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Amerika Pfizer und vier weitere Comeback-Kandidaten

29.06.2005 ·  Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton genoß den Spitznamen „The Comeback Kid“. Fünf Unternehmen verdienen diese Bezeichnung wohl auch. Sie kämpfen sich nach einer unerfreulichen Kursentwicklung langsam wieder zurück.

Von John Dorfman, Dorfman Investments/Bloomberg News
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Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton genoß den Spitznamen „The Comeback Kid“. Fünf Unternehmen verdienen diese Bezeichnung wohl auch. Sie kämpfen sich nach einer unerfreulichen Kursentwicklung langsam wieder zurück.

Die Aktie von Pfizer, dem größten Pharmahersteller in den Vereinigten Staaten erreichten im April 1999 bei 50,04 Dollar einen Höchststand. Doch bis zum 1. Februar 2005 hatten sie bei 23,86 Dollar mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.
Heute notiert Pfizer bei 28,12 Dollar und weist damit erste Anzeichen eines Comebacks auf.

Pfizer zeichnet sich durch eine große Gewinnstärke aus: Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern aus einem 52,5 Milliarden Dollar schweren Umsatz einen Gewinn in Höhe von 11,3 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hat das Unternehmen seit mindestens 18 Jahren in Folge gewinnbringend gewirtschaftet.

Obwohl sich Pfizer 1999 in erster Linie durch sein Potenzmittel Viagra beliebt gemacht hatte, verfügt der Konzern über ein breit gefächertes Medikamentenportfolio, das unter anderem den Cholesterinsenker Lipitor, das Antidepressivum Zoloft und das Schmerzpräparat Celebrex enthält.

Die Aktie notiert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von lediglich 13 und rentiert auf Dividendenbasis mit 2,7 Prozent. Hinzu kommt eine gesunde Unternehmensbilanz, die eine Verschuldung von weniger als 30 Prozent des Eigenkapitals ausweist.

Aon

Aon ist nach Marsh & McLennan der zweitgrößte Versicherungsmakler der Welt. Gegenwärtig leidet das Unternehmen noch unter den Folgen einer vom New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer angestrengten Untersuchung.

Spitzer hatte im vergangenen Jahr die Gepflogenheit von Versicherungsunternehmen unter die Lupe genommen, Zahlungen an Versicherungsmakler zu leisten. Sinn und Zweck dieser Zahlungen bestanden nach Ansicht des Generalstaatsanwalts darin, Geschäfte auf einen bestimmten Versicherer zu lenken. Die Aktien von Versicherungsmaklern gaben daraufhin nach - zum Teil deshalb, weil die Anleger glaubten, daß die Makler mittlerweile auf die von Spitzer attackierten Zahlungen angewiesen wären.

Aon erreichte im Juli 1998 bei 49,75 Dollar seinen Höchststand. Aktuell wird die Aktie zu 24,63 Dollar gehandelt, nachdem ihr Kurs im Bärenmarkt des Jahres 2002 bis auf 14,60 Dollar abgesackt war.

Meines Erachtens sind der durch die Spitzer-Ermittlungen zugefügte Schaden und der Verlust der umstrittenen Vergütungen im aktuellen Kurs der Aon-Papiere eingepreist. Der Titel wird mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV, Nettowert je Aktie) von 1,5, einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 17 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der für 2005 geschätzten Gewinne von zwölf bewertet.

Tommy Hilfiger

Tommy Hilfiger ist ein Hersteller von Damen- und Herrenbekleidung. Zuweilen galt das Label als stark und sehr trendig - allerdings nicht in letzter Zeit, denn seit dem Jahr 2000 stagnieren die Umsätze.

Die Hilfiger-Aktie erreichte im Mai 1999 bei 40,78 Dollar ihren Höchststand. Danach brach der Kurs ein, im März 2003 sogar bis auf 5,70 Dollar. Mittlerweile hat sich der Titel wieder etwas erholt und notiert bei 13,01 Dollar.

