04.03.2004 · Mit deutlichen Kursverlusten reagiert die Aktie von Repower auf enttäuschende Ertragszahlen für das vergangene Jahr. Das Papier sieht lediglich optisch günstig aus, der Chart zeigt keine Dynamik.
Windkraft - das war zu Zeiten des Neuen Marktes eine der Modebranchen, die die Phantasie der Anleger erregte und die Kurse der entsprechenden Aktien in ungeahnte Höhen. Damit ist es allerdings längst vorbei.
Denn nicht nur manipulierte Windgutachten, undurchsichtige Transaktionen bei verschiedenen Unternehmen und technische Probleme mit verschiedenen Anlagen führten zu einer Ernüchterung, sondern auch die starke Konkurrenz hinterläßt deutliche Spuren. Davon kann nun auch Repower ein Lied singen.
Unternehmen verbucht enttäuschenden Gewinn
Mit einem Kursverlust von sechs Prozent auf 18,81 Euro reagiert die Aktie des Unternehmens auf die enttäuschenden Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres. Der Hamburger Windanlagenhersteller hat im vergangenen Jahr unter anderem wegen eines anhaltenden Preisdrucks nicht nur seine eigene Prognose klar verfehlt und seinen operativen Gewinn halbiert. Sondern für das laufende Jahr 2004 erwartet Repower ein insgesamt nur moderates Umsatzwachstum und einen leicht verbesserten Ertrag. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) liege nach vorläufigen Zahlen bei 13 Millionen Euro, teilte das im TecDax gelistete Unternehmen am Donnerstag mit. Repower hatte zuletzt ein Ebit von 25 Millionen Euro für 2003 in Aussicht gestellt, nach 26,1 Millionen Euro im Vorjahr. „Wir haben einen erheblichen Margendruck im vierten Quartal verzeichnet und konnten unsere Anlagen nur zu reduzierten Preisen realisieren", sagte Repower-Chef Fritz Vahrenholt.
Immerhin habe das Unternehmen aber sein Umsatzziel mit einer Gesamtleistung von etwa 295 Millionen Euro leicht übertroffen. Das ist allerdings nur ein schwacher Trost. Denn wenn Vahrenholt gleichzeitig prognostiziert, das Preisniveau werde sich auch im laufenden Jahr nicht wesentlich ändern, spricht das für sich und gegen optimistische Ertragserwartungen. Was nützen moderate Umsatzzuwächse, wenn gleichzeitig die Preise massiv unter Druck stehen?
Branche steckt in einer Ertragsflaute
Repower setze auf effizientere Anlagen und das Auslandsgeschäft. In Portugal, Australien und Großbritannien seien beispielsweise die Rahmenbedingungen besser. „Das sind die Strompreise höher und es gibt mehr Wind.“ Insgesamt sei die Nachfrage in Deutschland im Zuge der Verunsicherungen durch den Streit um die Förderung des Ökostroms massiv zurückgegangen. Auch das dürfte die Anleger nicht sonderlich begeistern. Denn zu oft sind solche Statements schon vernommen worden ohne konkrete Folgen. Und es ist nicht so, daß sich Unternehmen wie Repower dort einfach nur ins gemachte Nest setzen könnten. Denn die Konkurrenz ist hart und wird die Bäume nicht in den Himmel wachsen lassen.
Die Windenergiebranche steckt nach Jahren des Booms derzeit in einer Flaute. Eine weitgehende Sättigung der Binnennachfrage, noch zu wenige Projekte jenseits der Landesgrenzen und auf hoher See (Offshore), sowie die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe machen den Firmen zu schaffen. Repower sei es dennoch gelungen, seinen Marktanteil auf 10,7 Prozent von 6,8 Prozent in Deutschland zu erhöhen. „Wir haben alles aufgestellt, was wir uns vorgenommen habe", sagte Vahrenholt. Zudem seien im ersten Quartal 2004 bereits erste Anlagen verkauft worden. Das Unternehmen werde für das Jahr 2004 eine konstante Dividende in Höhe von 0,60 Euro vorschlagen.
Mit einer Dividendenrendite von 3,2 Prozent und einem Kurs-Gewinnverhältnis von sieben auf Basis der Gewinnschätzungen scheint die Aktie optisch attraktiv zu sein. Allerdings dürften angesichts der jüngsten Zahlen die Gewinnschätzungen reichlich trügen und ein zu optimistisches Bild darstellen. Und auch der Chart macht nicht gerade Mut. Denn er zeigt eine Seitwärtsbewegung ohne größere Dynamik nach oben. Damit drängt sich die Aktie nicht unmittelbar auf.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |