03.08.2005 · Die Aktie von BMW gibt am Mittwoch einen Teil der Kursgewinne der vergangenen Wochen ab. Das Unternehmen meldete eine stagnierende Umsatz- und Gewinnentwicklung. Währungseffekte und steigende Kosten hinterlassen Spuren.
Die Aktien von Automobilherstellern hatten in den vergangenen Wochen einen Lauf, obwohl die Lage in der Branche nicht sonderlich prickelnd ist. Denn der Wettbewerb ist knüppelhart und insbesondere die amerikanischen und auch die europäischen Hersteller haben gegen die Anbieter aus Asien zu kämpfen. Denn sie können nicht nur günstiger produzieren, sondern bieten gleichzeitig auch qualitativ hochwertige Produkte an.
Von der Kursbewegung nach oben konnte auch die Aktie von BMW profitieren. Sie ist in den vergangenen Tagen aus einer Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen, in der sie sich zuvor etwas mehr als ein Jahr befunden hatte. Am Mittwoch kommt es allerdings zu einer Gegenbewegung nach unten von bis zu 4,5 Prozent auf 37,82 Euro im bisherigen Tagestief.
Stagnierende Umsatz- und Gewinnentwicklung
Hintergrund ist die Präsentation der Umsatz- und Ergebniszahlen für das zweite Quartal. Sie sahen nicht sonderlich erfreulich aus. Denn der Nettogewinn ist auf Grund der sich erholten Dollars und steigender Rohstoffkosten um 1,2 Prozent auf 663 Millionen Euro oder 98 Cent je Aktie gefallen. Das war der zweite Rückgang in Folge. Dagegen legte der Umsatz um 2,1 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zu.
Unternehmenschef Helmut Panke rechnet im laufenden Jahr mit einem zum Vorjahr unveränderten und damit mit einem stagnierenden Gewinn. Dabei spielten unter anderem die Wechselkurse, aber auch die gestiegenen Ausgaben für Stahl eine Rolle. Genau damit scheinen jedoch einige Analysten und Marktteilnehmer entgegen allem gesunden Menschenverstand nicht gerechnet zu haben. Gleichzeitig sind Wechselkurssicherungsgeschäfte ausgelaufen. So werden Dollareinnahmen weniger interessant als bisher. Das zeigt einmal mehr, daß sich nur Wechselkursveränderungen absichern lassen, nicht jedoch die einmal erreichten Niveaus.
BMW konnte im vergangenen Quartal die zwar die Anzahl der verkauften Fahrzeuge steigern. Allerdings wird diese Entwicklung durch steigende Kosten und den zunehmenden Verkauf von „geringerwertigen“ Fahrzeugen wie etwa dem 1er oder dem 3er und den Minis konterkariert. Sie haben eine geringere Ertragsmarge als die teureren Luxusfahrzeuge. Diese Entwicklung führen zu einem unterproportionalen Gewinnwachstum. Das ist nicht gerade das, was die Börsianer mögen. Das Unternehmen kündigt zwar geeignete Maßnahmen an, um den steigenden Kosten zu begegnen. Allerdings könnten sie zu einer gewissen Ergebnisvolatilität führen.
Aktie optisch günstig bewertet
Gleichzeitig muß berücksichtigt werden, daß die in den vergangenen Tagen gemeldeten Autoverkaufszahlen in den Vereinigten Staaten auf Grund von Sondereffekten zustande kamen, die nicht beliebig wiederholbar sein dürften. Denn der anhaltende Konsumrausch wird sich bei steigenden Zinsen nicht ewig fortsetzen lassen. Vor allem dann nicht, wenn die hoch verschuldeten Verbraucher kein Kapital mehr aus den Immobilien ziehen können. Gleichzeitig dürfte sich das Geschäft in Europa nur bedingt dynamisieren lassen.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,6 und knapp elf auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie zwar optisch günstig bewertet zu sein. Allerdings fehlt ihr die Wachstumsphantasie. Auch die Ergebnisunsicherheit dürfte nicht gerade auf große Gegenliebe stoßen. Und charttechnisch hat das Papier im Moment nur geringe Reize.
Insgesamt scheint es im Moment ratsam sein, Autowerte - und bei aller Güte - auch die Aktie von BMW mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Denn nicht nur steigende Kosten sind ein Problem, sondern auch steigende Spritpreise und möglicherweise höhere Mehrwertsteuern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |