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Asien Asiens Börsen laufen so gut wie seit 1998 nicht mehr

29.09.2003 ·  Asiens Aktienmärkte sind in. Im 3. Quartal 2003 winkt den dortigen Börsen das größte Plus seit fast fünf Jahren. Ins Stolpern gebracht werden kann dieser Lauf vermutlich nur durch Turbulenzen am Devisenmarkt.

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Begleitet von deutlichen Kursgewinnen bei Größen wie Toyota Motor oder Samsung Electronics sind die asiatischen Börsen drauf und dran, das beste Quartalsergebnis seit 1998 einzufahren. Der Asia Pacific Index von Morgan Stanley Capital International , der über 800 asiatische Aktien aus 14 Ländern beinhaltet, ist im dritten Quartal bisher um 18 Prozent gestiegen. Dieses Plus wurde zuletzt im vierten Quartal 1998 übertroffen, als es mit dem Index gleich um 27 Prozent nach oben ging.

Als wichtigstes kursbeflügelndes Element verweisen Beobachter dabei auf die Hoffnung eines Aufschwungs in Amerika, der auch die Weltwirtschaft mit nach oben zieht. Dieses Szenario hilft den asiatischen Aktien auch deshalb, weil die Anleger den dortigen Märkten wegen Bewertungsüberlegungen mehr Potenzial zubilligen als den Pendants in Amerika oder Europa. „Wir schätzen das Potenzial für Gewinnsteigerungen in Asien als enorm ein“, erklärt Emiel von den Heiligenberg, Fondsmanager bei Fortis Investment.

Starkes Wirtschaftswachstum lockt Investoren an

Unter den einzelnen Märkten in Asien schlug sich zuletzt der thailändische SET Index mit einem Quartalsplus von 26 Prozent am besten. Den Index hat dies auf ein neues Sechsjahreshoch gehievt. Für Schwung sorgt hier ein robustes Wirtschaftswachstum, das laut Regierungsangaben in diesem Jahr sogar 6,1 Prozent betragen soll und damit ein Prozent höher liegen würde als bisher angenommen.

Wie an den übrigen Weltbörsen ist der Kursschwung am Quartalsende aber ins Stocken geraten. Die Furcht vor einer anhaltenden Dollarabwertung, welche die Exportaussichten verschlechtern würde und die Sorge vor einem anziehenden Ölpreis sorgte da für einen Dämpfer. Die Bremsspuren, die vor allem der Dollar hinterläßt, kommen nicht überraschend, wenn man bedenkt, daß ein Drittel der japanischen und ein Fünftel der südkoreanischen Exporte nach Amerika gehen.

Gefahr droht vor allem von der Währungsseite

Vor diesem dollar-bedingten Rückschlag hatte die internationale Anlegergemeinde die Region Asien aber eindeutig als Anlageort wiederentdeckt. Angelockt dürften sich die Fondsmanager dabei vor allem durch die hohen Wachstumsraten gefühlt haben. So hat die Aussicht auf eine konjunkturelle Wende in Japan dazu geführt, daß Ausländer 23 Wochen in Folge in Japan als Nettokäufer am Aktienmarkt auftraten. Eine Serie, wie sie der dortige Aktienmarkt seit 1996 nicht mehr erlebt hat. Auch in Indien haben Ausländer in diesem Jahr schon 3,79 Milliarden Dollar investiert und damit mehr als im gesamten Jahr 1996, als mit rund drei Milliarden Dollar ein Rekord aufgestellt wurde.

Schlecht schnitten dagegen ausgerechnet die nur Inländer zugänglichen chinesischen Aktien ab. Die in Yuan-notierten Aktienindizes verloren bisher rund sieben Prozent, was damit zusammenhängt, daß diese Firmen im Falle einer Aufwertung der chinesischen Landeswährung eines Teil ihres Wettbewerbsvorsprungs einbüßen könnte.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig der Einfluß der Devisenkurse auf die Kursbildung an den asiatischen Aktienmärkten ist. Der zuletzt gezeigte Schwung an den dortigen Börsen dürfte somit nur anhalten, wenn es bei den Währungen nicht zu größeren Verwerfungen kommt. Bleiben diese aber aus, dürfte die Trumpfkarte hoher Wirtschaftswachstumsraten weiter stechen.

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