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Amerika Insider deckten sich im zweiten Quartal mit Aktien ein

09.07.2004 ·  Im zweiten Quartal haben Manager in Amerika so viele Aktien der von ihnen geleiteten Unternehmen gekauft wie zuletzt in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Die Insider nutzten die Abschwächung der Börsenrally.

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Im zweiten Quartal haben Manager in Amerika so viele Aktien der von ihnen geleiteten Unternehmen gekauft wie zuletzt in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Das zeigen Daten von Washington Service, die Bloomberg analysiert hat. Die Insider nutzten die Abschwächung der Börsenrally und kauften Aktien im Wert von 486 Millionen Dollar. Das ist ein Plus von 75 Prozent zum Vorquartal und ein Anstieg um elf Prozent zum Vorjahresquartal. Vermögensverwalter werten die Entwicklung als Vertrauensbeweis.

Gewinn- und Wirtschaftswachstum dürften auch die Aktienkurse beflügeln, sagt Steven Rhone, Vorstandschef von Wentworth, Hauser and Violich, einer Vermögensverwaltung aus San Francisco. Seit seinem Jahreshoch am 11. Februar hat der Standard & Poor's 500 Index 4,2 Prozent verloren. "Das starke Gewinnpotenzial der Unternehmen ist in den Kursen nicht eingepreist, was Insider offensichtlich auch so sehen", betont Rhone. "Bis Jahresende dürften die Börsenbarometer steigen, wenn auch etwas ruckhaft."

Im Frühjahr 2003 ging es nach Insider-Käufen aufwärts

Höher waren die Insider-Käufe zuletzt im ersten Quartal 2003, als Aktien im Wert von 601 Millionen Dollar in die Portefeuilles der Manager wanderten. Prompt ging es an der Börse bergauf: Der S&P 500, der sein Jahrestief am 11. März 2003 erreichte, legte in den folgenden elf Monaten 45 Prozent zu. Zinssorgen brachten Ernüchterung.

Aubrey McClendon, Vorstandsvorsitzende von Chesapeake Energy , und Tom Ward, Präsident der Öl- und Gasgesellschaft, haben im jüngsten Quartal insgesamt 5,6 Millionen Dollar in Aktien ihres Unternehmens gesteckt. "Sie sind der Ansicht, daß es keine bessere Anlagemöglichkeit gibt", erklärt Tom Price, Sprecher von Chesapeake Energy aus Oklahoma. Im letzten Quartal hat die Aktie 9,9 Prozent an Wert gewonnen, angetrieben vom Ölpreisanstieg.

Die im S&P 500 vertretenenen Unternehmen dürften dieses Jahr 18,5 Prozent mehr Gewinn einfahren, lautet die Konsenprognose der von Thomson Financial befragten Analysten. In den letzten 20 Jahren lag das jährliche Gewinnwachstum bei durchschnittlich sieben Prozent. Das Wirtschaftswachstum wird dieses Jahr auf 4,5 Prozent geschätzt, zeigt eine Umfrage von Bloomberg News unter Volkswirten.

„Es ist ein Vertrauensbeweis“

In Amerika müssen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder den Kauf und Verkauf von Aktien ihrer Unternehmen der Börsenaufsicht melden. Diese Pflichtmitteilungen sind ein Indiz dafür, wie Insider die Lage und das Wachstumspotenzial ihrer Unternehmen bewerten. "Wir sind froh, wenn das Management in der gleichen Schiene fährt", sagt Wendell Perkins, Fondsmanager bei Johnson Asset Management in Racine, Wisconsin. "Es ist ein Vertrauensbeweis, wenn sie Unternehmensaktien kaufen."

Bei den Insidern kamen im jüngsten Quartal auf einen Dollar an Aktienkäufen 22 Dollar an Aktienverkäufen. Das ist der niedrigste oder optimistischste Wert seit dem ersten Quartal 2003 als das Verhältnis sieben Dollar Verkäufe je ein Dollar Aktienkäufe betrug. In dem Dreimonatszeitraum Januar bis März 2004 hingegen kamen auf jeden Aktienkauf im Wert von einem Dollar Aktienverkäufe von 51 Dollar. Das war das am meisten pessimistische Verhältnis seit zwei Jahren.

„Historisch gesehen sind die Aktien unterbewertet“

Auf die vergangenen vier Quartale, in denen Insider ihre Aktienkäufe erhöhten, folgten Zeiten, in denen der S&P 500 gestiegen ist. Daraus kann eine Rally entstehen, muß aber nicht. Vor dem letzten Dreimonatszeitraum gab es seit 1999 sieben Quartale mit erhöhten Aktienkäufen, in denen der S&P 500 anschließend aber 0,1 Prozent bröckelte.

Wie es diemal weitergeht, kann auch Richard Kramlich, Mitbegründer von New Enterprise Associates, der weltgrößten Venture-Capital-Gesellschaft, nicht mit Bestimmtheit sagen. "Historisch gesehen, sind die Aktien im Verhältnis zum Gewinnwachstum unterbewertet", sagt Kramlich im Telefoninterview mit Bloomberg News. "Wir sehen Gewinne, wir sehen Cashflow und beides ist wahrscheinlich noch nicht voll eingepreist."

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