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Apple Auf dem Trend zu neuen Höhen

21.04.2010 ·  Apple hat es wieder einmal geschafft. Das iPhone ist ein Kassenschlager und so verbucht der Computerhersteller erheblich mehr Gewinn als erwartet. Die Trendprodukte halten auch den Kurs trotz einer hohen Bewertung der Aktie auf Steigflug.

Von Martin Hock
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Nicht alle Quartalszahlen, die am Vorabend in Amerika vorgelegt wurden, vermochten zu überzeugen. Coca-Cola steigerte zwar den Gewionn, doch hat auf dem Heimatmarkt zu kämpfen. Johnson & Johnson hielten sich aufgrund der bevorstehenden Gesundheitsreform mit ihrem Ausblick deutlich zurück.

Unbestritten konnte Apple dagegen glänzen. „Unglaubliche Zahlen“, resümierte Michael Obuchowski, Geschäftsführer von First Empire Asset Management. Der amerikanische Computerhersteller hat im zweiten Quartal den Gewinn um 90 Prozent gesteigert und die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Apple verdiente 3,33 Dollar je Aktie, der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen Gewinn je Aktie von 2,45 Dollar und einen Umsatz von 12,04 Milliarden Dollar erwartet.

Schlüsselprodukt iPhone

Das verschaffte nicht nur der Aktie nachbörslich ein Kursplus von 5,2 Prozent, sondern half auch der Nasdaq und am Mittwochmorgen auch der Tokioter Börse auf die Beine. Der große Gewinnbringer heißt iPhone. Mit 8,75 Millionen Stück verkaufte Apple im zweiten Quartal mehr als doppelt so viele Stücke wie im Vorjahreszeitraum.

Das macht sich zwar in einem rückläufigen iPod-Umsatz bemerkbar, doch fällt dieser mit einem Prozent nicht weiter bemerkenswert aus, zumal der Umsatz des
iTunes-Store, über den Apple Musik, Videos und Anwendungsprogramme für das iPhone (Apps) verkauft, auf das Rekordniveau von 1,1 Milliarden Dollar steig. Zudem beflügelt das gute Image offenbar auch den Absatz der Macintosh-Computer, deren Verkaufszahl um ein Drittel auf 2,94 Millionen Stück wuchs.

Kreation des Mythos'

Und die nächsten Hits sind schon unterwegs. Mit den bisherigen Verkäufen des Tablet-Computers iPad ist der Konzern sehr zufrieden. Sorgsam kreiert Apple schon die nächsten Applemanie. Zwar kündigte Vorstandschef Steve Jobs nur „mehrere außergewöhnliche Produkte“ für dieses Jahr an, doch gerade genug Informationen drangen stets durch, um just den richtigen Mix von Gerücht und Fakten zu bilden, der einen Mythos entstehen lässt.

Neu ist, dass ein Software-Entwickler des Unternehmens einen Prototypen des neuen iPhones, das für Juni oder Juli erwartet wird, in einem Lokal liegen gelassen haben soll. Vorn dort sei es in die Hände des Technologie-Blog „Gizmodo“ gelangt, das das Gerät vorstellte. Das passt so gar nicht zu dem Bestandteil des Mythos, wonach Prototypen so geheim sind, dass nur engste Mirtarbeiterkreise diese zu Gesicht bekommen. Honny soit, qui mal y pense.

Analyst Gene Munster von der Finanzberatung Piper Jeffreys rechnet darüber hinaus mit einem neuerlichen Vorstoß von Apple auf den Fernsehmarkt. Die Settop-Box „Apple TV“, die Filme aus dem Internet auf den heimischen Fernseher bringt, habe zu den wenigen Misserfolgen von Apple in der jüngeren Vergangenheit gehört.

Ein bisschen mehr Gewinn wird's werden

Für das angelaufene dritte Quartal erwartet Apple, das für seine konservativen Ausblicke bekannt ist, einen Gewinn je Aktie von 2,28 Dollar bis 2,39 Dollar bei einem Umsatz von 13 Milliarden bis 13,4 Milliarden Dollar. Denn ganz frei von Sorgen ist Apple nicht. Die Bruttomarge dürfte im dritten Quartal auf 36 Prozent von 41,7 Prozent im zweiten Quartal fallen. Finanzvorstand Peter Oppenheimer begründet dies unter anderem mit den Auswirkungen eines stärkeren Dollars und der Einführung neuer Produkte. Im zweiten
Quartal sei das Produktmix margenträchtiger gewesen.

Selbst wenn diese Prognose zutrifft, hätte Apple nach drei Quartalen schon 9,30 Dollar je Aktie verdient. Dann fehlten nur noch 2,80 Dollar um die durchschnittlichen Analystenprognosen zu erreichen. Doch nachdem Apple in den ersten beiden Quartalen die Prognosen deutlich übertroffen hat, könnte das wohl in den kommenden Quartalen auch gelingen - allzu mal Analysten für das vierte Quartal schon jetzt mit einem Gewinn von 3,36 Dollar je Aktie kalkulieren.

Den Trend reiten

Bewertet ist die Aktie auf Basis der Prognosen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 20 für das laufende und 17,2 für das kommende Jahr. Das ist nicht billig und daran ändert sich auch nichts, wenn man sowohl mögliche höhere Gewinne als auch den nachbörslich höheren Kurs in die Rechnung mit einbezieht.

Aber vielleicht ist die Bewertung gar nicht so wichtig. Der Erfolg von Apple sind nur zum Teil die Gewinne, der andere ist eine als überzeugend angesehene Produktqualität und nicht zuletzt ein kräftiger Schuss Mythos. Seit der iPad-Vorstellung hat der Kurs neuen Antrieb und mit den nachbörslichen Aufschlägen wieder ein neues Allzeithoch erreicht. Solange Apple den Trend reiten kann, solange können Anleger, scheint's, auch auf den der Aktie setzen.

Doch wie lange kann der Trend halten? Immer länger als man glaubt, wenn man vorsichtig ist. Und immer kürzer, als man denkt, wenn man risikofreudig ist. Das ist unbefriedigend, aber nicht zu ändern. Zudem taugt es als Leitlinie: Optimisten sollten Gewinne zwischenzeitlich immer wieder sichern. Pessimisten tun es ohnehin, doch sollten diese sich vielleicht überwinden und diese auch einmal länger laufen lassen, als es ihnen geraten scheint.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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