27.07.2010 · Am Dienstag reagierten die Papiere von Fresenius Medical Care mit Kursgewinnen von bis zu fünf Prozent auf Meldungen, in Amerika werde die Behandlung von Dialysepatienten künftig pauschal abgerechnet. Davon soll das Unternehmen profitieren.
In den vergangenen Monaten der euphorischen Kurserholung konnte die Aktie von Fresenius Medical Care (FMC) zwar nicht mit dem Dax mithalten. Auf Sicht von acht Jahren jedoch schnitt sie mit einer robusteren Kursentwicklung und einem durchschnittlichen Jahresertrag von 17 Prozent deutlich besser ab als der Markt.
Am Dienstag reagierten die Papiere des Weltmarktführers bei Dialysetherapien und Dialyseprodukten mit Kursgewinnen von bis zu fünf Prozent auf Meldungen, wonach die staatliche amerikanische Krankenversicherung Medicare die Behandlung von Dialysepatienten künftig pauschal abrechnen werde.
FMC soll von Reformen im amerikanischen Gesundheitswesen profitieren
Experten gehen davon aus, dass FMC von der Umstellung profitieren wird, da der Konzern im Gegensatz zu vielen Konkurrenten sämtliche Produkte rund um die Dialyse aus einer Hand anbieten könne.
Bislang bezahlt die Krankenversicherung für die Blutwäsche von Nierenkranken eine Grunderstattung, darüber hinaus werden die erforderlichen Medikamente und Dienstleistungen extra abgerechnet. Kritikern zufolge hat diese Praxis dazu geführt, dass Ärzte Mittel wie das Hormon EPO, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt, zu häufig einsetzen - teilweise zum Schaden der Patienten. Nun hofft die amerikanische Regierung, dass solche Medikamente künftig gezielter eingesetzt werden. Das soll dazu beitragen, die Kosten zu senken. Noch im Jahr 2007 hatten Dialysebehandlungen und damit zusammenhängende Therapien und Dienstleistungen die staatliche amerikanische Krankenversicherung rund 9,2 Milliarden Dollar gekostet.
Die neuen Regeln soll phasenweise über vier Jahre ab dem Januar des Jahres 2011 umgesetzt werden. Die Standardvergütung pro Dialysebehandlungen soll in diesem Jahr auf etwas mehr als 229 Dollar festgesetzt werden. Ursprünglich waren nur rund 198 Dollar geplant. FMC begrüßte die vorgelegten Pläne. Der Bad Homburger Konzern, der im vergangenen Jahr knapp 68 Prozent seiner Umsätze in den Vereinigten Staaten erwirtschaftete, ist im amerikanischen Dialysegeschäft Marktführer vor dem amerikanischen Konzern DaVita.
Welche Auswirkungen die Pläne für FMC haben werden, müsse der Konzern noch im Einzelnen prüfen. FMC sei gut vorbereitet und zuversichtlich, die neuen Regeln effektiv umsetzen zu können, erklärte das Unternehmen selbst. Das wird auch von Analysten so gesehen. „Wir glauben, dass die führende, integrierte Dialysefirma FMC gut positioniert ist und davon leicht positiv beeinflusst werden sollte“, erklärte die DZ Bank in einer Kurzanalyse. Nach Ansicht von Morgan Stanley orientiert sich die Pläne eng an den vom Kongress verabschiedeten Eckpunkten. Die Citigroup geht davon aus, dass mit der Umstellung die operative Gewinnmarge von FMC steigen wird.
Die Aktie ist vernünftig bewertet
Auf dieser Basis sind die Aktien des Unternehmens weiterhin reizvoll, auch wenn sie in den vergangenen Monaten Kursgewinne von bis zu 70 Prozent verzeichneten und am Dienstag nur knapp unter dem noch vor vier Wochen erreichten Zwölfjahreshoch liegen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16,9 und 15,1 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind sie zudem noch vernünftig bewertet und bieten zumindest in einem optimistischen Umfeld noch weitere Kursreize. Tatsächlich stellt die Aktie wegen des robusten Verlaufs des operativen Geschäfts eine vergleichsweise defensive Anlagemöglichkeit dar.
Anleger dagegen, die mit einer Konsolidierung rechnen, können zu Discount-Zertifikaten greifen. So bietet der Kauf eines bis in den Juni des kommenden Jahres laufenden Konstruktes der Deutschen Bank mit der Isin DE000DB7P3T6 die voraussichtliche Andienung der FMC-Papiere unter einem künftigen Kurs unter 45 Euro an. Der Preis des Zertifikats liegt am Dienstag sechs Prozent unter dem der Aktie. Sollte die Aktie bei Verfall über dem Wandlungspreis liegen, erhielte der Anleger 45 Euro zurück und würde eine Jahresrendite von etwas mehr als 13 Prozent realisieren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3261 | +0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 118,47 $ | +0,48% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 137,93 € | −0,50% |