31.08.2010 · Die Ströer Out-of-home-Media hat am Dienstag erstmals seit dem Börsengang Geschäftszahlen vorgelegt und damit nicht enttäuscht. Doch die Aktie erscheint nicht zuletzt angesichts eingetrübter Konjunkturperspektiven eher hoch bewertet.
Die ersten Zahlenvorlagen von Börsenneulingen finden immer besonderes Interesse. Denn oft hat sich das Unternehmen für den Börsengang eigens schön gemacht, später kommt dann zum Vorschein, was realistisch zu erwarten ist.
Gleich zwei Börsenneulinge - und damit schon alle der jüngsten Zeit - haben am Dienstag Zahlen vorgelegt. Sowohl der deutsche Werbevermarkter Ströer, als auch der chinesischen Armaturenhersteller enttäuschten dabei nicht.
Ströer profitiert von der Wirtschaftserholung
Die auf Außenwerbung spezialisierte Ströer Out-of-Home-Media verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg um 11 Prozent auf 242,2 Millionen Euro. Organisch habe das Wachstum in den sechs Monaten noch 10 Prozent betragen. Dabei habe sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 14 Prozent beschleunigt.
Das bereinigte operative Ergebnis stieg um knapp ein Drittel auf 52,4 Millionen Euro zu. Diese Ergebnisverbesserung sei maßgeblich auf die positive Entwicklung bei Plakatwänden und auf Auslastungserhöhungen insbesondere bei den besten Kunden zurückzuführen. Erfolgreich ist Ströer zudem in der Türkei.
Das um Sondereffekte wie den Aufwendungen für den Börsengang bereinigte Reinergebnis belief sich in den sechs Monaten per Ende Juni auf 6,4 Millionen Euro, vor Jahresfrist hatte die Ströer Out-of-Home Media AG noch einen Verlust von 4,4 Millionen Euro verbucht.
Optimistischer Ausblick
Inklusive der Sonderposten sank der Periodenverlust auf 5,2 Millionen von 15,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2009. Die Nettoverschuldung sank unter anderem aufgrund geringerer Investitionen per 30. Juni 2010 auf 492,9 Millionen Euro von 495,4 Millionen Euro Ende 2009. Analysten hatten mit etwas weniger Umsatz und einem höheren Reinverlust gerechnet.
Im zweiten Halbjahr will Ströer den Anteil am türkischen Gemeinschaftsunternehmen Ströer Kentvizyon von 50 auf 90 Prozent und den polnischen Außenwerber News Outdoor Poland übernehmen. Für das vierte Quartal 2010 plant Ströer zudem den Vermarktungsbeginn des ersten bundesweit verfügbaren Netzes von digitalen Bewegtbild-Werbeträgern. Im laufenden dritten Quartal dürfte sich die gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserte Marktentwicklung fortsetzen. Die Buchungslage des dritten Quartals übertreffe aktuell das Vergleichsquartal des Vorjahres.
Aktie erscheint hoch bewertet
Als Unternehmen der Werbebranche ist Ströer naturgemäß sehr konjunkturabhängig. Die Belebung der Wirtschaft gegenüber den Krisenmonaten musste naturgemäß einen Aufschwung bringen. Die weitere Entwicklung wird also deutlich von der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Länder abhängen. dabei ist Ströer mit seinen Märkten Deutschland, Türkei und demnächst Polen nicht schlecht aufgestellt, handelt es sich doch in Europa sicher um drei Ökonomien, die sich bisher als vergleichsweise krisenfest erwiesen haben.
Mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von rund 78 für das laufende und knapp 23 für das kommende Jahr ist die Aktie allerdings sehr hoch bewertet. In einem Wirtschaftsboom wäre dies noch eine akzeptabler Bewertung, derzeit erscheinen im Kurs zuviel Erwartungen enthalten zu sein. Die Aktie von Ströer ist damit auch viel höher bewertet als die des französischen Wettbewerbers JCDecaux mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 26,3 bzw. 19. Die Franzosen sind obendrein etwa zehnmal so groß wie die Kölner und zahlen eine Dividende.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3214 | −0,18% |
| Rohöl Brent Crude | 117,81 $ | −0,08% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |