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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Amerika Abercrombie und Imation stehen auf der Powerhouse-Liste

 ·  Investor und Bloomberg-Kolumnist John Dorfman hat schon oft ein gutes Näschen bewiesen. Mit Blick auf Unternehmen mit großer Finanzkraft empfiehlt er nun Abercrombie & Fitch und Imation.

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Die Anleger konzentrieren sich oftmals zu sehr auf den Gewinn und zu wenig auf die Bilanz eines Unternehmens. Wenn Sie schon einmal Ihr Eigenkapital berechnet haben, dann kennen Sie das Grundprinzip einer Unternehmensbilanz. Man summiert seine Vermögenspositionen auf (Vermögenswerte) und zieht seine Verbindlichkeiten davon ab (Verbindlichkeiten). Auf meiner jährlichen Powerhouse-Liste nenne ich Unternehmen mit hervorragender Finanzkraft.

Diese Liste ist also eher eine Auszeichnung und nicht notwendigerweise eine Aktienempfehlung. Zum größten Teil stoßen die entsprechenden Unternehmen auf reges Interesse, und ihre Aktien sind selten günstig zu haben. Dennoch finde ich jedes Jahr einige, die ich empfehlen kann. Im vergangenen Jahr habe ich zwei der 21 Unternehmen auf der Powerhouse-Liste empfohlen. Scientific-Atlanta und Circuit City Stores haben seitdem Renditen von 161 Prozent bzw. 125 Prozent eingebracht.

Powerhouse-Liste schlägt S&P 500

Die Unternehmen der Powerhouse-Liste vom 18. Februar (als meine letzte Kolumne zu diesem Thema erschien) haben bis Dienstag, den 10. Februar 2003, eine Rendite von 60 Prozent gebracht, was deutlich über den 37 Prozent liegt, die der Standard & Poor's 500-Index vorzuweisen hat. Auf der Liste stehen viele Unternehmen aus der Computerbranche, und auch Technologiewerte hatten ein gutes Jahr. Die Zahlen zeigen die Gesamtgewinne einschließlich Dividenden.

In diesem Jahr haben sich 25 Unternehmen für die Powerhouse-Liste qualifiziert. Leider kann ich Knauser mich nur bei zweien zu einer Empfehlung durchringen: Abercrombie & Fitch und Imation. Um sich für die Powerhouse-Liste zu qualifizieren, muß ein Unternehmen folgende Kriterien vorweisen können:

- einen Marktwert von mindestens einer Milliarde Dollar,
- mindestens 300 Millionen Dollar liquide Mittel oder hochliquide Anlagen,
- weniger als 200 Millionen Dollar langfristige Verbindlichkeiten,
- Gesamtverbindlichkeiten von weniger als zehn Prozent des Eigenkapitals,
- eine Liquidität dritten Grades (Verhältnis des gesamten Umlaufvermögens zu kurzfristigen Verbindlichkeiten) von 2,0 oder besser
- einen Gewinn je Aktie von mindestens zehn Cents im letzten Geschäftsjahr

Microsoft wiederholt auf der Powerhouse-Liste

Drei Unternehmen verdienen besonderes Lob, da sie schon zum vierten Mal in Folge auf der Liste stehen. Es sind Forest Laboratories, Microsoft und Scientific-Atlanta. Forest Laboratories, mit Sitz in New York City, stellt rezeptpflichtige Arzneimittel (sowohl Markenpräparate als auch Generika) und rezeptfreie Medikamente her. Der größte Teil seiner Erlöse entfällt auf Celexa, ein Antidepressivum, das zu Arzneimitteln wie Prozac, Zoloft und Paxil in Konkurrenz steht. Das Unternehmen stellt auch Cervidil, ein Gel zur Geburtserleichterung, Infasurf zur Behandlung von Atmungsschwierigkeiten bei Frühchen und Tiazac gegen Bluthochdruck her. Forest hat keine Verbindlichkeiten und 1,4 Milliarden Dollar liquide Mittel oder hochliquide Anlagen. Ich kann die Aktie dennoch nicht empfehlen, weil sie mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von mindestens zehn und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von fast elf gehandelt wird.

