Die Aktie von MG Technologies zählt am Donnerstag gegen 15.48 Uhr mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent auf 6,45 Euro zu den besten Titeln im MDax. Dieser Anstieg scheint verwunderlich. Schließlich ist das Umfeld für den Chemie-und Anlagenbaukonzern weiter schwierig.
Selbst der Vorstandsvorsitzende Kajo Neukirchen bewertet die Wachstumsaussichten der Unternehmensgruppe zurückhaltend: „Wir müssen uns sehr anstrengen, wenn wir in dieser schwierigen Konjunkturlage den Umsatz steigern wollen“, sagte er in diesen Tagen.
Im Geschäftsjahr 2001/02 hatte MG Technologies rund 8,6 Milliarden Euro umgesetzt. Neukirchen rechnet nach eigenen Worten nicht mit einer Belebung der Konjunktur vor Mitte des nächsten Jahres. Vor wenigen Wochen hatte der Konzern mit Sitz in Frankfurt am Main auf die anhaltende Flaute mit der Ankündigung reagiert, bis Ende dieses Jahres etwa 1.000 Stellen, 500 davon in Deutschland, abzubauen.
Innerhalb von zehn Monaten mehr als 50 Prozent an Wert eingebüßt
Gleichwohl schneidet die MG-Aktie bei der Mehrzahl der Analysten gut ab. 13 von 22 Analysten empfehlen das Papier zum Kauf, sieben zum Halten, und lediglich zwei legen den Investoren den Verkauf der Aktie nahe. Der Kursverfall, der in der jüngeren Vergangenheit zu beobachten war, beruhte wohl auf technischen Ursachen und nicht aus bewertungsrelevanten Informationen aus dem Unternehmen, heißt es bei Helaba Trust.
Tatsache ist, daß die MG Technologies-Aktie, trotz zwischenzeitlicher Kurserholungen, seit längerem von einem Abwärtstrend gekennzeichnet ist; Ende März vergangenen Jahres war sie noch 13,90 Euro wert. Deutlich niedriger als derzeit notierte sie zuletzt nur im Herbst 2001.
MG läßt recht attraktive Dividendenrendite erwarten
Außer durch die schwache Konkunktur ist das Vertrauen in MG Technologies und der Kurs auch durch Streitigkeiten zwischen der Konzernführung und einem Großaktionär belastet worden. Wie es scheint, bildet die Aktie jedoch oberhalb der Marke von sechs Euro einen Boden aus. Die Dividende, die zuletzt bei 0,25 Cent je Aktie lag, dürfte sich nach Aussage von Neukirchen kaum ändern.
Daraus folgt eine auch im Vergleich zu Anleihen recht attraktive Dividendenrendite von etwa vier Prozent. Auf Grundlage der Gewinnschätzungen von Analysten für dieses Jahr ergibt das ein niedriges KGV von 6,19. Vor diesem Hintergrund scheint das Papier günstig bewertet.
Das Umfeld für Chemie und Anlagenbau bleibt allerdings schwierig. Nachrichten für einen kräftigen Schub zugunsten der MG-Aktie läßt dies nicht vermuten. Anleger sollten erst wieder zu diesem Papier greifen, wenn sich die Konjunktur im Chemie und Anlagenbau aufhellt und der Kursverlauf den Versuch der Bodenbildung tatsächlich abgeschlossen hat und nachhaltig nach oben zeigt.