30.10.2009 · In Amerika nehmen die Sorgen um die Folgen auslaufender Staatshilfen zu. Gerade die Aktienkurse von Hausbauunternehmen stehen deshalb unter Druck. Im September haben sie wieder deutlich an Wert verloren.
Von Norbert KulsDie seit einigen Monaten anhaltende Erholung des amerikanischen Häusermarktes scheint ins Stocken zu geraten. Erstmals seit fünf Monaten mit steigender Tendenz sind im September die Verkaufszahlen für neue Häuser in den Vereinigten Staaten überraschend zurückgegangen. Das Handelsministerium hatte in dieser Woche einen Rückgang der Verkäufe um 3,6 Prozent gegenüber August auf eine Jahresrate von 402.000 Einheiten gemeldet. Analysten hatten zuvor mit einem klaren Zuwachs gerechnet. Die Aktienkurse von Hausbauunternehmen wie Hovnanian Enterprises oder Lennar reagierten mit kräftigen Verlusten auf diese stark beachteten Konjunkturdaten.
Die Krise im Häusermarkt war der Auslöser der jüngsten Wirtschaftskrise gewesen. Eine nachhaltige Erholung dieses Marktes gilt daher als Voraussetzung für einen anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten.
Nach Ansicht von Analysten könnte es sich bei den September-Daten allerdings auch um eine einmalige Abweichung handeln. „Wir wissen noch nicht, ob es sich um mehr als eine Zacke handelt“, meint Steven Ricchiuto, Volkswirt beim Wertpapierhaus Mizuho Securities. Sorgen macht den Anlegern an der Wall Street allerdings das bevorstehende Ende einer Steuergutschrift für erstmalige Käufer eines Hauses.
Diese erhalten noch bis Ende November einen Steuernachlass von 8000 Dollar. Es ist bisher nicht klar, ob die amerikanische Regierung diese Steuergutschrift verlängert, wie unter anderem vom Maklerverband National Association of Realtors (NAR) gefordert wird. „Wir hoffen, dass die Steuergutschrift verlängert und möglicherweise auf weitere Arten von Käufern ausgeweitet wird“, sagt Lawrence Yun, Chefvolkswirt beim Maklerverband NAR. Der Impuls steigender Hausverkäufe müsse noch ein paar Quartale anhalten, bevor es zu einer „autarken“ Erholung kommen könne.
Häuserpreise vor allem in Kalifornien wieder gestiegen
Die Verkäufe bereits bestehender Häuser waren nach Angaben des NAR im September im Gegensatz zu den Neubauten noch auf die höchste Jahresrate seit zwei Jahren gestiegen. Demnach stiegen die Zahlen gegenüber August überraschend stark um 9,4 Prozent auf eine Rate von 5,57 Millionen verkauften Häusern. Analysten machten dafür auch den steuerlichen Anreiz verantwortlich. „Der starke Zuwachs bei den Hausverkäufen in den vergangenen Monaten geht teilweise auf die Steuergutschrift zurück. Insgesamt ist der Trend aber wegen der größeren Erschwinglichkeit und des sich bessernden Konjunkturausblicks stärker“, sagte Michelle Meyer, eine Volkswirtin bei der Bank Barclays Capital. Zur Erholung des Marktes haben neben der Steuergutschrift auch die gegenüber den Vorjahren gesunkenen Häuserpreise und niedrige Hypothekenzinsen beigetragen.
Ein Ende der Stützungsmaßnahmen könnte eine negative Wirkung auf die seit einigen Monaten andauernde Stabilisierung der Häuserpreise haben. „Wir wollen die Leute noch einmal an den anstehenden Ablauf der steuerlichen Erstkäufer-Gutschrift im November und an die Prognose höherer Arbeitslosenquoten erinnern. Beides könnte einen dämpfenden Effekt auf die Häuserpreise haben“, sagte David Blitzer, der Vorsitzende des Indexausschusses beim Informationsdienst Standard & Poor's.
Der stark beachtete S&P/Case-Shiller Häuserpreis-Index, der die Preisentwicklung in 20 amerikanischen Ballungszentren misst, war im August um durchschnittlich 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Damit sind die Häuserpreise schon zum siebten Monat in Folge gestiegen. Besonders in Kalifornien habe es eine starke Erholung gegeben, sagte Blitzer. Das bevölkerungsreiche Kalifornien war besonders vom Einbruch der Häuserpreise betroffen, weil dort die Spekulation ausgeprägter gewesen war.
Nur in drei Stadtregionen, in Charlotte, Cleveland und in Las Vegas waren die Preise im August gegen den Trend gefallen. Allerdings liegen die durchschnittlichen Preise in den 20 Regionen noch immer um 11,3 Prozent unter denen des Vorjahres. Im Vergleich zum Höhepunkt des spekulativen Aufschwungs im zweiten Quartal 2006 befinden sich die Häuserpreise noch auf einem um knapp 30 Prozent niedrigeren Niveau.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |