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Veröffentlicht: 27.12.2012, 10:40 Uhr

Amerikas Aktienmarkt 2012 Bankaktien sind die Gewinner des Jahres

Sparmaßnahmen und lockere Geldpolitik treiben die Aktienkurse amerikanischer Banken. Der Kurs der Bank of America hat sich mehr als verdoppelt.

© dpa Die Bank of America hat ihren Aktienkurs in diesem Jahr mehr als verdoppelt.

Zum ersten Mal seit der Finanzkrise sind Bankaktien die Gewinner des Jahres an der Wall Street. Vier Handelstage vor dem Jahresultimo lagen Finanztitel im breitgefassten Aktienindex S&P 500 um rund 26 Prozent im Plus. Damit schnitten sie noch besser ab als konjunktursensible Konsumwerte, deren Kurse durchschnittlich um knapp 22 Prozent zulegten. Finanztitel haben sich in diesem Jahr damit fast doppelt so gut entwickelt wie der S&P 500, der insgesamt um etwas mehr als 13 Prozent gestiegen ist.

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Die Spitzenposition unter den vier größten amerikanischen Kreditinstituten bekleidet die Bank of America. Der Aktienkurs der zweitgrößten amerikanischen Bank hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt, nachdem die Bank im vergangenen Jahr noch das Schlusslicht im DowJones-Index gewesen war, in dem 30 Standardwerte abgebildet sind. Der Aktienkurs der drittgrößten Bank Citigroup, die zusammen mit der Bank of America am stärksten unter der Finanzkrise gelitten hatte, stieg um knapp 50 Prozent.

Amerikanische Notenbank hält an lockerer Geldpolitik fest

Getrieben wurden die Kurse von steigenden Gewinnen der Banken, die angesichts eines leichten Wirtschaftsaufschwungs von nachlassenden Zahlungsausfällen bei Verbraucher- und Firmenkrediten profitierten. Dazu hält die amerikanische Notenbank Fed angesichts der immer noch relativ hohen Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Obwohl das die Zinsmargen der Kreditinstitute belastet, profitierten Banken zuletzt von einer wachsenden Nachfrage nach Darlehen und Refinanzierungen insbesondere im Hypothekenbereich. Im dritten Quartal resultierte das Gewinnwachstum erstmals seit dem Krisenjahr 2009 vor allem aus wachsenden Einnahmen und nicht aus sinkenden Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite. Das Wachstum des Kreditvolumens war im dritten Quartal mit einem Plus von 1 Prozent gleichwohl moderat. „Wir würden gerne sehen, dass mehr Einnahmen aus einer Ausweitung der Kreditvergabe resultierten“, sagte Martin Gruenberg, der Vorsitzende der amerikanischen Einlagensicherungsbehörde FDIC. Nach einem Bericht der FDIC haben die rund 7200 amerikanischen Banken ihre Gewinne im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um fast 7 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar gesteigert - das beste Ergebnis seit dem Vorkrisenjahr 2006. „Es handelt sich um eine klassische Erholung von einer Rezession“, kommentierte der auf Banken spezialisierte unabhängige Unternehmensberater Bert Ely.

Investoren goutierten zudem die starken Sparanstrengungen der Banken, die massiv Stellen kürzen und sich aus unprofitablen Geschäftsbereichen zurückziehen. Auch die Bonuszahlungen, die zuletzt von Investoren immer schärfer kritisiert wurden, wurden gedeckelt. Nach Daten des Informationsdienstes „Bloomberg“ haben die neun größten globalen Banken - darunter die führenden drei amerikanischen Institute JP Morgan Chase, Bank of America und Citigroup - in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als 30.000 Entlassungen angekündigt. Wertpapierhändler und Investmentbanker, traditionell die Spitzenverdiener in der Finanzbranche, verdienen nach Schätzungen der New Yorker Personalberatung Option Group insgesamt nur noch halb so viel wie vor fünf Jahren. Der Vorstandsvorsitzende der Citigroup, Vikram Pandit, wurde im Oktober vom Verwaltungsrat geschasst, nachdem große Aktionäre im April auf der Hauptversammlung gegen sein Vergütungspaket in zweistelliger Millionen-Dollar-Höhe protestiert hatten. Sein Nachfolger Michael Corbat kündigte umgehend die Kürzung von 11.000 Stellen an, was den Aktienkurs deutlich stützte. Selbst innerhalb der Branche wird ein Umdenken gefordert. Der Vorstandsvorsitzende der Investmentbank Morgan Stanley, James Gorman, mahnte im vergangenen Monat auf einer Branchenkonferenz an, dass Angestellte aufhören sollten, sich wegen der gesunkenen Boni zu beschweren. Es gebe außerhalb der Finanzbranche „nicht sehr viel Mitgefühl“ für diese Haltung. „Der Rest der Bevölkerung hat mindestens die gleichen Probleme und startet von einem viel niedrigeren Niveau“, sagte Gorman.

Quelle: F.A.Z.

 

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