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Anlage-Strategie Der steigende ISM-Index ist positiv für die Aktienmärkte

25.09.2009 ·  Der ISM-Einkaufsmanagerindex hat sich kräftig erholt und dürfte laut Volkswirten weiter steigen. Wie eine Studie der Bank Sarasin zeigt, spricht das historisch betrachtet für weiter steigende Aktienkurse.

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Der amerikanische ISM-Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe hat sich kräftig erholt. Mit zuletzt 52,9 hat der Index die Expansionsschwelle von 50 überschritten. Insgesamt hat er sich seit dem Tief Ende 2008 um 20 Indexpunkte verbessert. Und bei der am kommenden Donnerstag anstehenden Bekanntgabe der Zahlen für September rechnen Volkswirte mehrheitlich mit einem zumindest weiteren leichten Anstieg.

Für die Aussichten an den Aktienmärkten ist ein steigender ISM-Index ein ermutigendes Signal. Zumindest historisch betrachtet. Denn wie die Analysten vom Schweizer bankhaus Sarasin in einer Studie herausgearbeitet haben, besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem ISM Manufacturing Index und der Aktienmarktperformance. Auch in diesem Jahr passt die Kursentwicklung wieder zu diesem historischen Kursmuster.

Auffällig an der bisherigen Performance in diesem Jahr ist auch, dass die kleineren und mittleren Titel die Standardwerte seit Jahresbeginn bei der Kursentwicklung übertroffen haben. Und auch das deckt sich mit historischen Erfahrungen.

Studie erklärt gute Kursentwicklung der Small Caps in diesem Jahr

Bei ihrer Untersuchung hat das Bankhaus Sarasin den Verlauf des ISM-Index zunächst in vier Phasen aufgeteilt (siehe Grafiken). Die erste Phase ist diejenige, in der der ISM-Index von seinem Tiefpunkt bis auf das Niveau von 50, die Grenze zwischen Kontraktion und Expansion des verarbeitenden Gewerbes, steigt. In der zweiten Phase steigt der ISM Index weiter von 50 bis zum Zenit. In der dritten Phase fällt der ISM vom Zenit bis auf das Niveau von 50. In der vierten Phase schließlich fällt der ISM-Index von 50 bis zum Tiefpunkt.

Wie die Tabelle zeigt, gab es seit 1990 zwischen 7 und 10 Beobachtungen der einzelnen Phasen. Diese Phasen dauerten im Durchschnitt zwischen 4 und 8 Monate. Die Performance von globalen Aktien war insgesamt in den Phasen 2 und 3 am stärksten. Einzig in der Phase 4 resultierte im Durchschnitt eine negative Performance.

In allen Märkten zeigt sich, dass sich die Small Caps in der Phase 1 besser (wie zuletzt) und in der Phase 4 schlechter entwickeln als die Large Caps. In den Phasen 2 (aktuell) und 3 sind die Ergebnisse je nach Markt unterschiedlich.

Historie spricht aktuell für Schweizer Nebenwerte

Da der ISM-Index im August auf über 50 Punkte stieg, befinden sich die Märkte seit Anfang September in der Phase 2. In dieser Phase haben die Schweizer Nebenwerte in der Vergangenheit die beste relative Performance erzielt. Gut läuft es in dieser Phase auch für britische Nebenwerte, während deutsche Small Caps unterdurchschnittlich abschneiden.

Da es sich in unserer Analyse um Durchschnittswerte der einzelnen Perioden handelt, haben wir zusätzlich die Konsistenz der Outperformance von Schweizer Nebenwerten gemessen. Die Konsistenz ergibt sich aus der Anzahl der Beobachtungen, welche in die gleiche Richtung gehen. Die größte Konsistenz mit 80% ist in der Phase 4 zu finden. Aber auch in der Phase 2 ist die Konsistenz immer noch gut mit 60%, so dass in 6 von 10 Beobachtungen die Nebenwerte besser abschnitten. Wir denken, dass dies auch in den nächsten Monaten der Fall sein dürfte, da es für das statistische Ergebnis fundamentale Gründe gibt.

Steigende Gewinnschätzungen und steigende Risikobereitschaft sprechen für Nebenwerte

Beim Versuch, das ermittelte Kursverhalten zu erklären, verweisen die Sarasin-Analysten darauf, dass die Nebenwerte den Blue Chips bei der Entwicklung der Gewinnschätzungen meist hinterher hinken. Oft werden sie nur von wenigen Analysten regelmäßig abgedeckt und berichten zeitlich später in der Berichtssaison. Dies bedeutet, dass es auch länger dauert, bis die Gewinnschätzungen angepasst werden. Bei den Schweizer Small Caps wurden die Schätzungen seit September, das heißt nach Bekanntgabe der Ergebnisse zum 1. Halbjahr in der Mehrheit nach oben revidiert wurden. Bei Sarasin geht man davon aus, dass diese Entwicklung noch weitergehen wird, weil die wirtschaftliche Erholung erst am Anfang stehe.

Im zweiten Teil der Aktienmarktrallye, welche im Juli begonnen hat und auf einer Verbesserung der Fundamentaldaten basiert, steigt zudem das Engagement der Anleger. Während mehr und mehr Anleger Geld in Aktien umschichten, fließt auch mehr Geld in Nebenwerte. Die Anleger werden einerseits selektiver, sind andererseits aber auch bereit, größere Risiken einzugehen. Viele Anleger welche sich im Abschwung aufgrund der hohen Risiken und Volatilität von Nebenwerten verabschiedet haben, zeigen nun wieder vermehrtes Interesse.

Wie es weiter heißt, dürften außerdem die durch das Angebot von Kraft Foods an Cadburry neu entfachten M&A-Phantasien ebenfalls besonders die Aktien von kleineren Firmen beflügeln. Denn diese werden meist als Übernahmekandidaten gehandelt. Aufgrund des starken Rückgangs des allgemeinen Zinsniveaus sowie der Kreditrisikoprämien für gute Schuldner dürfte es vor allem große Standardwerte leicht fallen, Geld aufzunehmen um kleinere Transaktionen durchzuführen. Viele Small Caps sind auf der Basis ihres Buchwertes immer noch sehr attraktiv bewertet und könnten als Übernahmeziele in Frage kommen.

Sarasin sieht Schweizer Nebenwerte weiter outperformen

Laut Sarasin dürften die Nebenwerte in der Schweiz in den nächsten Monaten überdurchschnittlich abschneiden. Dabei sollten sich Anleger bei der Titel-Auswahl vor allem auf Aktien fokussieren, welche erstens attraktiv bewertet sind und zweitens einen großen operativen Hebel besitzen. Unter den Small & Mid Caps lauten die Sarasin-Favoriten Georg Fischer und Sulzer.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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