12.07.2004 · Die Brennstoffzellentechnik und mit ihr der Marktführer Ballard Power wurden lange als „Reichmacher“ hochgejubelt. Doch ein neuerlicher Kurssturz zeigt zumindest bei Ballard Power, wie jämmerlich die Träume geplatzt sind.
Wenn zwei namhafte Konzerne ihr Engagement bei einem mit einem interessanten Produkt ausgestatteten, aber finanziell etwas klammen Unternehmen verstärken, sollte dies eigentlich von den Börsianern mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen werden. Doch das muß nicht sein, wie der jüngste Kurssturz bei Ballard Power zeigt.
Denn auf die Meldung, wonach die schon bisher knapp als Mehrheitsaktionär agierenden Firmen DaimlerChrysler und Ford mit der Ballard AG die Brennstoffzellen-Sparte der kanadischen Gesellschaft vollständig übernehmen und zudem 55 Millionen kanadische Dollar investieren wollen, brach der Aktienkurs letztlich um 19 Prozent auf 9,55 kanadische Dollar ein.
Dramatischer Kursverfall
In diesem Jahr beläuft sich das Kursminus dadurch schon auf 39 Prozent. Noch dramatischer fällt die Bilanz im langfristigen Vergleich aus. Schließlich hatte es der Titel im Jahr 2000 in der Spitze auf ein locker zwanzigmal so hohen Kurs wie aktuell gebracht. Doch vom damaligen Glanz ist inzwischen nichts mehr zu spüren, nähert sich der Wert doch immer mehr seinem bisherigen Tief des Jahres 1996 an.
Wer sich das Kursdesaster anschaut, dem wird klar, wie viele Anlegerträume alleine bei den Besitzern der Aktien von Ballard Power im Laufe der vergangenen Jahren geplatzt sein müssen. Denn aufgrund der Tatsache, daß es sich dabei um den Vorreiter bei der Erforschung der Brennstoffenzellentechnik handelt, war dieser Wert lange Zeit als der große Hoffnungs- und Wachstumswert hochgejubelt worden.
Analysten senken den Daumen
Auch auf die jetzige Nachricht hatte der Kurs zunächst mit einem Plus von gut sechs Prozent reagiert. Doch dann sorgten negative Analystenkommentare für einen kompletten Sinneswandel und lange Gesichter bei den Aktionären. Als Spielverderber entpuppte sich vor allem Cameron Jeffreys. Der Analyst von Credit Suisse First Boston geht davon aus, daß Ballard Power mit diesem Deal den Zugriff auf die aus diesem Bereich in den kommenden Jahren erhofften Umsätze abgegeben hat. Als Konsequenz daraus hat er die Einschätzung des Titels von „Outperform“ auf „Neutral“ gesenkt.
Aber auch MacMurray Whale, Analyst bei National Bank Financial, zeigte sich enttäuscht, wie ein von 16,50 auf 10,00 kanadische Dollar gesenktes Kursziel zeigt. Seiner Einschätzung zufolge verringert sich das bisher von ihm errechnete Umsatzpotential um rund 30 Prozent. So gesehen würde der Titel in der Tat weiter an Phantasie verlieren.
Aktie fundamental und charttechnisch kein Kauf
Die Probleme, mit denen die Aktie zu kämpfen hat, werden dadurch nicht kleiner. Was belastet, ist die Unsicherheit darüber, wann Ballard Power endlich in die Gewinnzone vorstoßen wird. Bis jetzt erwirtschaften die Kanadier nämlich nur Verluste, die sich gemäß den bisherigen Annahmen der Analysten zufolge alleine im laufenden Geschäftsjahr auf 1,25 Dollar je Aktie belaufen werden.
Daran gemessen scheint eine Marktkapitalisierung von annähernd 600 Millionen Euro, welche dem Unternehmen noch immer zugebilligt wird, kein Pappenstiel zu sein. Diese fundamentalen Rahmenbedingungen deuten nicht darauf hin, daß sich das düstere Chartbild bald aufhellen wird.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |