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Anlagebetrug Die Maschen der Anlagebetrüger

27.08.2002 ·  Anlagebetrüger locken mit traumhaft hohen Renditeversprechen. Experten verraten Tipps, wie man sich vor Verlusten schützen kann.

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Jahr für Jahr werden Anleger in Deutschland um Millionenbeträge „erleichtert“. Das Bundeskriminalamt schätzt, dass jährlich bis zu 2,5 Milliarden Euro im sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“ durch Anlagebetrug versickern - Tendenz steigend.

Woran erkennt man aber ein unseriöses Angebot? Experten geben im folgenden Tipps, wie Anleger ihr Geld vor Betrügern schützen können. Das Beruhigende, aber gleichzeitig auch das Erschreckend daran ist, dass die meisten Betrügereien bereits mit dem einfachen Menschenverstand zu vermeiden wären.

Daneben lassen sich auch im Internet jede Menge Informationen zum Thema Anlagebetrug finden. Einschlägige Adressen sind am Ende aufgelistet.

Vorsicht bei „zweistelligen Renditen ohne Risiko“

Locken die Anbieter mit traumhaften Gewinnversprechen, sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Renditen von mehr als zehn Prozent sind nur mit hochriskanten Anlageformen zu erreichen, bei denen auch der Totalverlust droht, warnen Experten. Als Vergleichsmaßstab kann der aktuelle Zinssatz einer zehnjährigen Bundesanleihe herangezogen werden, der bei jeder Bank erfragt werden kann. Gegenangebote erleichtern den Vergleich.

Besondere Vorsicht gilt bei ungebetenen Telefonanrufen. Telefonwerbung ist in Deutschland verboten, sofern noch keine Geschäftsbeziehung zu dem Angerufenen besteht.

Erst Vergleichszeiträume von fünf bis zehn Jahre sind aussagekräftig

Anfängliche Erträge beweisen nicht zwingend die Seriosität der Anlage. Oft sollen Anleger lediglich verleitet werden, noch mehr Geld zu investieren. Aussagekräftig sind erst Vergleichszeiträume von fünf bis zehn Jahren.

Versucht der Vermittler, den potentiellen Anleger unter Zeitdruck zu setzen, heißt es besser Finger weg. Dadurch soll dem Neukunden die Chance genommen werden, das Angebot sorgfältig zu prüfen.

Seriösität des Anbieters ist entscheidend

Vor der Unterschrift sollte die Seriösität des Anbieters geprüft werden. Dabei warnen Experten davor, sich auf das Urteil von Verwandten oder Bekannten zu verlassen, die selbst „eingestiegen“ sind. Misstrauen ist bei unbekannten Firmen angesagt, über die keine sicheren Informationen erhältlich sind. Auch die Einschaltung eines Treuhänders oder Notars garantiert noch nicht die Seriosität des Anlageangebotes.

Die Polizei rät außerdem, sich den Ausweis des Vermittlers zeigen zu lassen und die Daten zu notieren. Zu den bekannten Firmen des Grauen Marktes, deren Angebote Experten für zumindest zweifelhaft halten, zählen der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) und die Göttinger Gruppe.

Bei Firmensitzen im Ausland steckt oft nur ein Briefkasten dahinter. Auch sind Anlagebetrüger gerade in exotischen Ländern nur schwer zu ermitteln und gerichtliche Auseinandersetzungen meist aussichtslos, sagen Juristen.

Zweifelhafte Helfer in der Not

Wer den Schaden hat: Ist das Geld erst einmal in den Sand gesetzt, lauern auch schon zweifelhafte „Helfer in der Not“, die in Inseraten versprechen, das verlorene Geld wiederzubeschaffen. Seriöse Fahnder verlangen erst bei Erfolg ein Honorar und schalten zudem versierte Rechtsanwälte ein. Die Polizei rät, bei Verdacht auf Betrug Anzeige bei der zuständigen Dienststelle oder der Staatsanwaltschaft zu erstatten.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im Internet unter den Adressen: www.anlageschutz.de; www.finanztest.de; www.polizei.propk.de/vorbeugung/betrug/anlage.

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