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Apple Aktienkurs erholt sich

 ·  Der Aktienkurs von Apple fiel am Montag deutlich, nachdem bekannt wurde, dass Steve Jobs - Spiritus Rector des Unternehmens - eine gesundheitsbedingte Auszeit nimmt. Zudem ändert sich aber auch das kompetitive Umfeld des Unternehmens.

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Der Montag scheint zumindest an den europäischen Börsen der Tag des Rückschlags bei zuletzt sehr gut gelaufenen Aktien zu sein. Das galt nicht nur für Dialog Semiconductor (vgl. Dialog Semiconductor: Konsolidierung), sondern auch für Apple. Denn der Kurs des amerikanischen Technologieunternehmens fiel um bis zu neun Prozent, nachdem frische Sorgen über den Gesundheitszustand des Vorstandssprechers Steve Jobs aufkamen.

Der Verwaltungsrat habe ihm erlaubt, eine gesundheitsbedingte Auszeit zu nehmen, ließ Jobs mitteilen. Er werde aber Konzernchef bleiben und an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Jobs nannte keine konkreten Gründe oder einen erwarteten Zeitraum für seine Abwesenheit.

Probleme mit der Spenderleber nicht lebensbedrohlich

Jobs war in den vergangenen Jahren bereits zweimal ernsthaft krank. Im Jahr 2004 hatte er eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse besiegt. Im Jahr 2009 musste er sich einer Lebertransplantation unterziehen. Seitdem wurden Gesundheitsprobleme nicht mehr wahr genommen.

Allerdings schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf eine informierte Person, wie bei vielen andere Patienten mit einer Spenderleber verursache das Immunsystem auch bei Jobs Schwankungen im Gesundheitszustand. In den vergangenen Wochen sei es ihm wieder etwas schlechter gegangen. Er sei nur etwa zwei Mal pro Woche in die Apple-Zentrale gekommen, habe auch wieder stärker abgemagert ausgesehen und häufiger in seinem Büro statt wie gewohnt in der Apple-Kantine zu Mittag gegessen. Von der Zeitung befragte Gesundheitsexperten sagen aber, die gesundheitlichen Folgen einer Lebertransplantation seien nicht lebensbedrohlich.

2004 war Jobs wegen einer Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse operiert worden , im Frühjahr 2009 folgte dann die Lebertransplantation. Die Auszeit dauerte seinerzeit ein halbes Jahr.

Jobs gilt als treibende Kraft hinter dem operativen Erfolg Apples

Jobs prägt dennoch die operative Entwicklung des Unternehmens und brachte es durch die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen auf einen eindrucksvollen Wachstumskurs. Jobs gilt als zentrale und treibende Kraft hinter den kommerziellen Erfolgen des Macs, des iPods, des iPhones, des iPads und nicht zuletzt auch des digitalen Musikvertriebs iTunes und des Onlineverkaufs von immer mehr Software.

Da er - nach der Beinahepleite in den 90er-Jahren - mit dem Wiedereinstieg im Jahr 1997 in das ursprünglich von ihm gegründete Unternehmen zu dessen prägender Figur wurde, wird seine Gesundheit besonders aufmerksam beobachtet. Sollten seine Ideen, seine Design-, Marketing- und Managementfähigkeiten fehlen, könnte das Unternehmen rasch wieder von seiner Erfolgsspur abkommen, so lautet die Befürchtung mancher Marktteilnehmer.

Ob sie gerechtfertigt ist, kann bezweifelt werden. Denn Apple besteht nicht nur aus Jobs alleine, sondern aus einer inzwischen etablierten Managementphilosophie. Trotzdem können solche Bedenken unter Umständen Anlass für eine größere Korrektur genommen werden, nachdem die Aktien in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 5.000 Prozent zugelegt hatten. Selbst danach scheinen sie angesichts des Wachstums der vergangenen Jahre und angesichts der hohen Wachstumserwartungen noch vernünftig bewertet zu sein.

Im Moment ändert sich das kompetitive Umfeld

Allerdings ändert sich inzwischen das Umfeld rasch und deutlich. Denn Konkurrenten wie Nokia, Samsung oder auch Research in Motion kommen mit Konkurrenzprodukten zu Apples Erfolgsgeräten auf den Markt und machen ihn mit ansatzweise besser ausgestatteten oder gar günstigeren Geräten streitig. Das kann dazu führen, dass zu hohe Wachstumserwartungen enttäuscht werden und die Margen sinken.

Allerdings besteht die Vermutung, dass Apple bald auf eine neue Strategie einschwenken wird. Sie leitet sich aus der Tatsache ab, dass das Unternehmen im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ein riesiges, modernes Speicher- und Rechenzentrum baut, dessen künftige Funktion bisher noch nicht klar kommuniziert wurde. Manche Anleger spekulieren darauf, dass Apple künftig vermehrt Dienstleistungen in der so genannten „Wolke“ anbieten möchte. Das Unternehmen strebe an, künftig die lukrativen Vertriebskanäle für elektronische Inhalte anzubieten und zu kontrollieren. Auf diese Weise erschlösse es sich neue Wachstums- und Marktstellungspotenziale.

Kurzfristig soll Tim Cook die operative Führung des Unternehmens übernehmen. Cook hatte diese Funktion schon im Jahr 2009 übernommen. Damals war Jobs in den ersten sechs Monaten des Jahres weg vom Unternehmen. Der operativen Entwicklung hat es jedoch nicht geschadet, während die Aktie alleine in jenem Jahr um 150 Prozent zulegte. Anleger werden dazu tendieren, die operative Entwicklung kritisch zu beobachten. In den vergangenen Monaten boten größere Kursrückschläge regelmäßig günstige Kaufgelegenheiten. Das muss jedoch nicht immer so bleiben. Deswegen sollte die Lage spätestens dann kritisch analysiert werden, wenn der gleitende 150- oder gar der 200-Tagedurchschnitt durchbrochen werden sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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