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Aurubis Auf Draht

05.07.2010 ·  Die Aktie des Kupferproduzenten Aurubis hat in den vergangenen zwei Wochen mehr als zehn Prozent ihres Kurses verloren. Die Konjunkturaussichten sind unsicher und der Kupferpreis sinkt. Allerdings sehen die Papiere vernünftig bewertet aus.

Von Patrick Bernau
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Die Aktie des Kupferproduzenten Aurubis hat in den vergangenen zwei Wochen mehr als zehn Prozent ihres Kurses verloren. Denn die Konjunkturaussichten sind unsicher, der Kupferpreis sinkt, und aus dem Sparpaket der Bundesregierung kommen möglicherweise auch noch Belastungen auf die Firma zu: Die Bundesregierung will Ausnahmen in der Ökosteuer abschaffen - möglicherweise kommt da jemand auf die Idee, dass energieintensive Firmen wie Aurubis nicht mehr von der Ökosteuer ausgenommen sein sollten.

Langfristig orientierte Aktionäre sollten darüber nicht böse sein. Sondern sie sollten sich freuen, dass sie die Aktien günstig bekommen.

Aktie von Aurubis: Wette auf steigende Rohstoffpreise

Egal ob die Inflation zurückkehrt oder die Wirtschaft eines Tages wieder so wird, wie man sie vor der Finanzkrise kannte - in beiden Fällen könnte die Nachfrage aus den Schwellenländern dazu führen, dass Metalle wie Kupfer künftig teurer werden. Davon können Anleger mit Aurubis profitieren.

Schon jetzt empfehlen die meisten Analysten die Aktie zum Kauf. Anleger können allerdings auch darauf spekulieren, dass die Konjunkturaussichten noch etwas schlechter werden und sie die Aktie demnächst noch etwas günstiger bekommen. Mit Kurs-Gewinnverhnältnissen von etwas mehr als zehn auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sehen die Papiere vernünftig bewertet aus.

„China ist schwierig. Wir gehen nach Südamerika“

Der Kupferproduzent Aurubis erlebt ein starkes Jahr. Er will Fabriken im Ausland kaufen, erklärt Vorstandschef Bernd Drouven im folgenden Gespräch.

Was ist Aurubis, womit verdienen Sie Geld?

Mit der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Kupfer. Aurubis leitet sich aus den lateinischen Wörtern für „Gold“ und „rot“ ab - rotes Gold also. Früher hieß das Unternehmen Norddeutsche Affinerie und war vor allem in Deutschland aktiv. 2008 haben wir die belgische Cumerio übernommen, jetzt sind wir ein europäischer Konzern.

Wie war das vergangene Quartal?

Es gibt keine nennenswerten schlechten Ereignisse. Im Gegenteil: Der Pessimismus, der sich zuletzt im Aktienkurs niedergeschlagen hat, ist für uns nicht nachvollziehbar. Was wir sehen, entspricht unserer Prognose: dass sich das Geschäft ähnlich stark fortsetzt wie in den zwei Quartalen zuvor.

Einige Anleger haben Angst vor dem Sparpaket. Bisher sind Sie nämlich noch von der Ökosteuer befreit. Aber laut Sparpaket soll die Ökosteuer ausgeweitet werden.

Unsere Verbände sagen uns: Da soll vor allem Missbrauch verhindert werden. Weitere Veränderungen sind noch nicht angestoßen. Wir machen uns keine Sorgen.

Kupfer wird vor allem in Asien gebraucht. Bauen Sie dort auch bald eine Fabrik auf?

Bisher wird noch nicht einmal die europäische Kupfernachfrage von europäischen Produzenten gestillt. Wir haben vor einigen Jahren geprüft, in China einzusteigen, es aber aufgegeben. Dort ist beim Bau von Kupferhütten immer eine staatliche Agentur involviert. Damit ist nicht kontrollierbar, wo unser Wissen landet. Jetzt orientieren wir uns bevorzugt in Richtung Südamerika oder anderer asiatischer Länder.

In Südamerika sind Sie weiter von den Kunden weg.

Aber dichter an den Minenkonzernen, also an den Rohstoffen.

Normalerweise ist es doch besser, näher an den Kunden zu sein?

Das Produkt, das wir dort produzieren würden, sind sogenannte Kupferkathoden. Die sind ein Massenprodukt und werden weltweit in ähnlicher Form gehandelt. Bei diesem Produkt ist es nicht so wichtig, nahe am Kunden zu sein.

Werden Sie in den nächsten Jahren weitere Firmen kaufen?

Das kann man jetzt noch nicht sagen. Das hängt davon ab, welche Unternehmen auf dem Markt sind. Ob es eines oder mehrere werden, hängt auch von unseren Management-Kapazitäten ab, denn eine Integration wird nur durch die Menschen erfolgreich.

Ihre Dividende war im vergangenen Geschäftsjahr recht hoch, verglichen mit dem niedrigen Gewinn. Gibt es dann nächstes Mal eine niedrigere Dividende?

Für eine Aussage darüber ist es noch zu früh. Wenn wir eine große Akquisition tätigen, schütten wir gegebenenfalls weniger aus. Grundsätzlich verfolgen wir aber die Dividendenpolitik mit höherer Ausschüttungsquote.

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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