10.01.2003 · Als Frontstaat leidet Südkoreas Aktienmarkt schon jetzt unter dem Nordkorea-Konflikt. Bei einer Zuspitzung könnte die ganze Region in Mitleidenschaft gezogen werden.
Die Machthaber in Nordkorea setzen auf Konfrontationskurs. Mit dem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag beschwört das Land neben dem Irak einen weiteren akuten Krisenherd herauf. Wie immer bei politischen Problemen dieses Ausmaßes hinterlässt das natürlich auch Spuren an den Finanzmärkten. Am Devisenmarkt hat dies den japanischen Yen am Freitag zum Euro auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren gedrückt.
Auch am Aktienmarkt machte sich die Entscheidung negativ bemerkbar. Trotz sehr günstiger Vorgaben von der Wall Street musste der japanische Aktienmarkt ein Minus verbuchen. Händler sagten, Anleger würden den Yen und japanische Assets wegen der geographischen Nähe Japans zu Nordkorea verstärkt verkaufen. „Kommt es zum Krieg in Nordkorea, wäre Japan wegen seiner geografischen Nähe stark betroffen“, sagt Tsutomu Soma, Händler bei der Mizuho Corporate Bank.
Kurzfristig keine Lösung in Sicht
In Südkorea sackte der Kospi-Index phasenweise um 1,9 Prozent nach unten, konnte zum Schluss seine Abschläge aber auf 0,3 Prozent beschränken und ging mit 628,36 Punkten aus dem Handel. Seit Dezember beläuft sich damit das Minus schon auf 13 Prozent und Beobachter befürchten, dass die Probleme mit Nordkorea die Entwicklung des südkoreanischen Aktienmarktes noch eine Weile behindern werden.
„Die plötzlich schlechten Nachrichten verunsichern die Anleger und werden dazu führen, dass die Anleger ihre Investitionsneigung in Südkorea noch einmal überdenken werden“, befürchtet Lee Hyuk Jin als Analyst bei Daishin Securities. Ähnlich denkt auch Oh Jong Moon, Fondsmanager bei Midas Asset Management: „Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA dürfte kurzfristig nicht gelöst werden. Das wird den Markt belasten“, lautet seine Einschätzung.
Kriegsgefahr bremst das Anlegerinteresse
Die sich abzeichnende Krise war für Aktienstratege David Roche von Independent Strategy schon zum Wochenauftakt der Anlass dafür, den südkoreanischen Aktienmarkt und die Landeswährung Won auf Untergewichten zurückzustufen. Gleichzeitig wurde die vorsichtige Haltung gegenüber Japan bekräftigt, während die positive Einschätzung zu Taiwan und Malaysia beibehalten wurde.
Eine kriegerische Eskalation erwartet Roche zwar nicht, aber dafür rechnet er mit einem länger anhaltenden Disput. Gleichzeitig konstatiert der Stratege, dass sich die politische Landschaft in Nordasien zu Ungunsten der USA verändert habe. Gleichzeitig habe der Einfluss von China zugenommen, sodass nunmehr bei der Suche nach Lösungen nichts mehr ohne die Einbeziehung Pekings gehe.
Für den zuletzt zur Schwäche neigenden südkoreanischen Aktienmarkt bedeutet dies vermutlich, wie möglicherweise für die ganze Region Asie, anhaltende Probleme. Analysten befürchten, dass auch die Wirtschaft unter der Kriegsgefahr zu leiden haben wird, da sich der Konflikt negativ auf die Stimmung unter den Verbrauchern auswirken könnte. Aber auch so rechnet das Finanzministerium für das laufende Jahr mit einer Abschwächung des Wachstums beim Bruttoinlandsprodukt auf fünf Prozent nach voraussichtlich erzielten sechs Prozent im Vorjahr.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |