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Amerikanische Abfallaktien Demokraten nützen Republic Services

05.11.2008 ·  Die Aktien von Abfallentsorgern und Recyclingunternehmen gelten als die Wahlsieger in den Vereinigten Staaten. Vor allem Republic Services dürfte davon profitieren, dass sich die Demokraten und nicht die Republikaner durchgesetzt haben. Die Konsolidierung der Branche kommt den Anlegern zugute.

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Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet eine Aktie namens Republic Services vom Sieg der Demokraten bei den amerikanischen Wahlen profitieren dürfte. Doch dank des künftigen Umwelt-Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, werden den amerikanischen Müll- und Abfallentsorgern blendende Geschäfte vorhergesagt (Die Obama-Aktien). Und deshalb dürften auch die Aktien von Republic Services zu den großen Gewinnern dieses Wahlausgangs zählen.

Bisher war das Unternehmen mit Sitz in Fort Lauderdale, Florida, die Nummer drei in der Branche - hinter dem Branchenführer Waste Management und Allied Waste Industries. Doch im Sommer hatte sich Allied Waste mit Republic Services auf einen Zusammenschluss geeinigt, dem die Anteilseigner der beiden Unternehmen am 14. November auf getrennten Hauptversammlungen - die eine findet in Fort Lauderdale statt, die von Allied Waste in Arizona - zustimmen sollen.

Waste Management gibt feindliche Übernahme auf

Eine Zeitlang hatte Waste Management versucht, dieses Vorhaben zu durchkreuzen und legte ein feindliches Übernahmeangebot vor. Zunächst schlug Waste Management 34 Dollar je Republic-Aktie in bar vor und erhöhte später die Offerte auf 37 Dollar je Aktie. Doch am 14. Oktober zog Waste Management sein Angebot komplett zurück.

Diesen Rückzug mussten die Waste-Management-Eigner nicht bereuen: Unmittelbar nach der Mitteilung zog der Aktienkurs um 13 Prozent auf mehr als 29 Dollar an, der von Republic Services immerhin auch um 5 Prozent auf 23,62 Dollar. In der Zwischenzeit sind die Republic-Notierungen weiter auf 24,50 Dollar gestiegen.

Hohe Bewertung

Damit ist der Titel jedoch schon relativ hoch bewertet. 13,6 beträgt das für 2008 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei einer Dividendenrendite von 2,8 Prozent. Auf diesem Kursniveau dürften die guten Geschäftsaussichten dank der von Obama versprochenen Staatsausgaben zugunsten der amerikanischen Umwelt weitgehend in den Aktienkursen berücksichtigt sein.

Waste Management dagegen kommt auf ein KGV, das leicht unter dem von Republic Services liegt. Allerdings werden die kleineren Anbieter in der Branche deutlich höher an der New Yorker Börse bewertet: Waste Connection weist ein KGV von 23,5 auf und Waste Services auf eins von 20,9.

Spekulation auf Konsolidierung der Branche

Die Anleger können nun darauf spekulieren, dass weitere Übernahmen in der Abfallentsorgung stattfinden werden und Waste Management unter Druck gerät, aktiv zu werden. Bisher jedoch bleibt das neue Unternehmen mit einem Umsatz von zusammen etwas 9,3 Milliarden Dollar hinter dem Branchenführer zurück. Waste Management hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,8 Milliarden Dollar erzielt.

Doch in der Vergangenheit war Allied Waste in der Expansion durch eine hohe Schuldenlast gebremst. Das neue Unternehmen wird mit Sicherheit schlagkräftiger sein. Ein Unternehmen mit 36.000 Beschäftigten und einem Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar wollen Republic Services und Allied Waste bilden. Im dritten Jahr nach dem Zusammenschluss sollen Synergien von 150 Millionen Dollar jährlich geschaffen werden, kündigte der Vorstandsvorsitzende von Republic Services, James O'Connor an. Bei dem freundlichen Zusammenschluss ist vorgesehen, dass Republic Services dem doppelt so großen Partner 52 Prozent in der neuen Einheit überlässt. Der neue Konzern wird den Namen von Republic Services annehmen, der Sitz geht allerdings zu Allied Waste nach Phoenix, Arizona.

Den Aktien von Müllentsorgern und Recyclingunternehmen werden in Analystenkreisen hohe Kurschancen durch Obamas Wahlsieg eingeräumt. Zwar sind auch die Kurse der großen Drei in den vergangenen Wochen heftig unter Druck geraten. Dennoch bleiben die Aussichten für die Titel von Republic Services insofern günstig als die Branche einem Konjunkturabschwung in den Vereinigten Staaten standhalten dürfte. Auch hat sich der Kurs schon wieder spürbar von seinem zyklischen Tief von 18,25 um mehr als 30 Prozent entfernt.

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