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Automobile Aktie von VW profitiert vom Ertragsoptimismus

10.02.2006 ·  Die Aktie von VW reagiert mit massiven Kursgewinnen auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres und den optimistischen Ausblick. Der Wettbewerb wird jedoch härter werden, so daß überzogene Gewinnerwartungen riskant sind.

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Mit Kursgewinnen von bis zu 8,7 Prozent bei hohen Volumina auf bis zu 55,04 Euro reagiert am Freitag die Aktie des deutschen Automobilunternehmens Volkswagen (VW) auf die vorgelegten vorläufigen Umsatz- und Ertragszahlen für das vergangene Jahr und die weiteren Aussichten.

Nach Sondereinflüssen wies VW am Freitag einen Gewinnanstieg von 70 Prozent auf 2,792 Milliarden Euro aus. Analysten hatten einen Zuwachs beim operativen Ertrag auf 2,4 Milliarden Euro erwartet. Nach Steuern ergab sich ein Plus von 60,7 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro. Der Umsatzzuwachs von sieben Prozent auf 95,268 Milliarden Euro lag ebenfalls über der Konsensschätzungen. Das hört sich nicht schlecht an.

Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft ...

Auch die weiteren Aussichten nicht. Das Unternehmen erwartet im laufenden Jahr nach eigenen Angaben einen Ertrags- und Umsatzanstieg. „Die Umsatzerlöse des Volkswagen-Konzerns werden sich im laufenden Jahr gegenüber denen des Jahres 2005 leicht erhöhen“, teilte der Konzern am Freitag mit. Vor allem die im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms getroffenen Maßnahmen zur Senkung der Materialkosten und Verbesserung der Fertigungsprozesse würden dazu beitragen, daß sich das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen erhöhe. Bis 2008 will VW auf Basis des Vorsteuerergebnisses 5,1 Milliarden Euro einfahren.

Gleichzeitig will der Konzern die 41,7 Millionen gehaltenen eigenen Aktien einziehen, zudem sollen ausstehende Anleihen von bis zu zwei Milliarden Euro zurückgekauft werden. Der Konzern „verfügt seit geraumer Zeit über eine sehr ausgeprägte Liquiditätsreserve; zuletzt wurde die Liquidität durch zunehmend positive Netto-Cash-flows im Konzernbereich Automobile zusätzlich gestärkt“, begründete Volkswagen die Maßnahmen. Neben dem hohen Kassenbestand halte der Konzern bestätigte und unbestätigte Kreditlinien im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich. Vor diesem Hintergrund solle die Liquiditätsbevorratung „optimiert und deren Kosten reduziert werden“.

Operativ sollen bis zu 20.000 Beschäftigte des Konzerns in den kommenden drei Jahren von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sein. Schwerpunkte des Programms seien neben einer Neuordnung der Komponentenfertigung auch Kapazitätsanpassungen, um eine Vollauslastung der Werke zu erreichen. Aus diesem Grund will das Unternehmen auch will mit dem Betriebsrat und der IG Metall über den im November 2004 geschlossenen Tarifvertrag verhandeln. Denn „unter den derzeitigen Rahmenbedingungen sei das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig,“ hieß es. Durch die „äußerst angespannte Wettbewerbssituation bleibe die Marke Volkswagen trotz der erzielten Kostensenkungen von 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr „nur knapp über der Nulllinie“. Insbesondere die Exportfähigkeit der deutschen VW-Werke sei nicht gewährleistet.

... allerdings sollte die Wettbewerbsintensität nicht unterschätzt werden

Das zeigt die wahren Probleme und damit auch den Mut der Aktionäre, die die Papiere des Unternehmens jetzt kaufen. Denn mit den getroffenen Maßnahmen werden nur die satten Pfründe der Vergangenheit beseitigt. Ob das für die Zukunft ausreicht, gute Gewinne zu erzielen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der deflationäre Druck, der aufgrund der vorteilhaften Produktionsbedingungen und der manipulierten Währungen vor allem aus Asien kommt, hält an. Das macht sich nicht nur in der direkten Konkurrenz innerhalb der Branche bemerkbar, sondern auch indirekt über den Druck auf die verfügbaren Einkommen in Europa und Amerika.

Sinkt die Kaufkraft mit Blick auf die hohen Spritkosten oder steigt sich auch nur mäßig - und sie kann nicht steigen, weil sonst die Wettbewerbsfähigkeit verloren geht - so nimmt sehr wahrscheinlich auch die Bereitschaft ab, die in weiten Teilen überhöhten Preise für Autos, die auch noch zuviel Benzin verbrauchen, zu bezahlen. Da gleichzeitig auch noch die Rohstoffpreise auf der Kostenseite durchschlagen dürften, würden die Ertragsmargen der Hersteller gleich von zwei Seiten unter Druck geraten.

So mag die Aktie von VW mit Kurs-Gewinnverhältnissen von etwas mehr als 15 und etwas mehr als zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr vernünftig erscheinen. Das Risiko für Enttäuschungen ist allerdings noch groß. Aus diesem Grund dürften Absicherungsstrategien sicherlich nicht schaden.

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