ein Plus von gerade einmal 6,25 Prozent. Damit übertraf das Unternehmen zwar beim Umsatz die Prognosen der Analysten, das Vorsteuerergebnis verfehlte die Erwartungen aber deutlich. Diese hatten für das dritte Quartal mit einem Umsatzplus von 11 Prozent auf 12,85 Milliarden Euro und einem Zuwachs beim Vorsteuerergebnis um 25 Prozent auf 900 Millionen Euro gerechnet. Beim Nettoergebnis wiederum übertraf BMW die Erwartungen sichtbar: Der Konzern steigerte den Quartalsüberschuss um 77,7 Prozent auf 803 Millionen Euro, während die Analysten nur mit 605 Millionen Euro gerechnet hatten.
Ein Analyst kommentierte die Zahlen mit den Worten, der Nettogewinn sei vom Vorgriff auf die Steuerreform aufgebläht worden. Der Vorsteuergewinn sei aber enttäuschend ausgefallen, und das liege klar an den Margen. Die Marge im Autogeschäft sei weiter zurückgegangen auf nur noch 5,4 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im zweiten Quartal. Der Verdacht dränge sich auf, dass BMW den Absatz zu Lasten der Margen pusche. Im Gegensatz zur zurückgehenden Vorsteuerrendite wies der Konzern eine steigende Ebit-Marge aus. Dies führte ein BMW-Sprecher vor allem auf Bewertungseffekte im Zusammenhang mit derivativen Finanzinstrumenten zurück. Mit der operativen Entwicklung hat das wenig zu tun.
... kein Wunder, die Kernsparte Automobil wächst kaum
Für das Gesamtjahr 2007 bekräftigte BMW die bisherigen Erwartungen. Man strebe im laufenden Jahr unverändert ein Ergebnis vor Steuern an, das über dem Rekordwert des Geschäftsjahres 2006 liege, hieß es. Damit würde BMW die Prognose erfüllen, sobald das Vorsteuerergebnis den Vorjahreswert von 3,75 Milliarden Euro überträfe.
BMW erzielte im vergangenen Geschäftsjahr knapp 60 Prozent seiner Erlöse in Deutschland und Europa, 25,2 Prozent in Nordamerika und 15,6 Prozent in der restlichen Welt. Damit hat das Unternehmen zwar ein gewisses Dollarrisiko, allerdings kann es darauf Absicherungsstrategien und auch mit der Verlagerung der Produktion wenigstens teilweise reagieren. Auf der anderen Seite erzielte das Unternehmen 77,4 Prozent seiner Erlöse mit dem Bau von Automobilen. In diesem Bereich fiel das Wachstum in den vergangnen Jahren jedoch nur verhalten aus, während das Leasing- und das Motorradgeschäft zweistellige Wachstumsraten verbuchen konnte.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 10,7 und knapp zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie verglichen mit den inzwischen völlig überteuerten Papieren von Volkswagen (KGVs von 20,2 und 17,2), Daimler (17,3 und zwölf), Audi (17,4 und 12,9) und anderen zwar vergleichsweise günstig zu sein. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob das Unternehmen bei zunehmendem Wettbewerb und abflauender Konjunktur seine Margen tatsächlich so wird verbessern können, um mit den Konkurrenten mitziehen zu können. Charttechnisch scheint die Aktie jedenfalls in eine Konsolidierungsphase übergegangen zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.738,47 | +0,68% |
| FAZ-INDEX | 1.504,02 | +0,59% |
| TecDAX | 775,33 | +0,71% |
| MDAX | 10.290,00 | +0,40% |
| SDAX | 5.011,74 | +0,53% |
| REX | 421,76 | +0,17% |
| Eurostoxx 50 | 2.491,54 | +0,43% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,48 | +0,59% |
| Dow Jones | 12.874,00 | +0,57% |
| Nasdaq 100 | 2.569,49 | +0,87% |
| S&P500 | 1.351,77 | +0,68% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3151 | −0,15% |
| Rohöl Brent Crude | 117,79 $ | −0,09% |
| Gold | 1.727,00 $ | +0,91% |
| Bund Future | 138,32 € | −0,22% |