22.03.2010 · Nachdem das amerikanische Repräsentantenhaus den Gesetzentwurf zur Reform der Krankenversicherung gebilligt hat, legen die Aktien von Fresenius Medical Care, aber auch von Pfizer, Johnson & Johnson, Medtronic und Tenet Healthcare zu.
Mit Kursgewinnen von bis zu 1,7 Prozent auf 40,75 Euro widersetzt sich am Montag die Aktie des Dialysunternehmens Fresenius Medical Care (FMC) dem leicht schwächenden Aktienmarkt. Die Aktie hat auf Sicht eines Jahres knapp 60 Prozent zugelegt. Ihr Kurs liegt inzwischen auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.
Die Papiere profitieren von der Annahme der Gesundheitsreform in den Vereinigten Staaten, mit der Präsident Barack Obama einen lang ersehnten innenpolitischen Triumph feiern konnte.
Repräsentantenhaus billigt den umstrittenen Gesetzentwurf
Das Repräsentantenhaus billigte am Sonntag nach heftiger Debatte den umstrittenen Gesetzentwurf, mit dem 32 Millionen unversicherte amerikanische Bürger krankenversichert werden sollen. Es wird erwartet, dass Obama in den kommenden Tagen die Reform unterzeichnet, die damit sofort Gesetzeskraft erlangten würde.
Mit dem Gesetz gilt erstmals in der amerikanischen Geschichte eine Pflicht zur Krankenversicherung. Privaten Anbietern soll zudem untersagt werden, Kunden wegen Vorerkrankungen abzulehnen. Die bisherige Versicherung für Bedürftige wird ausgeweitet und die Versorgung der Senioren verbessert. Die Reform kostet im kommenden Jahrzehnt laut Schätzungen etwa 940 Milliarden Dollar oder umgerechnet rund 700 Milliarden Euro. Allerdings sind solche Rechnungen mit Vorsicht zu genießen, denn die Reform bringt auch Gewinner mit sich.
Dazu zählen Unternehmen wie FMC. Dass Unternehmen bezeichnet sich als weltweit führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen, von denen sich mehr als 1.770.000 Patienten regelmäßig einer Dialysebehandlung unterziehen. Es erzielte im vergangenen Jahr rund zweit Drittel seiner im langfristigen Trend stetig steigenden Erlöse in den Vereinigten Staaten und dürfte voraussichtlich von der nun absehbaren Reform im Gesundheitswesen der Amerikaner profitieren.
Papiere von Pfizer, Johnson & Johnson, Medtronic und Tenet Healthcare legen zu
Denn erstens werden weitere „Kundenkreise“ erschlossene. Zweitens werden die Dienste und Produkte des Unternehmens voraussichtlich von möglichen Einsparungen ausgenommen, die die Effizienz des amerikanischen Gesundheitswesens verbessern sollen. So sind die Aktien des Unternehmens mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 17 und 15 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr noch vernünftig bewertet. Sie bieten alleine schon wegen der Dynamik des etablierten Trends ihre Reize.
Am Montag legen jedoch nicht nur die FMC-Papiere zu, sondern auch die Aktien der amerikanischen Pharmariesen Merck & Co und Pfizer, des Gesundheitsdienstleisters Tenet Healthcare Corporationund und des Diagnosemittelherstellers Medtronic. Auch hier spielt die Erwartung eine Rolle, mehr versicherte Personen führten zu höheren Umsätzen und beflügelten auf diese Weise auch die Gewinnentwicklung. Bei Tenet Healthcare wäre das dringend nötig, denn im Gegensatz zu den Aktien von Johnson & Johnson, Medtronic und vor allem auch Pfizer sind sie nach den jüngsten Kursgewinnen sehr teuer geworden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |