04.12.2007 · Die Aktie des amerikanischen Autoersatzteilhändlers Autozone verbucht am Dienstag massive Kursgewinne. Dabei wächst das Unternehmen nur schwach - Gewinnsteigerungen sind vor allem auf Aktienrückkäufe bei zunehmender Verschuldung zurückzuführen.
Die Aktien amerikanischer Einzelhandelsunternehmen befanden sich in den vergangenen Woche in der Defensive. Das dürfte kaum verwundern. Denn die vom schwachen Immobilienmarkt ausgehende Kreditkrise zieht immer weitere Kreise und bremst die Wirtschaft des Landes aus.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Entwicklung am Arbeitsmarkt noch negativer als bisher bemerkbar machen und auf diese Weise den amerikanischen Konsum weiter bremsen wird. Die Stimmung ist schon jetzt verhalten. Allerdings scheint es Unternehmen zu geben, die sich zumindest bisher trotz dieser Entwicklung vergleichsweise robust schlagen konnten. Dazu zählt zumindest am Dienstag Autozone.
Schwaches Umsatzwachstum auf bereinigter Basis
Das Unternehmen, das mit Autoteilen und -ersatzteilen handelt, konnte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bis zum 17. November den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 4,5 Prozent auf 1,46 Milliarden Dollar steigern und den Nettogewinn um sieben Prozent auf 132,5 Millionen Dollar oder 16,7 Prozent auf 2,02 Dollar je Aktie erhöhen. Das war mehr als der Markt erwartet hatte. Die Börse mit Kursgewinnen von bis zu etwas mehr als 15 Prozent auf 124,21 Dollar im bisherigen Tageshoch, obwohl der flächenbereinigte Umsatz mit einem Plus von 1,3 Prozent nicht sonderlich berauschend ist.
Das Unternehmen konnte im abgelaufenen Quartal die operative Umsatzmarge von 49,2 auf 49,9 Prozent steigern. Gleichzeitig nahmen jedoch auch die Kosten leicht zu. Die Verbesserung der Marge ist nach Unternehmensangaben auf einen höherwertigeren Produktmix und verbesserte Effizienz zurückzuführen. Zum Ende des vergangenen Quartals hatte das Unternehmen 3.972 Geschäfte in 48 amerikanischen Bundesstaaten, im District of Columbia und Puerto Rico, sowie weitere 124 Läden in Mexiko.
Autozone konnte seine Erlöse in den vergangenen Jahren im Trend ebenso stetig steigern, wie den Gewinn je Aktie. Die überproportionale Gewinnsteigern je Aktie ist jedoch in erster Linie auf die starken Aktienrückkäufe zurückzuführen, die das Unternehmen vorgenommen hat. Alleine im vergangenen Quartal wurden nach eigenen Angaben 2,9 Millionen Aktien mit einem Wert von 350 Millionen Dollar zu einem Durchschnittspreis von 121 Dollar erworben. Weitere 108 Millionen Dollar stehen unter dem laufenden Rückkaufprogramm zur Verfügung.
Gewinnsteigerung je Aktie kommt über Aktienrückkäufe und zunehmende Verschuldung zustande
Autozone hat in den vergangnen Jahren bei relativ konstant bleibendem Eigenkapital und zunehmender Verschuldung immer weiter expandiert und den Gewinn je Aktie aufgrund der getätigten Aktienrückkäufe optisch deutlicher steigern können, als den Gewinn an sich. Auf diese Weise sieht das Geschäft optisch profitabler aus, als es unter Berücksichtigung der zunehmenden Risiken - -sowohl konjunktureller Art als auch mit Blick auf die zunehmende Verschlechterung der Finanzstruktur - tatsächlich ist.
Solche Strategien sind typisch für viele angelsächsische Unternehmen. Sie mögen sich in Zeiten tiefer Zinsen und hohen Risikoappetits auszahlen. Allerdings werden sie dann zweifelhaft, wenn die Kreditkonditionen straffer werden und das konjunkturelle Umfeld anspruchsvoller. In diesem Sinne mag die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 12,8 und 11,8 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr zwar vernünftig optisch vernünftig bewertet aussehen. Allerdings drängt sie sich faktisch aufgrund der zunehmenden Risiken keineswegs auf.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |