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Samstag, 18. Februar 2012
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Apple Kurssturz nach Rückzug von Steve Jobs

15.01.2009 ·  Apple-Chef Steve Jobs ist so krank, dass er eine fünf Monate lange Auszeit nehmen muss. Der Aktienkurs des Computerherstellers stürzt daraufhin ab. Dennoch hat Apple unverändert jede Menge Anhänger unter den Aktienanalysten.

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Die Aktie des amerikanischen Computerherstellers Apple ist am Donnerstag im europäischen Aktienhandel eingebrochen. Auslöser war die fünfmonatige Auszeit, die der Gründer und Vorstandsvorsitzende Steve Jobs nehmen muss. Jobs muss möglicherweise die Bauchspeicheldrüse entfernt werden, sagten die behandelnden Ärzte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Offiziell hieß es nur, Jobs müsse sich bis Ende Juni zurückziehen, da seine gesundheitlichen Schwierigkeiten „komplexer“ seien als noch in der vergangenen Woche gedacht. Doch schon 2004 wurde der heute 53 Jahre alte Jobs wegen einer seltenen Form von Bauchspeichelkrebs behandelt. Allerdings galt die Krankheit seitdem als überwunden.

Aktienkurs fällt kräftig

Im deutschen Aktienhandel lag die Aktie von Apple am Donnerstagvormittag 7,9 Prozent im Minus bei 60 Euro. Damit hat sie in den vergangenen zwölf Monaten 46 Prozent an Wert verloren.

Schon im nachbörslichen Aktienhandel in New York wurden die Apple-Titel mit einem Abschlag von 10 Prozent gehandelt. Aus der offiziellen Börsensitzung war die Aktie am Mittwochabend noch mit einem Verlust von 2,7 Prozent auf 85,33 Dollar gegangen.

Fundamental laufen die Geschäfte für Apple derzeit gar nicht so schlecht. Die weltweiten Computerverkäufe sind zwar zum Jahresende erstmals seit fünf Jahren um 0,4 Prozent gefallen, berichtete das amerikanische Marktforschungsinstitut IDC am Mittwoch. Immerhin konnte Apple jedoch 1,2 Millionen Computer verschiffen und den Marktanteil auf 7,2 Prozent steigern.

Apple ist wieder Trendsetter

Doch Jobs gilt in der Branche als der Mann, der Apple nach einer Schwächephase wieder auf Erfolgskurs brachte. Heute ist die Marke wieder dank Produkten wie dem iPod oder dem iPhone wieder Trendsetter in der Computerbranche.

Dennoch hat Apple unverändert jede Menge Anhänger unter den Aktienanalysten. Selbst am Donnerstag kamen noch positive Einschätzungen. So bekräftigten die amerikanischen Wertpapierhäuser BAS-ML und Oppenheimer & Co. ihre Kaufempfehlungen. BAS-ML setzte das Kursziel auf 110 Dollar je Aktie und Oppenheimer sogar auf 120 Dollar. Das bedeutet, dass die Analysten dem Titel einen Kursanstieg von 29 bis 40 Prozent zutrauen.

Auch die übrigen Einstufungen von dieser Woche, die JP Morgan, Thomas Weisel, Piper Jaffray und Citi abgaben, fielen einstimmig positiv aus. Von den 35 Analysten, die laut Bloomberg regelmäßig Apple verfolgen, empfehlen 25 die Aktie zum Kauf und nur ein einziger rät, die Bestände zu senken.

Mit einer Marktkapitalisierung von 76 Milliarden Dollar wird Apple an der Börse etwas niedriger als der weltgrößte Hersteller von Computern, Hewlett-Packard, bewertet. HP ist an der Börse 86 Milliarden Dollar wert.

Hewlett-Packard-Aktie auch beliebt

Hewlett-Packard stufen die Analysten allerdings ähnlich positiv ein wie Apple. Auch hier fielen die Analystenempfehlungen der vergangenen Tage eindeutig positiv aus. Lediglich die französische Investmentbank Calyon Securities riet, HP-Aktienbestände zu reduzieren und setzte das Kursziel bei 32,50 Dollar und damit allerdings nur leicht unter die aktuelle Notierung von rund 35 Dollar.

Zu den günstigen Urteilen über HP dürfte allerdings auch beitragen, dass die HP-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,8 gehandelt wird, während Apple auf eine Relation von 15,9 kommt.

Während der Abwesenheit von Steve Jobs wird der 48 Jahre alte Tim Cook den Firmengründer ersetzen. Während Jobs als leidenschaftlich beschrieben wird und als jemand, der auch durchaus laut werden kann, gilt Cook als das krasse Gegenteil: Er hebt beispielsweise nie die Stimme, um sich durchzusetzen, und hat auch in den vergangenen Jahren lautlos das Tagesgeschäft unter Jobs' Führung geleitet.

Das Gesicht von Apple

„Steve ist das öffentliche Gesicht von Apple“, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den Leiter des Apple-Onlinegeschäfts, Mike Janes. Doch Cook sei es gewesen, der das einmalige Produktdesign von Apple zu Geld gemacht habe.

Ursprünglich wollte Jobs den Konzern auch neben seiner Behandlung weiter führen, kündigte Apple noch in der vergangenen Woche. Damit ist die Krankheit offenbar schlimmer als ursprünglich gedacht.

Jobs will eingebunden bleiben

„Das ist der Preis für den Erfolg, den du zahlen musst, wenn du einen großen Leader hast“; sagte Gene Munster, ein Analyst von Piper Jaffray & Co. Seit Juni 2004 empfiehlt Munster die Apple-Aktie zum Kauf, besitzt selbst jedoch laut Bloomberg keine. „Mir ist es lieber, einen großen Leader an der Spitze zu wissen und mit dem Übergang zurecht kommen zu müssen, als gar keinen großen Leader zu haben.“

Auch wenn er sich vorläufig zurückziehe, schrieb Jobs in seiner Mail an die Apple-Beschäftigten, werde er „in größere strategische Entscheidungen“ eingebunden bleiben.

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