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Australien Börse Sydney will zurück in die Erfolgsspur

17.04.2009 ·  Der australische Aktienmarkt hat sich von seinen Tiefs gelöst. Das war auch bitter nötig, hatte er sich zuvor gegenüber dem Hoch doch mehr als halbiert. Aber die Hürden auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur sind in „Down Under“ hoch.

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Am Beispiel der australischen Börsen lässt sich zeigen, dass die Kreditkrise wirklich nichts und niemanden verschont hat. Denn auch dort hat der Leitindex All Ordinaries gemessen an den Hochs zwischenzeitlich rund 55 Prozent an Wert verloren.

Dieses Minus ist erwähnenswert, weil der Aktienmarkt in Sydney zuvor eine der stabilsten Erfolgsgeschichten zu bieten hatte. Schließlich sind dort die Kurse im Zuge eines beeindruckenden langfristigen Bullenmarktes von 1991 bis 2007 um 469 Prozent gestiegen.

Erste Rezession seit den frühen 90er Jahren

Doch die Kreditkrise hat schließlich dieser Hausse das Licht ausgeknipst. Deutlich verdunkelt haben sich auch die Perspektiven für die ebenfalls lange Zeit ausgesprochen stabile Volkswirtschaft des Kontinents. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt seit dem Jahr 2000 immerhin um rund 30 Prozent gestiegen ist, dürfte die Konjunktur im ersten Quartal in die erste Rezession seit den frühen 90er Jahren gerutscht sein.

Schon im dritten Quartal des vergangenen Jahres war die australische Wirtschaft nur noch um 0,1 Prozent expandiert und in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 war die australische Wirtschaft sogar geschrumpft (minus 0,5 Prozent zum Vorquartal). Das ist der erste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem vierten Quartal im Jahr 2000. Die Reserve Bank of Australia hat bereits angedeutet, dass die Volkswirtschaft 2009 vermutlich erstmals in mehr als zweiten Jahrzehnten nicht wachsen wird. Die bereits auf 5,2 Prozent erhöhte Arbeitslosenquote dürfte nach Einschätzung der Citigroup schnell auf 7,5 Prozent steigen.

Leitzinsen auf einem 49-Jahrestief

Der All Ordinaries Index hat trotz dieser negativen Aussichten in den vergangenen Wochen in lokaler Währung um knapp 21 Prozent zugelegt. Im März wurde dabei mit einem Kurszuwachs von 8,1 Prozent das größte monatliche Plus seit Dezember 1993 verbucht. Wie überall an den Weltbörsen spielt bei diesen Avancen die Hoffnung eine wichtige Rolle, dass die beschlossenen fiskalpolitischen Ankurbelungsmaßnahmen und die expansive Geldpolitik bald Wirkung zeigen werden.

Australien selbst hat in diesen beiden Belangen selbst einiges unternommen. Vor wenigen Tagen wurde eine weitere Konjunkturspritze versprochen, nachdem erst im Februar ein Konjunkturpaket im Volumen von 42 Milliarden Austral-Dollar (22,4 Milliarden Dollar) aufgelegt worden war. Die Notenbank hat zudem seit dem vergangenen September die Leitzinsen schrittweise um 425 Basispunkte auf drei Prozent gesenkt, was dem tiefsten Stand seit 49 Jahren entspricht. Die australischen Bank Macquarie Group geht davon aus, dass eine weitere Senkung bis auf 2,5 Prozent folgen wird.

Trotz aller dieser Anstrengungen hat die Wirtschaft bisher jedoch noch nicht wieder in den Vorwärtsgang gefunden. Das hat mit den Problemen auf dem Immobilienmarkt zu tun, wo die Preise ins Rutschen geraten sind. Gemessen am Einkommensniveau sind sie noch immer zu hoch. Das ist wirschaftlich belastend, weil sich die Verschuldung der Konsumenten noch nahe an einem Rekordhoch bewegt. Mit einem konsumgetriebenen Boom darf folglich nicht gerechnet werden.

Bewertung auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren

Es muss sich deshalb erst noch zeigen, ob es sich bei den jüngsten Kursgewinnen nur um eine Rally im übergeordneten Bärenmarkt handelt oder um eine Rückkehr in die Erfolgsspur. Wegen des Rohstoffreichtums des Kontinents wäre eine nachhaltige Erholung denkbar, wenn die Rohstoffpreise weiter anziehen würden. Angesichts allenfalls verhaltener Wachstumsaussichten und hoher Lagerbestände gibt es daran allerdings gewisse Zweifel.

Aktuell ist die Realität geprägt von fallenden Unternehmensgewinnen und sinkenden Dividenden. Immerhin ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter elf für den Gesamtmarkt die Bewertung laut Citibank aber auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gesunken. Das liegt deutlich unter dem in den vergangenen Jahren gültigen Durchschnittswert von 14. Obwohl die Ausschüttungen zurückgeschraubt werden, sind die Dividendenrenditen gemessen an den Bankzinsen so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Favorisiert werden in diesem Umfeld profitable Standardwerte mit geringer Verschuldung und stabilen Gewinnen. Nachhaltige Kursgewinne werden aber erst dann wieder zu erwarten sein, sobald die Unternehmensgewinne wieder steigen. Doch das ist derzeit leider noch nicht in Sicht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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