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Sonntag, 19. Februar 2012
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Arabien Dubai zeigt Euphorie und ihre Folgen

27.11.2009 ·  Steigende Kreditausfallversicherungs-Kosten, die unterdurchschnittliche Entwicklung der Börsen und seltsame Projekt zeigen neben den Finanzierungsschwierigkeiten von Dubai World, wie der Glanz der Staaten am persischen Golf verblasst.

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Nach der desaströsen Entwicklung an den angelsächsischen Immobilienmärkten sowie analogen Boom- und Pleitephasen in Spanien und weiten Teilen Osteuropas zeigt die aktuelle Krise in Dubai, wohin Wachstumsphantasien in Verbindung mit zunächst überaus generöser Liquiditätsversorgung führen können. Zunächst zu einer beinahe unglaublichen Euphorie und entsprechendem Preisauftrieb.

Dann jedoch in und oder an den Rand einer Pleite, sobald entstandene Kurs- und Preisblasen in sich zusammen fallen und Schuldner, die mit zu viel Fremdmitteln operiert haben - im Boom steht immer zuviel Kredit zur Verfügung -, nicht umschulden können und in Zahlungsverzug geraten. Das zwingt sowohl Kreditgeber als auch Anleger zu einer Neubewertung der Risiken.

Steigende Kreditausfallversicherungs-Kosten und unterdurchschnittliche Entwicklung der Börsen

Diese zeigt sich sowohl in Form der Preise, die für die Versicherung gegen einen Kreditausfall - so genannter credit-default swaps - bei arabischen Unternehmen und Staaten bezahlt werden, als auch in der unterdurchschnittlichen Entwicklung der Börsen der Region. Die meisten Aktienmärkte der Golfregion haben sich in den vergangenen Monaten zusammen mit den Weltbörsen von den zum Teil massiven Kursrückschlägen des vergangenen Jahres etwas erholt, jedoch nicht alle.

Der Bahrain All Share Index zum Beispiel befindet sich auf dem tiefsten Stand seit mindestens fünf Jahren. Das kann kaum verwundern, denn er wird von Bank- und Versicherungswerten dominiert. Dieser Markt zahlt nun die Zeche dafür, dass das kleine Königreich in den vergangenen Jahren des Finanzbooms versuchte, sich als Finanzmetropole zu etablieren. Ähnliches gilt auch für Dubai, wo der Markt von Versicherungs-, Banken-, Bau- und Immobilienwerten bestimmt wird. Genau diese Unternehmen spüren nun jedoch die Folgen des Preisverfalls an den regionalen Immobilienmärkten. Sei es in Form zunehmenden Abschreibungsbedarfs oder ausbleibenden Geschäfts.

Der Dubai Financial Market General Index hat seit Jahresbeginn in lokaler Währung knapp 28 Prozent zugelegt. Der Index wird dominiert vom Immobilienunternehmen Emaar Properties. Der Titel hat ein Gewicht von etwas mehr als 23 Prozent und hat ihn mit einem Kursgewinn von 135 Prozent seit Februar maßgeblich mit nach oben gezogen. Die Anteile Emaars befinden sich - ähnlich wie bei Dubai World (siehe: Dubai schockt die Finanzmärkte) - ebenfalls zu einem großen Teil von mehr als 30 Prozent in den Händen der Regierung des Landes.

Wirtschaftlich dubiose Projekte von Emaar Properties

Emaar Properties entwickelt und betreut bekannte und große Projekte, die in Dubai verwirklicht werden. Dazu zählen - neben vielen anderen - die Dubai Mall mit rund 1.000.000 Quadratmetern Nutzfläche oder der höchste Wolkenkratzer der Welt, der Burj Dubai. Dieses Gebäude war von Anfang an umstritten, weil es sich noch nie gerechnet hat. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 65 Milliarden Dollar investiert und ist weltweit tätig. Allerdings dominieren die Investitionen in der Region das Geschäft und machen es entsprechend anfällig.

Die zweit- und drittstärksten Werte im Index sind die Papiere der Banken Emirates NBD und Dubai Islamic Bank, mit Gewichten von 15,6 und knapp neun Prozent, gefolgt von den Papieren des Dubai Financial Market, der Dubai Investment PJSC und der Mashreqbank PDC mit Gewichten von plus minus fünf Prozent. Zwei dieser Unternehmen wurden im Rahmen der Dubai-World-Krise und der dadurch entstehenden Risiken von den Ratingagentur S&P auf die Beobachtungsliste gesetzt. Die Papiere der Mashreqbank verloren seit Mitte des vergangenen Jahres mehr als 60 Prozent ihres Wertes - was für sich und gegen die Aktie spricht -, während die Aktien des Dubai Financial Market massiv überbewertet sind.

Die abnehmende Kreditwürdigkeit Dubais zeigt sich am deutlichsten an der Entwicklung der credit-default swaps. Sie zählten in den vergangenen Wochen zu den schwächsten weltweit. Der Swapsatz für Kontrakte mit einer Laufzeit von fünf Jahren ist von rund 300 Basispunkten noch zu Beginn des Monats auf zuletzt 541 Basis- oder 5,4 Prozentpunkte gestiegen. Kontrakte auf die Mashreqbank haben um 282 Basispunkte und die auf die Emirates Bank International um mehr als 300 Basispunkte angezogen. Das zeigt, dass die Immobilien- und Finanzkrise am Golf weiterhin ihre Kreise zieht. Weitere Überraschungen scheinen nur eine Frage der Zeit zu sein, sofern man sich überraschen lässt (siehe auch: , vierte Frage).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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