Im September gab Tommy Hilfiger die Überprüfung von Provisionszahlungen, die das Unternehmen seit 14 Jahren an eine Einkaufszentrale im Ausland geleistet hatte, durch das Staatsanwaltsbüro für den südlichen Bezirk New Yorks bekannt. Diesen Monat kündigte Hilfiger nun die Aufnahme von Gesprächen an, um die Untersuchung zu einem Abschluß zu bringen.

Am 15. Juni ließ das Unternehmen verlauten, es habe für das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2005 aufgrund einer schwachen Umsatzentwicklung einen Gewinneinbruch von 46 Prozent hinnehmen müssen. Entgegen aller Logik legte die Aktie zu, denn die Anleger hatten sogar mit einer noch schlechteren Meldung gerechnet.

Vielleicht empfinden Sie Tommy Hilfiger nicht gerade als Comeback-Titel. Ich dagegen schon, weil die Aktie derart günstig ist: Sie notiert mit einem KGV von zehn, einem KBV von 0,98 und einem KUV von 0,64.

Brown Shoe

Brown Shoe hat den Boden, den es verloren hat, bereits zum größten Teil wieder gut gemacht. Die Aktie markierte im Juni 2004 bei 41,88 Dollar ihren Höchststand, gab im vergangenen September auf unter 25 Dollar nach und hat sich mittlerweile wieder auf etwa 38 Dollar erholt.

Brown stellt Schuhe unter den Markennamen Buster Brown, Connie, LifeStride und Naturalizer her und verkauft sie über die einzelnen Famous Footwear- und Naturalizer-Läden.

In den vergangenen fünf Jahren wuchsen die Gewinne des Unternehmens mit einer ziemlich gesetzten Rate von vier Prozent. Nach Ansicht der Analysten hat der Schuhspezialist auf Sicht der nächsten fünf Jahre Potential für ein Wachstum von zwölf Prozent.

Auch wenn Sie die Einschätzung der Analysten als zu optimistisch empfinden - bei einer Einigung auf halbem Wege würden wir immerhin noch von einer Wachstumsrate von acht Prozent sprechen. Die Aktie, die nicht unglamouröser sein könnte, notiert mit einem KGV von 14, einem KBV von 1,77 und einem KUV von 0,35.

Axis Capital Holdings

Schließlich wäre da noch Axis Capital Holdings, ein auf den Bermudas (Pembroke) ansässiger Rückversicherer. Das erst seit Juni 2003 börsennotierte Unternehmen konnte seit 2001, als es noch eine Gesellschaft mit beschränktem Aktionärskreis war, jährlich einen Gewinn ausweisen.

Im Januar 2004 notierte Axis auf einem Höchststand von 32,60 Dollar. Sechs Monate später gab die Aktie auf 22 Dollar nach, teilweise als Konsequenz aus den Spitzer-Ermittlungen. Aktuell wird sie wieder zu 27,88 Dollar gehandelt.

Das KGV beträgt gerade einmal zehn (auf Basis der für dieses Jahr geschätzten Gewinne sogar weniger als sieben), und die Dividendenrendite liegt bei 2,2 Prozent.

Sieger 2002: Abercrombie & Fitch

Bereits zweimal zuvor habe ich einer Gruppe von Unternehmen, denen ich große Chancen auf ein Comeback gab, eine eigene Kolumne gewidmet. Die vier Titel, die ich im Juni 2002 als Comeback-Kandidaten empfahl, haben seither um 110 Prozent zugelegt, verglichen mit einem Zugewinn für den Standard & Poor's 500 Index von 22 Prozent.

Abercrombie & Fitch führte die Riege mit einem satten Plus von 153 Prozent an. Oil States International verbesserte sich um 133 Prozent, Timberland um 94 Prozent und United Technologies um 60 Prozent.

Die „Comeback Kids“ von vor einem Jahr schnitten weniger gut ab und entwickelten sich dabei lediglich gleichauf mit dem Markt. Als Gruppe verzeichneten sie bis einschließlich 24. Juni einen Zugewinn von 6,9 Prozent, während der S&P 500 um 6,96 Prozent zulegte. McKesson, Nicor und Steris konnten sich zwar allesamt verbessern, doch reichte der Verlust von Merck aus, um die Party zu verderben.

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