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Asien Japans Börse wieder einmal mit einem 20-Jahrestief

 ·  Die japanische Börse bleibt sich selber treu. Mit einem neuen 20-Jahrestief hat sie am Freitag demonstriert, dass noch kein Ende der seit 1983 anhaltenden Baisse in Sicht ist.

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Die Tristesse am japanischen Aktienmarkt hält an. Am Freitag sind die wichtigsten Aktienindizes des Landes auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel um 2,69 Prozent auf 8144,12 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,46 Prozent auf 796,17 Punkte. Der Nikkei schloss damit so niedrig wie seit März 1983 nicht mehr und der Topix hat erstmals seit August 1984 unter 800 Punkten geschlossen.

Belastet wurde der Aktienmarkt von der Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen eines möglicherweise nahenden Irak-Krieges und Berichten über Untersuchungen mutmaßlicher Aktienmanipulationen durch die Investmentbank Nikko Salomon Smith Barney. Die Börsenaufsichtsbehörden wollen Nikko Salomon wegen Regelverstössen und Kursmanipulationen im Handel mit an der Börse gehandelten Funds büssen. Nikko Cordial sackten über zwölf Prozent ab. Auch die Aktien anderer Brokerhäuser wie Nomura Holdings oder Daiwa Securities gaben darauf kräftig nach.

Die Anleger seien zudem besorgt über wachsende Spannungen im Streit zwischen den USA und Nordkorea sowie einen Spendenskandal in der liberal-demokratischen Partei von Ministerpräsident Junichiro Koizumi, berichteten Händler. Takanori Sakai, ein Mitglied der liberal-demokratischen Partei von Ministerpräsident Junichiro Koizumi sei in einen Spendenskandal verwickelt und am Freitag verhaftet worden. Sakai habe 120 Millionen Yen in Form von Firmenspenden erhalten, was in Japan nicht erlaubt ist.

Bärenmarkt uneingeschränkt intakt

Unter Druck standen vor allem Exportwerte, weil man bei ihnen schlechtere Geschäfte für den Fall befürchtet, dass die US-Wirtschaft im Falle eines Krieges einen weiteren Knacks abbekommt. Verstärkt wurden die Ängste noch durch eine am Vorabend abgegebene kleine Umsatzwarnung des weltgrößten Halbleiterproduzenten Intel. In Reaktion darauf sagte Sadaji Shibata, Fondsmanager bei Daiwa Asset Management: „Wenn von Marktführer wie von Intel keine klaren Anzeichen für einen Aufschwung kommen, stellt sich die Frage, wie sich die Technologienachfrage in Asien erholen soll.“

Mit Verweis auf die nächste wichtige Unterstützung bei 8.000 Punkten setzen Händler beim Nikkei 225 Index zwar zunächst auf nicht mehr weiter deutlich fallende Kurse. Zumal bei einem Rutsch unter diese Marke die Regierung wahrscheinlich Maßnahmen zur Stützung des Aktienmarktes einleiten dürfte.

Mit der schwachen Verfassung am Berichtstag hat die japanische Börse aber dennoch eindrucksvoll demonstriert, dass der seit 1983 gültige Bärenmarkt uneingeschränkt intakt ist. Das sieht auch Yuichi Chiguchi so, denn der Fondsmanager bei ING Life Insurance Company sagt: „Solange wie die Kriegssorgen anhalten, werden der US-, der japanische und andere Aktienmärkte ihren Abwärtstrend beibehalten.“

Zittern vor dem Fiskaljahresende

Mit dem näherrückenden kritischen Datum des Ende März anstehenden Fiskaljahresende dürfte speziell das Zittern in Japan kurzfristig sogar noch größer werden. Denn beim aktuellen Kursniveau droht die Gefahr, dass die Abschreibungen auf die Aktienportfolios der Banken so große Dimensionen annehmen, dass erste Institute in die Knie gezwungen werden könnte (Für Japans Börsianer ist es wieder Zeit zu Zittern).

Etwas abgefedert werden die Probleme der Banken aber immerhin durch den weiterhin bombenfesten Rentenmarkt. Dort sind die Rendite der zwanzigjährigen Staatsanleihen am Freitag mit 1,195 Prozent auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen. Die damit verbundenen Kursgewinne in den Anleihedepots federn die Aktienkursverluste zumindest etwas ab. Die Börsianer in Japan müssen daher beten, dass es nicht auch noch am Rentenmarkt zu einem Einbruch kommt. Danach sieht es momentan zwar nicht aus, eine Anlagealternative ist Japans Aktienmarkt wegen der trüben charttechnischen Verfassung und den vielen ungelösten strukturellen Problemen bis auf weiteres aber trotzdem nicht.

Der Chart zeigt in dieser Reihenfolge die Kursentwicklung des Nikkei 225 Index und des Topix-Index.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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