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Amerikanische Aktienfonds Die Privatanleger kehren an die Wall Street zurück

 ·  Die Aktie wird wieder entdeckt: Amerikanische Aktienfonds verbuchen erstmals seit Jahren wieder Zuflüsse. Auch die Indizes nähern sich den Rekordständen von einst.

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Amerikanische Privatanleger entdecken die Aktie wieder. Nachdem sich risikoscheue Kleinanleger in den Jahren nach der Finanzkrise überwiegend von Aktien abgewandt hatten, verbuchen amerikanische Aktienfonds in diesem Jahr erstmals seit mehreren Jahren wieder deutliche Nettozuflüsse. Nach Schätzungen des Fondsbranchenverbands ICI haben auf Aktien spezialisierte Investmentfonds in den ersten beiden Wochen des Jahres knapp 25 Milliarden Dollar eingenommen. So viel Geld hatten Privatanleger zuletzt im Februar 2007 in Aktienfonds investiert.

In Folge der Finanzkrise, die im Herbst des Jahres 2008 mit dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt erreicht hatte, bevorzugten amerikanische Privatanleger eher festverzinsliche Papiere. Die Zuflüsse in Rentenfonds haben trotz der wieder zunehmenden Popularität der Aktienanlage aber noch nicht abgenommen.

Nur noch wenige Prozentpunkte bis zum Rekordhoch

Aktien werden wieder attraktiv, weil sich die Drohkulisse für die Börsen etwas aufgehellt hat. In den Vereinigten Staaten beginnt sich der Häusermarkt zu erholen, der im Zentrum der Finanzkrise gestanden hatte. Da Häuser ein wichtiger Vermögenswert für Amerikaner sind - rund zwei Drittel aller Haushalte besitzen eine Immobilie -, verbessert das die Stimmung der Anleger und Verbraucher. Überdies ging die Arbeitslosenquote des Landes in den vergangenen Monaten zurück, was ebenfalls bessere Aussichten für das Wirtschaftswachstum suggeriert. „Die Ansicht der Investoren hat sich grundlegend verändert“, beobachtet Andrew Wilkinson, Anlagestratege beim Wertpapierhaus Miller Tabak.

Zum wachsenden Interesse der Privatanleger tragen auch die gestiegenen Aktienkurse selbst bei. Der breitgefasste Aktienindex S&P 500 war am Freitag erstmals seit fünf Jahren wieder auf mehr als 1500 Punkte gestiegen und notierte auch am Montag trotz leichter Verluste über dieser Marke. Das Marktbarometer ist nur noch wenige Prozentpunkte von seinem Rekordhoch von 1576 Punkten aus dem Oktober 2007 entfernt. Zunehmende Zuflüsse in Aktienfonds, die die Gelder investieren müssen, könnten die Hausse der amerikanischen Börsen weiter stützen. Das gilt auch für ausländische Börsen, da Amerikaner auch wieder Anteile von Fonds kaufen, die international investieren.

Der Trend bei Privatanlegern gilt an der Börse aber oft als Kontraindikator, da diese Anlegerklasse in der Regel erst sehr spät auf einen Trend reagiert. Das Verhalten der Kleinanleger nach der Krise unterstreicht dies, da sie die schon seit vier Jahren andauernde Hausse praktisch verpasst haben. Der S&P 500 ist seit seinem Tiefstand vom März 2009 um 120 Prozent gestiegen. Allein in diesem Jahr sind die großen Barometer der amerikanischen Aktienmärkte um 5 Prozent geklettert. Getrieben wurde die Hausse von wachsenden Unternehmensgewinnen und extrem niedrigen Zinsen.

„Die vergangenen Wochen spiegeln den Glauben, dass es im Jahr 2013 keine existentiellen Bedrohungen für die globalen Volkswirtschaften geben wird“, sagte Nicholas Colas, Chef-Anlagestratege des Wertpapierhauses BNY Convergex, der „New York Times“. Nach einer Umfrage der American Association of Individual Investors, dem Verband der Kleinanleger, hat sich deren Optimismus seit Mitte November verdoppelt.

Aber selbst optimistische Analysten rechnen nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Wochen mit einer leichten Korrektur der Kurse. Eine Belastung für die amerikanische Konjunktur könnte der jüngst beschlossene Anstieg der Lohnsteuern werden. Das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten hängt stark vom privaten Verbrauch ab. Dazu machen sich Anleger immer noch Sorgen wegen eines potentiellen Wiederaufflammens der europäischen Schuldenkrise. Russ Koesterich, Chefanleger der großen Fondsgesellschaft Blackrock, hält diese Sorgen aber für vergleichsweise „banal“. „Wir sprechen nicht mehr über die ganz großen Krisen“, sagt Koesterich.

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28.01.2013, 22:38 Uhr

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