Investieren in Aktien klingt einfach. Doch damit angesichts der in den vergangenen Jahren sehr volatilen Märkte auch wirklich Geld zu verdienen ist schwieriger als es zunächst scheint. Selbst die meisten Fondsmanager scheitern bekanntlich regelmäßig bei dem Versuch, besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden.
Trotz dieser Erkenntnis gibt es aber vielleicht doch relativ einfache Erfolgsformeln. Darauf lassen zumindest die Ergebnisse schließen, die Sam Stovall bei seinen jüngsten Berechnungen historischer Kursbewegungen gewonnen hat. Dieses Mal hat der Chef-Aktienstratege vom Finanzdienstleister Standard & Poor´s untersucht, wie sich langfristig die Aktien von Unternehmen mit herausragenden Markennamen sowie Titel geschlagen haben, die in den vergangenen 25 Jahren stets die Dividenden erhöht haben.
Bei der Auswahl der Gesellschaften mit einem renommierten Markennamen hat Stovall auf eine Liste der besten Markennamen zurückgegriffen, die jedes Jahr von der Consulting-Firma Interbrands erstellt wird. Die Dividenden-Könige hat er aus der so genannten Liste der Dividenden Aristokraten übernommen, die S&P selbst regelmäßig erstellt. Diese besteht aus rund 40 Unternehmen, die wie erwähnt seit 25 Jahren konstant die Ausschüttung anheben. Um festzustellen, wie gut sich diese beiden Gruppen an der Börse geschlagen haben, hat Stovall deren Performance bis Ende März 2012 mit der des S&P 500 Index in den vergangenen drei und fünf Jahren sowie seit Ende 1999 verglichen.
Beide Gruppen schlagen den S&P 500 Index deutlich
Und siehe da, die 10 besten Markenartikler haben sich über alle Zeiträume hinweg sehr gut geschlagen. Auf Sicht von 3, 5 und 12 Jahren betrugen die Zuwachsraten im Schnitt inklusiver der gezahlten Dividenden 130 Prozent, 103 Prozent und 288 Prozent (siehe Grafik). Der S&P 500 Index hat es gleichzeitig dagegen nur auf Gewinne von 88 Prozent, 10 Prozent und 20 Prozent gebracht. Wobei das Ergebnis allerdings etwas durch die überaus starke Entwicklung der Apple-Aktie zugunsten der Markenartikler geschönt wird. Aber selbst wenn Apple herausgerechnet wird, haben die Aktien der Markennamen in allen drei Zeiträumen die Nase vorne.
Mit den Ergebnissen der Dividenden-Aristokraten konnten aber auch die Markenartikler nicht mithalten. Zumindest dann nicht, wenn man auch hier Apple außen vor lässt. In diesem Fall ist es so, dass die Dividendenkrösuse mit Zuwächsen von 103 Prozent und 162 Prozent eindeutig die besten Ergebnisse für die Zeiträume 3 und 12 Jahre eingefahren haben. Nur über 5 Jahre fällt das Plus mit 34 Prozent geringer aus als bei den Markenaktien (siehe Grafik).
Und weil diese Resultate auch plausibel erscheinen, macht es durchaus Sinn, sich bei Anlageentscheidungen auf Gesellschaften mit einem erstklassigen Namen oder regelmäßige Dividenden-Erhöher zu konzentrieren. Wirklich Erfolg verspricht dabei aber nur ein Basket-Ansatz, der mehrere Aktien aus jeder Gruppe berücksichtigt. Denn auch unter den Dividenden-Bringern und den Markenartiklern sind immer wieder einmal Titel zu finden, die für sich alleine betrachtet dem Markt hinterherhinken.
Auch das ist nur eine Rückbetrachtung
Mark Tan (MuselMane)
- 27.04.2012, 10:41 Uhr