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Anlage-Strategie Sind Anleger zu optimistisch geworden?

05.01.2010 ·  Selbst nach massiven Kursgewinnen sind die professionellen Anleger weiterhin optimistisch. Gleichzeitig gibt es zumindest unter amerikanischen Privatanlegern kaum noch Skeptiker. Das ist eine kritische technische Konstellation.

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Selbst nach massiven Kursgewinnen in den vergangenen Monaten sind zumindest die professionellen Anleger weiterhin optimistisch. Das zeigte die jüngste Ausgabe der regelmäßig einmal im Monat veröffentlichte Fondsmanager-Umfrage von Merrill Lynch. 80 Prozent der insgesamt 302 befragten Experten gingen davon aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten bei verhaltener Preisentwicklung stärker werden wird.
Sie rechnen im laufenden Jahr mit einem gesamten Aktienertrag von durchschnittlich 7,7 Prozent - angeführt von der Asien-Pazik-Region, gefolgt von den restlichen Schwellenländern, Großbritannien und schließlich den Vereinigten Staaten und Europa. Der Optimismus zeigt sich längst auch in entsprechenden Positionierungen.

Allgemeiner Optimismus ist weit gediehen

Eine Analyse von EPFR zeigt, dass Geldmarkt- und amerikanische Aktienfonds im vergangenen Jahr die stärksten Mittelabflüsse seit Jahren verzeichneten, während Hochzins-, Rohstoff-, Technologie und Schwellenländerfonds extreme Mittelzuwächse verzeichneten.

Das ist allerdings Schnee von gestern. Grundsätzlich mögen die Anleger angesichts der einmal etablierten Trends dazu tendieren, diese in die weitere Zukunft fortzuschreiben. Auf der anderen Seite zeigen neben den Umfragen auch technische- und Stimmungsindikatoren, dass der allgemeine Optimismus weit gediehen ist und zumindest kurzfristig extreme Ausmaße angenommen hat.

So ist der VDax New, ein Maß für die in näherer Zukunft erwarteten Kursschwankungen, nach Extremstwerten im vergangenen Jahr, inzwischen wieder deutlich gefallen und befindet sich auf vergleichsweise tiefem Niveau. Das heißt, Anleger scheinen sich auf eine ruhige Entwicklung an den Finanzmärkten einzustellen. Gleichzeitig haben sich die Indizes vergleichsweise weit von ihren gleitenden Durchschnitten entfernt. Das das deutet zumindest technisch auf eine „überkaufte“ und damit korrekturanfällige Situation hin.

Es gibt kaum noch Skeptiker

Drittens zeigen wöchentliche Umfragen der American Association of Individual Investors, dass der Anteil skeptischer Anleger in den vergangenen Monaten auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gefallen ist. Ende des vergangenen Jahres rechneten gerade einmal knapp 23 Prozent der befragten Anleger mit fallenden Kursen in den kommenden sechs Monaten. Das deutet ebenfalls auf eine Überhitzung des Marktes hin. In der Vergangenheit kam es regelmäßig zu Korrekturen, wenn dieser Stimmungsindikator extreme Tiefs erreicht hatte. Dagegen fiel ein extrem hoher Anteil an pessimistischen Anlegern zusammen mit dem vorläufigen Zwischentief des vergangenen März.

Insgesamt rät die Konstellation solcher Daten dazu, eingefahrene Kursgewinne gegen Rückschläge abzusichern - sofern man das nicht regelmäßig tut. Dazu kommen makroökonomische Indikatoren, die - ungeachtet aller kurzfristig überaus optimistisch interpretierten Veränderungsraten - nach dem Auslaufen verschiedener auf Pump finanzierter, staatlicher Stimulationsprogramme auf eine deutliche Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik hindeuten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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