Microsoft, der größte Softwarehersteller der Welt, hat ungefähr 6,1 Milliarden Dollar liquide Mittel oder hochliquide Anlagen und mehr als 46 Milliarden Dollar börsengängige Wertpapiere. Das Unternehmen hat keine Verbindlichkeiten. Die Aktie von Redmond, ansässig in Washington, ist mit einem Kurs von 27,02 Dollar im Vergleich zu ihrem Höchststand 1999 von 59,56 Dollar (bereinigt um Aktiensplits) verlockend. Ich bin dennoch zurückhaltend, da sie noch immer ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 8,5 hat, was aus meiner Sicht viel zu hoch ist.

Ebay und Qualcomm zu teuer

Scientific-Atlanta aus Lawrenceville, Georgia, stellt Kommunikationszubehör, unter anderem auch Kabelfernsehempfangsgeräte her. Ich habe die Aktie letztes Jahr an dieser Stelle empfohlen. Da sie nun seitdem um 161 Prozent gestiegen ist, glaube ich, daß sie im nächsten Jahr mit ihrer Performance im Marktdurchschnitt liegen wird.

Zwei Unternehmen - Ebay, das größte Internetauktionshaus der Welt, und Qualcomm, der zweitgrößte Chiphersteller für Mobiltelefone der Welt - stehen zum dritten Mal auf meiner Liste. Ich beglückwünsche sie dazu. Ihre Aktien liegen trotzdem weit außerhalb meines Kursspielraums. Ebay wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 86 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 20 gehandelt. Qualcomm hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von elf. Meine Grenzen liegen normalerweise bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von zwei.

Abercrombie & Fitch und Imation sehr zu empfehlen

Kommen wir aber jetzt zu den beiden Aktien, die ich empfehlen kann. Abercrombie & Fitch, ein Bekleidungseinzelhändler aus New Albany, Ohio, bietet Adrettes für junge Damen und Herren an. Das Unternehmen hat 431 Millionen Dollar liquide Mittel oder hochliquide Anlagen und keine Bank- oder Anleiheverbindlichkeiten. Es steht zum ersten Mal auf der Liste. Die Aktie von Abercrombie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 gehandelt, was für ein Unternehmen, das in den vergangenen fünf Jahren ein Gesamtgewinnwachstum von 32 Prozent und im Geschäftsjahr 2003 eine Eigenkapitalrendite von 29 Prozent erzielt hat, ziemlich angemessen erscheint.

Imation, ansässig Oakdale, Minnesota, wurde vor fast acht Jahren von Minnesota Mining & Manufacturing Co. abgespalten. Das Unternehmen stellt Bänder und Platten zur Speicherung von Computerdaten her. Die Analysten erwarten von Imation für die nächsten fünf Jahren ein
Gewinnwachstum von etwa 8,5 Prozent. Ich glaube, daß das zu pessimistisch geschätzt sein könnte. Die Gewinne aus dem laufenden Geschäft sind in 2003 von 1,08 Dollar 1999 auf 2,10 Dollar je Aktie gestiegen. Die Imation-Aktie erscheint mir mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17, einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,5 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,1 sehr vernünftig bewertet. Das Unternehmen hat keine Verbindlichkeiten und 411 Millionen Dollar liquide Mittel oder hochliquide Anlagen. Es steht zum zweiten Mal auf meiner Liste.

Und nun zum Rest der Powerhouse-Liste. Zum zweiten Mal erscheinen Barr Pharmaceuticals, Circuit City Stores, Foundry Networks, KLA-Tencor und Pixar. Zum ersten Mal gehören Analog Devices, Apollo Group, Apple Computer, Bed Bath & Beyond, Benchmark Electric, Compuware, Electronics for Imaging, Electronic Arts, Gentex, Intersil, Lexmarket International, Oracle und Sandisk dazu.

Die Charts zeigen die Kursverläufe der Aktien von Abercrombie & Fitch (oben) und Imation an der Wall Street.

Quelle:
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